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Kinderlähmung und ihre Spätfolgen

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Die langzeitlichen Folgen der Kinderlähmung (Polio) sind immer noch zu wenig untersucht. Dies auch, weil ein grosser Teil des Wissens über die Krankheit aufgrund ihrer relativ raschen Eindämmung verloren gegangen ist. Gab es 1952 schweizweit noch über 3000 Betroffene, so waren es 1993 schon deutlich unter 1000. Die Patienten werden immer älter, Neuerkrankungen gibt es kaum noch.

Nun hat die in Freiburg beheimatete Schweizerische Interessengemeinschaft für das Post-Polio-Syndrom (SIPS) zu ihrem 25-jährigen Bestehen eine Broschüre rund um dieses Thema und die damit verbundenen Schwierigkeiten erarbeitet.

Ermüdung und Schwäche

«Polio-Überlebende sind, auch in der Schweiz, Pioniere in Sachen Zugang zu Bildung und Arbeit oder Familiengründung», betont darin Hans-Peter Käsermann, Ausschussmitglied des SIPS-Vorstands. «Sie haben aber auch der nicht behinderten Welt die vielen Möglichkeiten eines Lebens mit Behinderung aufgezeigt.»

Dabei sind die gesundheitlichen Probleme, die die Kinderlähmung als Spätfolgen mit sich bringt, beträchtlich. 90 Prozent aller Betroffenen leiden an raschem Ermüden und Schwäche in den Polio-befallenen Muskeln, 85 Prozent an Muskel- und Gelenkschmerzen, 50 Prozent an Temperaturregulationsstörungen, 40 Prozent an Atemfunktionsstörungen und Auszehrung. 75 Prozent von ihnen haben Probleme beim Gehen, 70 Prozent beim Treppensteigen und 40 Prozent beim Ankleiden. Ausserdem zeigen viele Betroffene bei diversen Medikamenten ausgeprägtere Nebenwirkungen. In der Regel sollte die Medikamentendosis deshalb halbiert und die Erholungszeit nach einer Operation doppelt so lange berechnet werden.

Die Behandlung muss gemäss der SIPS immer individuell angepasst sein. Dazu gehört Physiotherapie ebenso wie Bewegungstherapie, Wärme- und Warmwasser-Therapie, Osteopathie oder ganzheitliche Atemtherapie. Primär soll die Muskulatur erhalten und nicht deren Aufbau erzwungen werden. Hilfsmittel wie Schienen, orthopädische Schuhe oder Rollstühle sollten zudem frühzeitig angepasst und Wohnungsanpassungen früh genug umgesetzt werden, um Folgeschäden zu verhindern oder abzuschwächen.

Ein Viertel aus der Romandie

Die SIPS bearbeitet zwischen 2000 und 3000 E-Mails pro Jahr. 55 bis 65 Prozent aller Anfragen stammen aus der Deutschschweiz, 20 bis 25 Prozent aus der Romandie, 10 Prozent aus den italienischen und rätoromanischen Landesteilen und 5 bis 10 Prozent aus dem Ausland.

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