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Kerzers wird prioritär behandelt

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Die Gemeindepräsidentin von Kerzers, Nicole Schwab, hatte gestern allen Grund zur Freude – gehört doch die Umfahrung ihrer Gemeinde zu den drei entsprechenden Projekten im Kanton, welche die Kantonsregierung prioritär behandeln will. «Vor allem auf die Situation an unserem Bahnübergang mit dem zunehmenden Schwerverkehr und den sehr langen Rückstaus wird sich die Umfahrungsstrasse sehr positiv auswirken», sagte sie. «Dies bedeutet mehr Lebensqualität, und unsere Gemeinde kann sich noch besser auf die Aufgaben im Zusammenhang mit dem Langsamverkehr konzentrieren.»

Der Staatsrat will in die Mobilität von morgen investieren, um der Bevölkerung optimale Bedingungen zu bieten, wenn sie sich fortbewegt. Daher will er ein Netz von Hauptachsen für den Veloverkehr entwickeln, die kombinierte Mobilität stärken und ein kohärentes Strassennetz sicherstellen. «Konkret hat der Staatsrat nun in vier Bereichen die Initiative ergriffen», wie der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektor Jean-François Steiert (SP) gestern an einer Medienkonferenz bekannt gab. Die Kantonsregierung will Vorprojekt-Studien für drei Umfahrungsstrassen durchführen, den Sachplan Velo umsetzen und Anlagen für die kombinierte Mobilität bei Bahnhöfen sowie neue Busterminals realisieren. Schliesslich soll auch für Senioren sowie Personen mit Behinderungen der Zugang zum öffentlichen Verkehr verbessert werden. Ausserdem wird gegen Ende der laufenden Legislaturperiode, 2021, noch ein neues Mobilitätsgesetz vor den Grossen Rat kommen.

Privat mitfinanziert

«Der Staatsrat will ein hochwertiges Strassennetz sicherstellen», hielt Steiert fest. «So hat er beschlossen, die Vorprojekt-Studien für die drei Umfahrungsstrassen von Romont, Kerzers und Prez-vers-Noréaz zu lancieren.» Wie viel diese drei Umfahrungsstrassen kosten werden, kann man laut dem Kantonsingenieur André Magnin zurzeit noch nicht sagen. Die entsprechenden Kreditanträge könnten 2022 vor den Grossen Rat kommen. Mit einer Verwirklichung ist frühestens ab 2023 zu rechnen.

Wie Grossrat Jean-Daniel Wicht (FDP, Villars-sur-Glâne), Präsident der Kommission für Strassen und Wasserbau, ausführte, hat der Staatsrat seinen Entscheid auf der Grundlage der Empfehlung des Lenkungsausschusses «Priorisierung der sieben Umfahrungsstrassen» (Copil) getroffen, der sieben im September 2016 vom Grossen Rat validierte Projekte individuell evaluiert und die betroffenen Gemeinden angehört habe. Der Staatsrat hat die Analyse von Copil laut Steiert verfeinert. Er hat die Baukosten stärker gewichtet und das Gleichgewicht zwischen den Regionen sowie die Bedingungen für die Verwirklichung der Umfahrungsstrassen in höherem Mass berücksichtigt. Zu Letzteren gehören etwa die Fragen nach dem Eigentum der Grundstücke oder bereits umgesetzten Güterzusammenlegungen. In beiden Varianten nimmt das Projekt in Romont den ersten Rang ein. Dasjenige in Kerzers wurde aber vom Staatsrat vom vierten auf den zweiten Rang hochgestuft, dasjenige in Prez-vers-Noréaz vom fünften auf den dritten Rang. Dasjenige in Givisiez fiel vom zweiten auf den vierten Rang zurück. Es werde aber konkret weiterverfolgt, sobald es bei den ersten drei Projekten Blockaden durch Einsprachen gebe. Deshalb würden auch für diese Umfahrung bereits ergänzende Studien durchgeführt. In der Priorität nach hinten gerutscht sind die Projekte in Belfaux, Courtepin und Neyruz. «Das heisst nicht, dass diese Umfahrungsstrassen nicht realisiert werden», so Steiert. «Sie sind einfach weniger prioritär.»

Die Umfahrungsstrasse von Kerzers wird vom Staatsrat laut Steiert deshalb priorisiert, weil damit «das regionale Gleichgewicht» gewahrt werden könne. Ausserdem gehöre die Mehrheit der benötigten Grundstücke bereits dem Staat. Die Umfahrungsstrasse sei auch eine Voraussetzung für den Betrieb der Kerzerser Kiesgrube. Die Baukosten könnten in diesem Zusammenhang dank einer finanziellen Beteiligung der Unternehmen Holcim und Marti-Gruppe gesenkt werden könnten.

Und Düdingen?

