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Kleine Schäden – viel Arbeit

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

In diesen Tagen ist ein Bagger damit beschäftigt, das Auffangbecken im Seeweidbach in Schwarzsee zu reinigen. Der Dauerregen der letzten Wochen hat viel Geröll angeschwemmt. Die Geschiebesammler sind voll und müssen geleert und allenfalls ersetzt werden. Sonst droht der Bach beim nächsten Gewitter überzulaufen. Dies ist nur eine von 110 Stellen im Sensebezirk, an denen es nach den starken Regengüssen zu Schäden gekommen ist. Etwa 100 davon sind im Senseoberland: Hangrutsche, beschädigte Alp- und Forststrassen, verstopfte oder übergelaufene Bäche, volle Schächte und Weiden, die teilweise abgerutscht und mit Kies bedeckt sind.

Drei Prioritäten

In den letzten Tagen waren Franz Thalmann und Roger Raemy vom Amt für Wald, Wild und Fischerei unterwegs, um die Schäden aufzunehmen und den Sanierungsbedarf in drei Prioritäten einzuteilen. Sofortmassnahmen werden dort getroffen, wo Gefahr besteht, dass sich der Schaden verschlimmert, oder wo Durchgänge nicht mehr passierbar sind. Andere Hangrutschungssanierungen an Wegen sowie Schacht- und Alpstrassenreinigungen haben zweite Priorität. Schäden an Weiden, wie Hangrutsche und Geschiebeablagerungen, sind in die dritte Kategorie eingeteilt.

Koordiniertes Vorgehen

Am Montag fand eine Koordinationssitzung zwischen Vertretern der Gemeinde Plaffeien, der vier Mehrzweckgenossenschaften sowie der kantonalen Ämter statt. Die Mehrzweckgenossenschaften sind im Senseoberland für den Unterhalt des Berglandes verantwortlich. Oskar Lötscher, Präsident der Mehrzweckgenossenschaft Schwyberg-Ättenberg, hat die Aufgabe übernommen, alle Sanierungsaufgaben zu koordinieren. Die Experten schätzen die Kosten auf 711 000 Franken (siehe auch Kasten).

«Das Problem ist, dass überall schon viele Maschinen im Einsatz sind, so dass nicht alles sofort gemacht werden kann», sagt Oskar Lötscher. Ziel von Willy Eyer, Forstingenieur und Verantwortlicher für Naturgefahren beim kantonalen Amt für Wald, Wild und Fischerei, ist es, dass der grösste Teil der Arbeiten bis Ende September ausgeführt ist.

Viel Handarbeit

Einen Teil der Arbeiten, wie das Reinigen von Querrinnen auf den Wegen und die Weidepflege, übernehmen die Hirten und Alpbesitzer. «Geröll von den Weiden zu räumen, ist mit viel Handarbeit verbunden», so Oskar Lötscher. Einige Anrisse könnten zwar planiert und das Wasser abgeführt werden. «Es kann aber Jahre dauern, bis sich die Weiden vom Schaden erholt haben, denn das weggeschwemmte Material kann nicht wieder zurückgebracht werden.» Die Alp Chüjers Stöck im Plasselbschlund hat es besonders getroffen, dort wurden 17 Rutsche registriert.

Die Präventionsarbeit der letzten Jahre greift

Trotz kleinerer Überschwemmungen und Erdrutsche ist der Kanton Freiburg in den letzten Wochen vor grösseren Schäden verschont geblieben. Experten führen dies auf Schutz- und Präventionsmassnahmen zurück, die in den letzten Jahren getätigt worden sind.

Regula Bur

So richtig lässt der Sommer immer noch auf sich warten. Doch wenigstens gibt es keinen Dauerregen mehr wie vom 10. auf den 11. August. «Die akute Gefährdung ist zurückgegangen», sagt Hugo Raetzo, Geologe der Sektion Rutschungen, Lawinen und Schutzwald beim Bundesamt für Umwelt. Alle Gefahren seien aber noch nicht gebannt. Rutschgebiete und Regionen, in denen das Wasser in grossen Tiefen vorkomme oder lange Wege zurücklegen müsse, bis es in Rutschgebieten ankomme, gelte es nach wie vor zu beobachten. «Dies sind aber Einzelfälle.»

