Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Kiesabbau aus Fliessgewässern weiterhin nur in Ausnahmefällen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: arthur zurkinden

Die CVP-Grossräte Josef Fasel (Alterswil) und Jean-Claude Schuwey (Jaun) sind mittels eines Postulates an den Staatsrat gelangt und haben ihn aufgefordert, durch eine aktivere Bewirtschaftung der Fliessgewässer den Hochwasserschutz zu verbessern. Sie stellten nämlich fest, dass vielerorts das Flussbett so hoch angestiegen ist, dass Flüsse und Bäche bei jedem noch so kleinen Gewitter über die Ufer treten. Das Verhalten in den vergangenen Jahren, diesen Gewässern einfach freien Lauf zu lassen, sei keine Lösung, schreiben die beiden Grossräte in ihrem Postulat. Sie wollten deshalb, dass das Problem studiert und die Möglichkeit geprüft wird, vermehrt Kies auszubeuten. «Der Schutz durch gezielte Massnahmen ist absolut notwendig, und die Ausbeutung von Kies, welches kontinuierlich von den Bergen niederkommt, wäre eine ökologisch sinnvolle Tat, auch angesichts dessen, dass zur Zeit bei uns Kies aus dem Wallis und sogar Frankreich angeführt wird», begründeten sie ihren Vorstoss weiter.

60 Gesuche bewilligt

In seiner Antwort macht der Staatsrat deutlich, dass er das aktuelle Bewirtschaftungskonzept nicht ändern will. So ruft er in Erinnerung, dass die Materialgewinnung aus Fliessgewässern zu geschäftlichen Zwecken verboten ist. Die Baudirektion könne aber aufgrund von Gutachten zeitlich beschränkte Bewilligungen für eine Dauer von höchstens einem Jahr erteilen, wenn sie dem Schutz von Sachwerten, Bauwerken und Menschen dienen. Seit 1994 wurden laut Staatsrat rund 60 Gesuche bewilligt und dabei rund 96 000 Kubikmeter Material entnommen.

Ganzheitliches Konzept für die Ärgera

«Massnahmen zum Schutz vor Hochwasser, die das Gleichgewicht des Fliessgewässers missachten, schaffen mehr Probleme, als sie lösen», gibt der Staatsrat zu bedenken. Werde an einer bestimmten Stelle zu viel Kies ausgebeutet, habe dies für den gesamten Unterlauf negative Folgen. Weil der Bach oder Fluss dadurch weniger Energie beim Transportieren von Material verbraucht, sei die Erosionskraft des Unterlaufes entsprechend grösser. «Die Bauten entlang der Fliessgewässer – Sperren, Dämme usw. – könnten so ausgeschwemmt werden», führt der Freiburgische Staatsrat weiter aus.

Nach seinen Worten haben die staatlichen Dienststellen deshalb für die Fliessgewässer mit bedeutenden Geschiebefrachten, wie beispielsweise die Ärgera, ein ganzheitliches Bewirtschaftungskonzept definiert. «In diesen Konzepten sind die strategischen Punkte für die Materialentnahmen festgelegt. Für diese Orte schliesst der Staat mit den lokalen Behörden Vereinbarungen ab, um das Material dank eines einfachen Verfahrens entnehmen zu können, wenn es das vorgängig vereinbarte Niveau erreicht», erläutert die Kantonsregierung das Konzept weiter.

Neuer Ansatz

Der Staatsrat ist mit den beiden Grossräten einig, dass der Hochwasserschutz in erster Linie durch eine angebrachte Raumplanung gewährleistet werden kann, wie dies der Bund vorsieht. Auf diese Weise könne der Raumbedarf der Gewässer sichergestellt werden, wodurch oberhalb der zu schützenden Objekte Rückhalteräume und Abflusskorridore möglich werden, schreibt der Staatsrat in seiner Antwort. Oft müssten auch bauliche Massnahmen in das Schutzkonzept integriert werden.

Die Ufer revitalisieren

Der Staatsrat will mit dem gegenwärtig praktizierten Ausbau der Fliessgewässer den Raumbedarf sicherstellen und die Ufer revitalisieren. Zunehmen werden dabei seiner Meinung nach die Unterhaltsarbeiten – wie beispielsweise das Entfernen von Schwemmholz, die Pflege der Ufer und der Vegetation. Dabei erklärt die Kantonsregierung ihre Bereitschaft, den kantonalen Beitragssatz zu erhöhen, damit die Unterhaltsarbeiten gleich wie bauliche Arbeiten subventioniert werden.

Mehr zum Thema