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Kleine Unternehmen sollen Energie sparen

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Autor: Marc Kipfer

Energie sparen, Ressourcen effizienter nutzen, Unternehmen nachhaltig weiterentwickeln: das ist es, was die Öffentlichkeit heute verlangt. Oft genügen ganz einfache und kostengünstige Massnahmen, um die Energieeffizienz zu steigern. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzen dieses Potenzial aber schlecht, wie eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt. Nur sehr wenige KMU senken ihren Energieverbrauch bereits systematisch mit gezielten Massnahmen.

Der Verein Standortent- wicklung Murtenseeregion möchte dies bei den KMU im Seebezirk ändern. Ein Vereinsmitglied, der Ökologe und Unternehmensberater Ueli Haldimann, plant ein entsprechendes Programm. Die beteiligten Unternehmer könnten an einem «KMU-Stammtisch» ihre Erfahrungen vergleichen, Experten würden ihnen konkrete Schritte aufzeigen und versuchen, die Unternehmen zu einem effizienten Einsatz von Energie und Ressourcen zu motivieren. Die Unternehmer könnten – freiwillig – verbindliche Ziele formulieren. Neben der Einsparung von Energiekosten steht als Lohn auch die Möglichkeit der Befreiung von der CO2-Abgabe zur Diskussion.

Es ist nichts Neues, das Haldimann anstösst. Das KMU-Programm, das ihm vorschwebt, wird zurzeit in mehreren Regionen der Schweiz verwirklicht (siehe Kasten).

Interesse ist vorhanden

Erste Zwischenziele hat Haldimann schon erreicht: Nationale, kantonale und regionale Stellen hat er kürzlich an einen Tisch gebracht, und diese haben seine Idee wohlwollend aufgenommen. Cleantech Freiburg und InnoReg – eine Institution der neuen Regionalpolitik des Kantons Freiburg – werden sich engagieren. Auch der Regionalverband See hat Interesse signalisiert.

«Das Potenzial ist gross», sagt Elisabeth Ruegsegger vom Regionalverband See. Momentan verfolgten allerdings mehrere Programme dasselbe Ziel, auch auf Kantonsebene laufe vieles an, sagt sie. Bezüglich des KMU-Programms seien nun Abklärungen am Laufen. Der Ball liege momentan bei Haldimann, der Regionalverband See warte ab, wie sich die Sache weiterentwickle.

Auch Sense- und Broyebezirk?

Bedenken hat Ruegsegger, was die Zahl der interessierten KMU angeht. Etwa zehn sollten sich zu Beginn beteiligen. «Überall können Unternehmer aber nicht mitmachen», sagt sie. «Meistens kümmert sich der Chef um solche Plattformen, und der ist oft schon an vielen Fronten engagiert», glaubt Ruegsegger. Um genügend KMU zu finden, die mitmachen, fände sie es besser, das Gebiet schon jetzt auf den Sensebezirk auszuweiten, vielleicht auch auf die Broye.

Noch keine KMU gesucht

Initiant Haldimann schliesst dies nicht aus. Zuerst gelte es jedoch, das Projekt weiter auszuarbeiten, Kontakte zu Seebezirkler KMU herzustellen und weitere Partner zu finden: etwa die Gemeinden, die Gewerbevereine von Murten und Kerzers oder das «Groupement des Industriels de Morat et Environs» (GIME). Sie alle sind bisher noch nicht einbezogen worden.

Beginnen soll das KMU-Programm schon im Frühling 2012. Es werde nicht möglich sein, dass er das Programm selber führe, betont Haldimann. Dies müssten Partner übernehmen, eben zum Beispiel der Regionalverband See. «Ich kann lediglich mein Know-how in der Steuerung solcher Prozesse einfliessen lassen, für die administrative Koordination fehlt mir leider die Zeit», erklärt er.

Das Projekt liegt Haldimann aber am Herzen. Es gehe ihm darum, in den KMU der Murtenseeregion das Bewusstsein für die Energie-Problematik zu fördern. «Unsere Region hinkt da, wie die ganze Westschweiz, ein wenig hinterher.»

Chance für Stadt Murten

Das KMU-Projekt, so es denn zustande kommt, könnte auch der Energiepolitik der Stadt Murten zugutekommen. Die Gemeinde klärt momentan ab, ob sie sich für das Label «Energiestadt» bewerben will und was dies erfordern würde. Laut Haldimann könnte Murten Punkte für das Label sammeln, wenn sie das KMU-Projekt unterstützt. Die Stadt werde aber erst kontaktiert, wenn die Planung weiter fortgeschritten sei, sagt Haldimann. Das Warten habe einen Grund: «Mit einem konkreten Projekt ist es einfacher, Partner zu finden, als wenn man nur mit einer Idee daherkommt.»

Industriezone Kerzers: KMU in der Murtenseeregion erhalten Hilfe beim Energiesparen.Bild Aldo Ellena/a

KMU-Programm: Grosse Einsparungen nach kurzer Zeit

Die regionalen KMU-Programme sind auf Initiative des Bundesamtes für Energie (BFE) entstanden. Koordiniert werden sie von der Öbu (Schweizerische Vereinigung für ökologisch bewusste Unternehmensführung). Lokale Partner haben die Möglichkeit, das Programm in ihrer Region umzusetzen. Sie werden finanziell unterstützt: Als Starthilfe gibt es bis zu 15000 Franken vom Bundesamt für Energie und der Klimastiftung Schweiz. Weiteres Geld könnte vom Kanton Freiburg kommen. Das KMU-Programm in der Murtenseeregion wäre das erste seiner Art im Kanton Freiburg. Sabina Döbeli von der Öbu ist zuversichtlich: «Es ist in dieser Region Potenzial vorhanden, es geht auch ohne eine grössere Stadt», glaubt sie. In ähnlichen Regionen sei das gleiche Projekt geplant, etwa in den Kantonen Aargau, Solothurn oder Tessin.

Erfolgreich ist ein solches KMU-Programm kürzlich in der Region St. Gallen und Gossau angelaufen, wie Döbeli erzählt. Seit dem Startschuss im Mai hätten die dort beteiligten KMU ihre Energiekosten im Schnitt bereits um 16 Prozent gesenkt, einzelne um 30 oder sogar 50 Prozent.mk

Energiebewusstsein fördern: Ueli Haldimann.Bild ae/a

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