Keine spontanen Rutsche

Das bestätigt Willy Eyer, Forstingenieur und Verantwortlicher für Naturgefahren beim kantonalen Amt für Wald, Wild und Fischerei. Die Gefahr von spontanen Rutschungen oder Überschwemmungen bestehe praktisch nur während intensiven Niederschlägen. «Es ist aber anzunehmen, dass die enormen Niederschlagsmengen der letzten Wochen grosse und tiefgründige Rutschungen aktivieren oder verstärken werden.» Dabei handle es sich aber um langsame Bewegungen, im Bereich Zentimeter bis Meter pro Jahr. «Diese stellen keine unmittelbare Gefahr für Menschen dar, sie gefährden aber beispielsweise Häuser und Strassen», so Eyer.

Obwohl im Kanton Freiburg vergleichsweise wenig Schäden entstanden sind, gibt es einige Orte, die nach zusätzlichen Massnahmen oder erhöhter Aufmerksamkeit verlangen. Die umfangreichsten Sanierungsmassnahmen werden im Raum Flamatt–Thörishaus realisiert, wo Mitte Juli ein Erdrutsch die Bahnlinie kurzzeitig unterbrach und insgesamt fünf neue Problemstellen entstanden sind. Für rund 600 000 Franken sichern die SBB nun die Böschung (die FN berichteten).

Im Auge behalten

Ins Rutschen gekommen ist ebenfalls ein Hang im Quartier Rufenen in Plaffeien. Kanton und Gemeinde wollten den Hang möglichst rasch sanieren, erklärt Willy Eyer. Weiter werde auch das Grossrutschgebiet Hohberg im Raum Schwarzsee im Auge behalten. Das im unteren Rutschbereich bebaute Gebiet befindet sich auf der Naturgefahrenkarte in einem Bereich mittlerer (blau) und erheblicher (rot) Gefährdung. Seit 1999 wird der ganze Rutschbereich mit Messungen überwacht. Im untersten, bebauten Bereich seien die Bewegungen im Millimeter-Bereich geblieben, sagt Eyer.

Im Falle des Hangrutsches im Bereich Kloster ist die Lage derzeit stabil: Die Sense konnte wie geplant umgeleitet werden. Die Hütte ist bis auf das Fundament abgebaut, wie Revierförster Franz Thalmann bestätigt. In Charmey, wo ein Bach über die Ufer getreten war, werden Schutzmassnahmen im Hang geprüft. Das weitere Vorgehen an der Bürglenstrasse vor der Galterenbrücke ist noch offen. «Bei dieser Rutschung scheint ein Zusammenhang mit einer Baustelle oberhalb des Hangs zu bestehen. Die entsprechenden Abklärungen durch die Stadt Freiburg sind hier im Gang, das braucht Zeit», erklärt Willy Eyer.

Von der Niederschlagsmenge her fielen die Regenfälle der letzten Wochen und der Dauerregen vom 10. auf den 11. August genauso heftig aus wie die Unwetter von 2003 oder 2005. Die vielen Schäden sind aber relativ gering. Dies führt Eyer auf die laufende Präventionsarbeit im Bereich der Raumplanung und auf viele Schutzmassnahmen zurück. Das könne man aber kaum beweisen. «Ich könnte bluffen und sagen, dass wir grösstenteils verschont geblieben sind, weil alle Akteure in der Prävention so tolle Arbeit leisten. Das wäre aber zu einfach; Naturschäden sind immer auch eine Verkettung verschiedener Umstände und Zufälligkeiten.» Trotzdem glaubt er, dass die Arbeit der letzten Jahrzehnte Früchte trägt, so vor allem auch die Massnahmen im Hochwasserschutz oder in Rutsch- und Steinschlaggebieten. Auch die Schutzwaldpflege sei wichtig, da Waldböden viel Niederschlag absorbieren könnten, erklärt Eyer.

