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Klärschlamm wird bald wieder verbrannt

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Was im Kanton Freiburg an Klärschlamm anfällt, wird seit Beginn dieses Jahres in eine Verbrennungsanlage nach Basel transportiert, die genügend Kapazitäten auch für den Freiburger Schlamm hat. Grund für diese Transporte sind dringend notwendig gewordene Sanierungsarbeiten an der Schlammverbrennungsanlage der Saidef in Posieux. Wie Direktor Albert Bachmann gegenüber den FN erklärt, hat die Saidef die Anlage im Februar stillgelegt. Mitte Juli dürften die Sanierungsarbeiten beendet sein, so dass die Schlammverbrennung ab Frühherbst wieder in Posieux erfolgen kann.

Die prekäre Lage der Schlammverbrennungsanlage wurde im letzten Jahr offensichtlich: Statt wie vorgesehen nach 20  Jahren wurde schon bei der Hälfte der Laufzeit eine Totalsanierung nötig. «Die Schwefelsäure im Klärschlamm hatte der Anlage zugesetzt. Diese war durchgerostet», so Bachmann. Nach einer Untersuchung wurden Sanierungskosten von über 6,5  Millionen Franken errechnet.

Vom Heizkessel bis zu Pumpen

Wie aus dem Geschäftsbericht 2017 der Saidef hervorgeht, umfasst die Sanierung verschiedene Elemente. So wird etwa ein neuer Heizkessel installiert, bei dem die Rauchgastemperatur geregelt und somit das Korrosionsrisiko durch Kondensation vermieden wird. Auch der Austausch eines Elektrofilters und das Auffangen des Schwefeldioxids reduzieren das Korrosionsrisiko. Dazu werden Schlammleitungen ausgetauscht und ein neues Transportkonzept eingeführt. Auch der Lagerraum für Schwefelsäure wird saniert. Überdies werden Pumpen ersetzt, Kanäle ausgetauscht und die Verbrennungslinien neu durch ein gemeinsames System mit der Kehrichtverbrennung überwacht.

Ein Rekordjahr

Diese umfangreichen Arbeiten erfolgen ohne Mehrkosten für Lieferanten und Aktionärsgemeinden. Bachmann weist darauf hin, dass 2017 für die Saidef ein Rekordjahr war, in dem 95 600 Tonnen verbrannt wurden. Bei einem Gesamtumsatz von über 27  Millionen Franken konnte die Saidef rund 2,5  Millionen Franken ausserordentliche Abschreibungen auf der Schlammverbrennungsanlage vornehmen.

Wie Bachmann an der Aktionärsversammlung vom Mittwoch bekannt gab, sind unterdessen die Probleme bei einem weiteren Sorgenkind gelöst. Die Schlackenaufbereitung wurde bisher stark durch die Präsenz nicht-brennbarer Stoffe wie Metalle in der Schlacke beeinträchtigt. Ein erster Separator zur Trennung dieser Stoffe erwies sich als ungeeignet. Dank einem neuen System seien die Mängel nun aber behoben, so Bachmann.

Mit Ausnahme der Sanierung zur Schlammverbrennung lief die Saidef somit in den letzten anderthalb Jahren fast ohne Unterbrüche. Die Effizienz konnte so gesteigert, die Produktion sowie der Verkauf von Strom und Wärme verbessert werden. Dadurch fällt auch die vom Preisüberwacher angeordnete Senkung der Preise für Kehrichtverarbeitung um 12 bis 13  Franken pro Tonne zwischen 2017 und 2019 viel weniger ins Gewicht.

Zahlen und Fakten

Ofen war über 90 Prozent ausgelastet

Die Kehrichtverbrennungsanlage Saidef AG hat 2017 einen Umsatz von 27,147  Millionen Franken erwirtschaftet. Das Nettobetriebsergebnis betrug 2,557  Millionen Franken, was einen Rekord bedeutet. Insgesamt wurden 92 329 Tonnen brennbare Abfälle angeliefert, dazu kamen 35 802 Tonnen Schlamm. Aus der Verbrennung hat die Saidef für 4,2  Millionen Franken elektrische Energie und Wärme verkauft. Die Anlage hat 1780 Tonnen Metalle zurückgewonnen, was 1,86  Prozent der gesamten verbrannten Abfälle entspricht. Es fielen 23 412 Tonnen oder 17,9 Prozent der verbrannten Tonnen an Rückständen an. Insgesamt war der Ofen während 8219 Stunden in Betrieb, was einer Auslastung von 93,8  Prozent entspricht. Der Ofen der Schlammverbrennungsanlage war 2017 total 8120 Stunden oder 92,7  Prozent der Jahresstunden im Betrieb. Einige Pannen verhinderten eine noch bessere Auslastung.

uh

Abschreibungspolitik

Saidef-Direktor reagiert auf Kritik der ARA Sensetal

An ihrer Delegiertenversammlung vom vergangenen Dienstag kritisierte die ARA Sensetal die Abschreibungspolitik der Saidef (siehe FN von gestern). Anstatt auf 40 Jahre schreibe sie ihre Anlagen auf 20 Jahre ab. Dadurch müsse die ARA Sensetal mehr für die Verbrennung des Klärschlamms in der Saidef zahlen, als dies anderswo der Fall wäre. Saidef-Direktor Albert Bachmann ist enttäuscht über die geäusserte Kritik. «Wir haben der ARA Sensetal erklärt, dass eine längere Abschreibungsdauer aufgrund der Anfälligkeit der Maschinen nicht möglich ist.» Er sei davon überzeugt, dass keine andere Verbrennungsanlage ihre Maschinen in einem Zeitraum von 40 Jahren abschreibe. «Die jetzt notwendig gewordene Totalsanierung gibt uns recht.»

rsa

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