Auf die Frage angesprochen, wieso Kerzers das einzige Deutschfreiburger Projekt unter den sieben zur Diskussion stehenden war, verwies Steiert unter anderem darauf, dass für das Projekt Tafers-Alterswil nächstes Jahr die Vorlage eines Baukredits geplant sei. In Düdingen sei das Projekt Birch-Luggiwil längere Zeit komplett blockiert gewesen. Für die komplette Umfahrungsstrasse Düdingen, die von Anfang an nicht Teil der Copil-Evaluation war, seien bereits Gespräche am Laufen. Der Düdinger Gemeindeammann Kuno Philipona bestätigte dies auf Anfrage.

Sachplan Velo

157 Millionen Franken auf 325 Kilometern

Der vom Staatsrat verabschiedete neue Sachplan Velo ist Teil des Kantonalen Richtplans. Sein Ziel ist laut dem Vorsteher des Amts für Mobilität, Grégoire Cantin, ein «attraktives, sicheres und durchgehendes Netz» für den Veloverkehr. Derzeit bestehen im Kanton Freiburg bereits Radstreifen auf einer Strecke von 88 Kilometern. Auf 325 Kilometern seien in den nächsten 20 Jahren weitere bauliche Massnahmen für insgesamt rund 157 Millionen Franken nötig. Angestrebt werde ein Alltagsvelonetz von rund 710 Kilometern, von denen 550 Kilometer entlang oder in der Nähe von Kantonsstrassen verlaufen würden. Die genaue Prioritätenordnung dieser Massnahmen muss laut Cantin noch definiert werden. Die beiden Achsen mit dem grössten Verlagerungspotenzial seien die sogenannte Trans-Agglo von Düdingen nach Avry sowie die «grüne Verbindung» vom Bahnhof Bulle in die Industriezone Planchy-Nord. Neben dem Kanton, der 22,1 Millionen von den total 33,5 Millionen Franken für diese beiden Projekte übernehmen wird, wird sich auch der Bund mit Subventionen für die Agglomerationsprogramme finanziell beteiligen. Für die Priorisierung und Verwirklichung wurde ein «Team Velo» gebildet.

jcg

Sachplan kombinierte Mobilität

1457 Parkplätze, 1534 Velo-Abstellplätze

Ein zweiter vom Staatsrat abgesegneter Sachplan betrifft laut Staatsrat Jean-François Steiert (SP) die kombinierte Mobilität. Dafür wurden alle 66 heute bestehenden und bis 2035 geplanten Bahnhöfe im Kanton sowie die Bushaltestellen Plaffeien Dorf, Tafers Dorf, Farvagny-le-Grand und Le Mouret Village, die nicht durch die Bahn erschlossen sind, in einer Studie analysiert. Ziel war, «das Nachfragepotenzial und die optimale Dimensionierung» von Anlagen der kombinierten Mobilität zu bestimmen. Gegenwärtig verfügen 40 Bahnhöfe über eine solche Park-and-Ride-Anlage mit insgesamt rund 1000 Auto-Parkplätzen. Dazu kommen gut 900 Velo-Abstellfelder bei 25 Haltestellen. Laut einer Schätzung sind für die Zukunft 918 zusätzliche Parkplätze im Freien, 539 in einem Parkhaus sowie 1534 Abstellplätze für Velos nötig. Mit den Freiburgischen Verkehrsbetrieben TPF seien bereits Pilotprojekte lanciert worden. Die TPF planen zudem den Bau von acht Busterminals bei Bahnhaltestellen, wo der Bus- und der Bahnverkehr zusammenlaufen: in Murten, Avry-Matran, Broc-Village, Bulle, Châtel-Saint-Denis, Estavayer, Givisiez und Romont. Die Kosten dafür wurden auf 21,9 Millionen Franken veranschlagt.

jcg

Menschen mit Behinderungen

334 Haltekanten für 26,5 Millionen Franken

Im Kanton Freiburg gibt es 1456 Bushaltekanten, wovon sich 739 auf Kantonsstrassen und 717 auf Gemeindestrassen befinden. Laut Staatsrat Jean-François Steiert (SP) erfüllen lediglich 35 von ihnen derzeit die Vorgaben des Bundesgesetzes über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen. Acht weitere werden derzeit umgebaut.

Da das Gesetz den Grundsatz der Verhältnismässigkeit vorsieht, müssen nicht alle Haltestellen angepasst werden. Eine Studie kam aber zum Schluss, dass 240 Bushaltekanten auf dem Kantonsstrassennetz eine Anpassung nahelegen. Dazu kommen 94, die ebenfalls angepasst werden sollten, um eine Mindesterschliessung mit mindestens einer hindernisfreien Bushaltestelle pro Ortschaft zu garantieren.

Damit muss der Staat insgesamt 334 Haltekanten sanieren. Die Kosten dafür werden auf rund 26,5 Millionen Franken geschätzt. Davon gehen 21,2 Millionen Franken zulasten des Staats, während die Transportunternehmen die verbleibenden 20 Prozent der Kosten übernehmen. Die Planung der Arbeiten wird laut dem Kantonsingenieur André Magnin zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Eine entsprechende Botschaft an den Grossen Rat ist gemäss André Magnin für März 2019 vorgesehen.

jcg

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