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Klangskulpturen, Beats und Lärm

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Wenn das Freiburger Lautsprecherorchester, das Schweizer Museum für elektronische Musikinstrumente, das Label Strecke und das Konzertlokal Bad Bonn zusammen ein Festival veranstalten, dann bündeln sich die Kräfte der hiesigen Electro-Szene zu einer geballten Ladung von Beats und kreativem Lärm. Am Wochenende zog das Festival «Neue Deutliche Welle» nationale und internationale Klangtüftler und DJs nach Düdingen ins Bad Bonn.

Den Anfang machte am Freitagabend der gefeierte amerikanisch-australische Komponist und Modular-Pionier Keith Fullerton Whitman. Zwischen den Zuschauern stehend baute der Mann mit dem ellenlangen Bart seine Klangskulpturen aus Geräuschen, piepsenden Tönen und erratischen Soundflächen in den Raum. Seinem retro-futuristischen Mischpult entlockte der Ton-Alchemist sphärische Klänge, die den Hörer Richtung Kosmos davontragen. Dazu steckte er Kabel, drehte Regler, drückte Knöpfe – und verlor selbst nach über einer halben Stunde nie die Übersicht über seine chaotische Elektro-Klaviatur, die aus einem alten Star-Trek-Film stammen könnte.

Wesentlich zugänglicher und tanzbarer präsentierte sich im Anschluss das Duo Otto. Auf antiken elektronischen Orgeln spielten die beiden Musiker verträumte Melodien mit einer gehörigen Portion «Kraftwerk»-Flair und kombinierten dabei den Sound der 1970er-Jahre mit wunderbar monotonen Patterns aus dem 21. Jahrhundert.

Schweizer Tonexperimente

Der Samstagabend stand schliesslich ganz im Zeichen der Tonexperimente. Mit Musik hatte das nur noch peripher etwas zu tun. Dafür eröffneten sich den Besuchern neue Klangwelten. Sechs Schweizer Künstler nutzten das Bad Bonn als Spielwiese. Darunter etwa Arthur Holliger, der vor Ort Geräusche aufnahm, um sie anschliessend gleichsam telekinetisch mit seiner über einem Magnetfeld schwebenden Hand in einen immer dichter werdenden Loop einzuordnen. Das hatte schon fast etwas Magisches. Nicht weniger beeindruckend war der Auftritt von Peter Färber, der arrangierte Strassenaufnahmen in den Surround-Sound des Lautsprecherorchesters einspeiste und am Ende eine Apokalypse aus Lärm darüber ausbrechen liess. Und dann war da noch das Duo BUG mit seiner eigenwilligen Kombination aus psychotischem Schlagzeug und herrlich mäanderndem Synthesizer. Oder die Bielerin Rea Dubach, die mit einem ganzen Tisch aus Effektgeräten ihre Stimme dekonstruierte. Es gäbe hier noch viel zu schreiben, doch das muss ohnehin nicht gelesen, sondern erlebt werden.

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