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Klares Ja zum Landverkauf

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116 Bürgerinnen und Bürger waren am Freitag an der Gemeindeversammlung von Tentlingen, so viele wie schon lange nicht mehr. Nicht das Budget 2020 stand im Fokus (siehe Kasten), sondern das Traktandum «Landverkauf: Artikel 10, Äbnet». Dahinter steht das Projekt eines Investors, der auf der Wiese gegenüber dem Heim Linde eine Überbauung realisieren will, die 40 Wohnungen, einen Coop-Laden und weitere kleinere Ladenflächen beinhaltet. Die Gemeinde hatte vor zwei Wochen über das Projekt informiert; schon damals gab es kritische Fragen, aber auch zustimmende Voten.

Vor fünf Jahren angekündigt

So war es auch dieses Mal. Ammann Gerhard Liechti betonte, dass der Gemeinderat das Angebot des Investors als grosse Chance sieht, damit die Gemeinde zu einer Einkaufsmöglichkeit kommt. «Durch die Wohnungen kommt zusätzliches Steuervolumen nach Tentlingen.» Er widersprach den Aussagen eines Bürgers in einem FN-Leserbrief, wonach es in der Gemeinde bereits viele leer stehende Wohnungen gebe. Auch die Idee, den Platz für ein Pflegeheim freizuhalten, überzeugte ihn nicht. «Wir haben ein Heim in Giffers und würden niemals Subventionen für ein neues Heim erhalten.»

Vor allem habe er sich aber vom Vorwurf «betüpft» gefühlt, dass der Gemeinderat mit diesem Landgeschäft über die Köpfe der Bürger hinweg entscheide. Bereits als es um den Kauf des Sternen-Areals ging, habe der Gemeinderat angekündigt, für die Parzelle im Äbnet einen Käufer finden zu wollen, um so einen Teil der Ausgaben für den Sternen-Kauf zu kompensieren. «Wir im Gemeinderat machen nicht für uns Politik. Wir machen, was wir denken, was eine Mehrheit der Bevölkerung will.»

Sozialer Treffpunkt

Aus der Versammlung und von der Finanzkommission erhielt er für dieses Votum Unterstützung. «Ich bin dafür. Es ist eine Chance», sagte etwa eine Bürgerin, «wir vermögen es nicht, Land brachliegen zu lassen.» Eine andere sah die Wohnungen und den Laden als Möglichkeit für einen sozialen Treffpunkt.

Strategische Landreserve

Einige Bürger warnten davor, das Land überstürzt zu verkaufen. «Es ist in bester Lage; wenn es einmal weg ist, dann ist es weg.» Vielleicht hätten später einmal junge Unternehmen Interesse daran, in dieser Mischzone ein kleines Gewerbe aufzubauen, meinte ein Bürger. Er kritisierte auch die Art der geplanten Überbauung: «Ist es schön, auf diesem Platz so eine städtische Überbauung hineinzudrücken?» Auch ein anderer Bürger sprach sich klar dagegen aus. Er befürchtete, dass die Wohnungen von Zuzügern besetzt werden, die sich nicht integrieren, und plädierte dafür, die Parzelle als strategische Landreserve zu behalten. «Wenn wir sie in fünf Jahren trotzdem verkaufen, bekommen wir einen besseren Preis, es gibt ja genug Investoren.»

Eine deutliche Mehrheit wollte nicht abwarten: 91  Bürgerinnen und Bürger stimmten für den Landverkauf für 1,55  Millionen Franken, 19  sprachen sich dagegen aus.

Zahlen und Fakten

Budget 2020 mit einem Defizit

Die Gemeinde Tentlingen legt für 2020 einen Voranschlag mit einem Aufwandüberschuss von 133 000 Franken vor. Dies bei einem Gesamtaufwand von 4,84 Millionen und einem Ertrag von 4,71  Millionen Franken. Die Gemeinde rechnet mit Einkommenssteuern bei natürlichen Personen von rund 2,35 Millionen Franken. Die Mindereinnahmen durch die Steuerreform werden mit Ausgleichszahlungen des Kantons mehr oder weniger kompensiert. Die Bürgerinnen und Bürger haben den Voranschlag für die laufende Rechnung diskussionslos genehmigt. Die Investitionsrechnung sieht Nettoausgaben von 3,7 Millionen Franken vor. Die Gemeindeversammlung stimmte auch einem Kredit über 260 000 Franken für die Kanalisation bei der Oberlandstrasse zu.

Ausserschulische Betreuung

Erst einmal abwarten

Tentlingen und Giffers haben die Möglichkeiten einer neuen Kinderbetreuung vor und nach der Schule abgeklärt. Eine Bedarfsabklärung ergab, dass für gewisse Zeiten eine Nachfrage bestehe. Die Offerte des schweizweit tätigen Vereins «Pop e Poppa», der bereits die Kindertagesstätte führt, kommt für die Gemeinden derzeit aus finanziellen Gründen nicht infrage. Deshalb will der Gemeinderat abklären, ob es allenfalls eine regionale Lösung oder eine andere Trägerschaft gebe. Mitglieder des Elternvereins Giffers-Tentlingen machten sich für die Sache stark.

Zum Schluss verabschiedete Syndic Gerhard Liechti die langjährige Gemeindeschreiberin Marianne Jenny auf humorvolle Weise.

 

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