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Kerzers hiess Zuzüger willkommen

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«Herzlich willkommen in Kerzers», empfängt Gemeindepräsidentin Nicole Schwab die Neuzuzüger in der Orientierungsschule. 35 frisch­gebackene Kerzerserinnen und Kerzerser sitzen an diesem Samstagnachmittag in der Aula. An rund 170 Haushalte hatte die Gemeinde Einladungen zum Begrüssungsanlass verschickt.

Zuzüger schätzen Offenheit

Die Zuzüger unterhalten sich angeregt beim Apéro; viele scheinen sich bereits zu kennen. «Wir wertschätzen es sehr, dass die Gemeinde so einen Anlass organisiert», sagt etwa Carsten Baatz. «Das kannten wir aus anderen Wohngemeinden nicht.» Seit August leben Baatz, seine Frau Britta und ihr neunjähriger Sohn Finn in Kerzers. «Wir haben uns schon gut eingelebt, Finn hat schon Freunde gefunden.» Die Familie kommt ursprünglich aus Norddeutschland. «Die Weite des Grossen Mooses erinnert mich an meine Heimat», sagt Britta Baatz. Die Familie ist von Belp nach Kerzers gezogen. «Wir fühlen uns hier sehr willkommen und begrüssen die Offenheit und die multikulturelle Atmosphäre.» An ihrem früheren Wohnort hätten sie Rassismus erlebt. «Ich arbeite seit 30 Jahren als Krankenschwester in der Schweiz und habe mich für die Gesundheit vieler Menschen eingesetzt. Ich verstehe nicht, warum wir angegriffen werden.»

Wenig Nicht-Deutschsprachige

Auch die Romande Valérie Calabria schätzt die Offenheit der Kerzerser. Sie ist mit ihrer siebenjährigen Tochter Noemi nach Kerzers gezügelt. Ursprünglich stammt die Französischlehrerin aus Sonvilier im Berner Jura. Sie zog zunächst nach Lugnorre, und wollte dann weiterhin im Kanton Freiburg bleiben. «Auf einer Fahrt nach Bologna hielt der Zug in der Weihnachtszeit in Kerzers an. Ich dachte gleich: Was für ein schöner Ort!» Und sie fügt lachend an: «Für viele Freunde und Angehörige war es unverständlich, dass ich in der Deutschschweiz leben möchte.» Sie wünscht sich mehr Zusammenhalt zwischen den Sprachgruppen. Calabria ist eine der wenigen Nicht-Deutschsprachigen am Anlass. «Das ist schade.» Sie vermittelt Schülern an der Berner Fachhochschule in Biel Zweisprachigkeit und setzt sich auch im Alltag für die Mehrsprachigkeit ein. «Das ist eine Chance. Ich möchte, dass meine Tochter gut Deutsch lernt», so Calab­ria. Noemi spricht Italienisch und Französisch und ist hochbegabt. Ein weiterer Grund für den Verbleib im Kanton: «Ich schätze die Hochbegabtenförderung an den Schulen in Freiburg.» In Kerzers fühle sich Calabria bereits sehr wohl und sicher. «Kerzers ist wie eine kleine Insel.»

Gut eingelebt haben sich auch Enrico Di Vizio und Jenny Nacimiento mit ihrem zehnjährigen Sohn Noah. Sie wohnten vorher in Schmitten. «Wir stammen beide aus Bösingen, und haben auch hier unsere Angehörigen in der Nähe. Ausserdem ist die Verkehrslage von Kerzers optimal», so Di Vizio, der von Yverdon aus beruflich in der ganzen Schweiz unterwegs ist.

Der Einladung waren halb so viele Neuzuzüger gefolgt wie letztes Jahr. «Es ist schwierig, Gründe dafür zu finden», so Gemeindepräsidentin Nicole Schwab. Dazu, dass hauptsächlich Deutschsprachige den Anlass besucht haben, sagt sie: «Das ist schade, die Einladung war zweisprachig.» Für Einwohner aus dem Ausland organisiere die Gemeinde zusätzlich einen Integrationsanlass. «Der ist bei den Fremdsprachigen beliebter.»

Zahlen und Fakten

Kerzers begrüsste 240 Neuzuzüger

240 Zuzüger hiess Kerzers von Oktober 2017 bis September 2018 willkommen, darunter 172 Schweizer, 21 Ausländer mit Aufenthaltsbewilligung C und 47 Ausländer mit Bewilligung B. Zudem zogen 52 Kurzaufenthalter nach Kerzers. 2016/17 zählte Kerzers 261 neue Einwohner; 2015/16 waren es 207 Personen, die Kurzaufenthalter beide Male nicht mit eingerechnet. Die Gemeinde hat zurzeit 5070 Einwohner, davon 3710 Schweizer und 1360 Ausländer.

ea

 

«Für viele Freunde und Angehörige war es unverständlich, dass ich als Romande in der Deutschschweiz leben möchte.»

Valérie Calabria

Neuzuzügerin

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