Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Kitas sind heute politisch breit anerkannt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Als ich in den Neunzigerjahren berufstätige Mutter war, stiess ich oft auf Skepsis», erzählt Frieda Krebs, Gemeinderätin von Neuenegg. «Einige fragten sich, warum ich arbeiten gehe, wenn ich auch Kinder betreuen könnte.» Doch die Zeiten haben sich geändert: Heute wollen viele Gemeinden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. «Die Familien sollen ihr Modell frei wählen können», sagt Kathrin Sauter, Gemeinderätin in Schwarzenburg. Die familien­ergänzende Betreuung wird zunehmend zum Argument im Standortwettbewerb. «Ein gutes Angebot kann für eine junge Familie ein Argument sein, nach Schwarzenburg zu ziehen», sagt Sauter. Auch in Neuenegg sei die ausserfamiliäre Betreuung heute politisch unbestritten. «Und das, obwohl wir stark durch die SVP geprägt sind, die ja eher traditionelle Familienmodelle vertritt», sagt Frieda Krebs.

Teil der Wachstumsstrategie

Im Kanton Bern ist die familienergänzende Kinderbetreuung im kantonalen Familienkonzept sowie in der kantonalen Wachstumsstrategie festgeschrieben. Laut dem Familienkonzept fördert ein genügend grosses und differenziertes Angebot an familienergänzender Betreuung die Integration von Kindern in ein soziales Netz sowie die Chancengleichheit von Eltern und Kindern. «Weil die familienergänzende Betreuung zudem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördert, sorgt sie dafür, dass der Wirtschaft Fachkräfte zur Verfügung stehen», schreibt Inge Hubacher, Vorsteherin des kantonalen Sozial­amtes, auf Anfrage der FN. Detaillierte Zahlen zur Nutzung der familienergänzenden Betreuung hat der Kanton Bern zwar keine. Allerdings rechnen laut Hubacher städtische Gemeinden deutlich mehr Subventionen für die Betreuung von Vorschulkindern ab. Daraus lässt sich schliessen, dass in städtischen Gebieten mehr subventionierte Plätze zur Verfügung stehen und sie entsprechend auch mehr in Anspruch genommen werden. Das legt auch der letztjährige Familienbericht des Bundesamtes für Statistik nahe. Demnach nehmen in Grossstädten wie Bern 70 Prozent aller Familien familienergänzende Betreuung in Anspruch. Rund 54 Prozent aller Familien benützen dabei institutionelle Angebote wie Kitas oder Tageselternvereine. Im ländlichen Raum nehmen rund 55 Prozent aller Familien familienergänzende Kinder­betreuung in Anspruch. Rund 25 Prozent aller Familien setzen auf institutionelle Angebote. Die Werte der kleineren Städte liegen deutlich näher beim ländlichen Raum als bei den Zahlen der Grossstädte.

Kitas und Mittagstisch

In Schwarzenburg steht den Eltern von Vorschulkindern die Kita Calma zur Verfügung, in Laupen die Kita des Vereins Kibal, dem auch die Gemeinden Neuenegg, Ferenbalm, Mühleberg und Kriechenwil angeschlossen sind. In Neuenegg führt der Verein Kindersache zudem die Kitas SMS und Villa. Die Gemeinden und der Kanton entschädigen die Trägervereine für die subven­tionierten Plätze. Die Eltern beteiligen sich mit einkommensabhängigen Tarifen.

Schulkinder können in Schwarzenburg, Laupen und in Neuenegg die Tagesschule besuchen. Während Schwarzenburg die Module Frühbetreuung, Mittag und Nachmittag anbietet, beschränkt sich Neuenegg auf die Module Mittag und Nachmittag. «Für die Frühbetreuung hatten wir bislang zu wenig Nachfrage», sagt Gemeinderätin Frieda Krebs. Sollte die Nachfrage allerdings steigen, sei ein Ausbau durchaus denkbar. Weiter bieten der Verein Kibal in der Region Laupen sowie der Tagesfamilienverein Gantrisch die Betreuung von Vorschul- und Schulkindern durch Tageseltern an.

Weniger Bedarf

Keine Kindertagesstätten gibt es in Guggisberg, Ferenbalm, Kriechenwil und Münchenwiler. «Das könnten wir finanziell nicht stemmen», sagt Therese Neuhaus, Gemeindeschreiberin in Guggisberg. Gleichzeitig sei der Bedarf kleiner als in grossen Gemeinden: «Wir haben viele landwirtschaftliche Familien, in denen zum Beispiel noch die Grosseltern auf dem Hof leben.» Auch Familien ausserhalb der Landwirtschaft würden häufig private Lösungen suchen. Ähnlich argumentieren der Kriechenwiler Gemeindepräsident Simon Fankhauser und Luzia Stalder, Gemeinderätin in Ferenbalm. In Münchenwiler, Ferenbalm und Guggisberg gibt es Tagesschulangebote. Die Betreuung von Vorschulkindern decken Kriechenwil und Ferenbalm über den Verein Kibal in Laupen ab. Auch Eltern in Guggisberg und Münchenwiler nutzen das Angebot in den Nachbargemeinden.

Unklare Auswirkungen

Mehrere Gemeinden gehen davon aus, dass der Bedarf nach familienergänzender Betreuung in den nächsten Jahren steigen wird. Da stellt sich die Frage nach einem Ausbau des Betreuungsangebotes. Alexandra Dick, Sekretärin der Sozialkommission in Laupen, winkt ab: «Dafür ist im Moment nicht der richtige Zeitpunkt.» Denn bis im August 2019 stellt der Kanton Bern die Subventionierung der ausserfamiliä­ren Betreuung auf das System der Betreuungsgutscheine um (siehe Kasten). «Wir wissen noch überhaupt nicht, wie dieser Systemwechsel die Nachfrage beeinflusst», sagt Dick. Denn die Eltern könnten künftig die Betreuungseinrichtung frei wählen. Kinder aus Laupen könnten so zum Beispiel künftig Kitas in Neuenegg besuchen. «Wir müssen deshalb wohl erst Erfahrung mit diesem neuen System sammeln, bevor wir unser Angebot ausbauen.»

Finanzierung

Eltern erhalten Gutscheine für die Betreuung

Ab August 2019 arbeiten der Kanton Bern und die Gemeinden mit Betreuungsgutscheinen. Solche Gutscheine stellen die Gemeinden den Eltern in der Regel dann aus, wenn ihr Arbeitspensum genug hoch ist, ihr Einkommen nicht zu hoch ist und das Kind zur Zielgruppe der Kindertagesstätte oder der Tagesfamilie passt. Die Betreuungsorganisationen ziehen den Betrag des Gutscheins vom Elterntarif ab. Der Kanton Bern wiederum beteiligt sich über den interkommunalen Lastenausgleich. Mit der Systemänderung können Eltern die Betreuungseinrichtung frei wählen und sind nicht mehr an eine bestimmte Gemeinde gebunden. Private Organisationen werden zudem staatlichen Kitas gleichgestellt.

sos

Mehr zum Thema