Auch wenn wohl nie alle Gefahrengebiete vollständig erfasst sein werden, ist Hugo Raetzo von den Fortschritten überzeugt. «Wenn wir die Schwachstellen kennen, können wir auch etwas dagegen unternehmen.»

280 Millionen Franken investiere der Bund jährlich in Schutzmassnahmen. Dass die Massnahmen nicht immer genügten, sei vor allem den finanziellen und ökologischen Limiten zuzuschreiben. «Auf der technischen Seite liesse sich nämlich relativ viel machen. Ausser bei grossen Rutschhängen. Durch eine Entwässerung können wir die Entwicklung zwar verlangsamen, stoppen können wir sie aber nicht.» Und es stelle sich immer die Frage, wie viel man für den Schutz vor seltenen Ereignissen investieren wolle. «Denn Sicherheit hat ihren Preis.»

 

Auf vielen Alpweiden gab es Rutschungen. Bilder Corinne Aeberhard

Alpweiden: Zu wenig Futter

Oskar Lötscher, der auch Vizepräsident des Alpwirtschaftlichen Vereins des Kantons Freiburg ist, zeichnet kein gutes Bild des Freiburger Alpsommers. Bis Mitte Juli sei die Grasqualität auf den Weiden sehr gut gewesen. «Jetzt ist viel verdreckt.» Im Juli seien 400 Liter Regen gefallen, allein in den 24 Stunden vom 10. auf den 11. August rund 100 Liter, sagt er. «Das Gras wächst nicht mehr, auch weil die Temperatur in den Nächten unter zehn Grad fällt.»

Alpabzug bleibt

Er glaubt deshalb, dass viele Hirten ihren Alpsommer verkürzen müssen, weil zu wenig Futter vorhanden ist. «Einige werden schon in den ersten September-Tagen ins Tal ziehen.» Der grosse Alpabzug nach Plaffeien ist heuer auf den 27. September angesagt. «An diesem Datum halten wir fest», sagt Adolf Kaeser, Direktor von Schwarzsee Tourismus. Die Unterhaltung und die Infrastruktur seien organisiert, und die Bewilligungen habe man für dieses Datum erhalten. Der Alpabzug finde zudem immer am Wochenende nach dem Bettag fest, darauf habe man sich vor Jahren geeinigt. «Es ist immer schwierig zu wissen, ob es passt. Wir hatten auch schon die Situation, dass es Ende September noch viel Gras auf den Alpweiden gab und die Hirten länger blieben.»

Er verstehe aber die Probleme, die der verregnete Sommer den Hirten bereite. «Ich hoffe, dass wir trotzdem einen schönen Alpabzug feiern werden können.» im/mir

Zahlen und Fakten

Aufräumarbeiten werden subventioniert

Die Vertreter des Kantons nehmen die Schäden auf, dann entscheiden die Ämter, wie hoch die Subventionen für die Arbeiten ausfallen, beziehungsweise wie viele Restkosten für die betroffenen Gemeinden, Genossenschaften oder Privatbesitzer anfallen. Die Gesamtkosten für Sofortmassnahmen sowie für die Instandstellung und Sicherung der Schäden, die seit Juli im Sensebezirk entstanden sind, belaufen sich auf 711000 Franken. Davon entfallen rund 260000 Franken auf die vier Mehrzweckgenossenschaften im Berggebiet des Senseoberlandes, rund 150000 Franken auf die Gemeinde Plaffeien, etwa 160000 Franken auf den Staatsforstbetrieb für Schäden im Staatswaldgebiet und rund 135000 Franken auf andere Gemeinden. Die Arbeiten werden unter anderem aus den Fonds für Naturgefahren und für Forst sowie allenfalls aus dem Schweizerischen Elementarschadenfonds subventioniert.im

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