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Keine Schönheitskönigin mit zu viel Fett

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Frederic auderset

Föhn, Kamm, Rasierapparat und Haarspray: Was in jedem Schönheitssalon anzutreffen ist, ist auch an der Expo Bulle allgegenwärtig. Im Stallbereich der grössten Schweizer Schau von Kühen der Rassen Holstein und Red Holstein, die am Wochenende im Espace Gruyère in Bulle ausgetragen wurde, sind Züchter und Betreuer eifrig damit beschäftigt, ihre Prachtstiere auf den Auftritt im Ring vorzubereiten.

Sie richten die Haare auf dem Rückgrat der Kühe senkrecht auf, sprayen das Fell grossflächig ein, kämmen die Schwanzhaare und rasieren den Kühen die Beine – und in einem Fall wird anschliessend auch noch gleich der Bart des Kollegen gestutzt. Vielerorts wird dazu geraucht, was jedoch weder die Nichtraucher noch die Sicherheitsleute oder die Veranstalter zu stören scheint – obwohl allenthalben auf das Rauchverbot und die von Stroh, Heu und Sägemehl ausgehende Brandgefahr hingewiesen wird.

Aufwendige Vorbereitung

«Im Prinzip machen wir das Gleiche wie Fotomodelle, vielleicht noch etwas extremer», sagt Rinaldo Lottaz aus Alterswil, aus dessen Zucht drei Tiere zum Schönheitswettbewerb der Holstein-Kühe antreten: zwei eigene sowie eine Kuh, die er weiterverkauft hat. Bei den Vorbereitungen hilft ihm Lehrtochter Isabelle Oberson, die auch eine der Kühe im Ring vorführt. Sie erklärt, mit welchen Mitteln der Richter von der Schönheit einer Kuh zu überzeugen versucht wird: «Schon zu Hause schneiden wir das ganze Fell kurz. Besonders am Euter sollte man keine Haare mehr sehen.» Auf dem Rückgrat jedoch würden die Haare stehen gelassen, damit sie an der Ausstellung von einem Spezialisten erst mit Föhn und einem besonderen Haargel aufgerichtet und anschliessend so getrimmt werden könnten, dass eine gerade Rückenlinie entstehe. Die Kühe erhalten so eine Art Irokesenschnitt. «Mit einem speziellen Spray wird das Fell schön glänzend gemacht», fügt Oberson an. «All das bedeutet viele Stunden Arbeit. Wir üben auch schon etwa drei Monate im Voraus das Gehen im Ring.»

Zitzen mit Leim schliessen

Um im Wettbewerb gut abzuschneiden, sind aber vorab Dinge entscheidend, die sich nicht mit einer Schönheitspflege erreichen lassen. Wichtigstes Kriterium bei der Bewertung ist laut Richter Jacques Rouiller das Euter. Dieses sollte schön voll sein, aber nicht so voll, dass es unförmig werde, verrät Isabelle Oberson. «Es braucht viel Erfahrung, um zu wissen, wann die Kuh vor der Präsentation ein letztes Mal gemolken werden muss, damit das Euter möglichst schön ist.» Weil aus den prall gefüllten Eutern Milch tropfen könne, würden die Zitzen manchmal mit einer Art Leim verschlossen, der nachher wieder entfernt werde, ergänzt sie.

Der Aufwand, den Lottaz und Oberson betrieben haben, hat sich nicht ausbezahlt: Ihre beiden Kühe wurden Elfte und Dreizehnte. «Jene, die ich präsentiert habe, hat für den Richter zu wenig Milchcharakter. Das heisst, sie ist etwas zu fett», erklärt Isabelle Oberson.

Warten auf den schweren Gang vor die kritischen Richter.Bild Corinne Aeberhard

Expo Bulle

Die Siegerkühe und die besten Züchter

In der KategorieHolstein wurde Atacama der Besitzer Marc und Erhard Junker aus Iffwil zur Siegerkuh erkoren. Der Ehrenpreis Holstein ging an Lorana von Swisslor (Ecoffey, Gremaud, Schuwey) aus Bulle. Den Schöneuterpreis gewann Beauty (Junker & Staub, Iffwil). Junior-Siegerkuh Holstein wurde Excellence von B. Piller und E. Tschudin, Poliez-le-Grand, Reserve-Junior-Siegerkuh Flavia mit dem Besitzer Serge Dupré aus Villargiroud. Als bester Holstein-Züchter wurde François Morand aus Vuadens ausgezeichnet.

In der KategorieRed Holstein wurde Pepita von Everdes Holstein, Echarlens, zur Siegerkuh erkoren. Den Ehrenpreis gewann Sublime von Michel Clément, Le Mouret, den Schöneuterpreis Mandy (GS Bürglen, Bürglen). Junior-Siegerkuh wurde Minapolis (Reto Flury, Aeschi SO). Als bester Red-Holenstein-Züchter wurde Michel Clément aus Le Mouret ausgezeichnet. az

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