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«Kleine Zeichen können viel bewirken»

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«Mithilfe Wanderweg­unterhalt, selber kochen und einkaufen, Tanznachmittag, Kaffee-und-Kuchen-Nachmittag für Austausch, Kinder hüten, Spielgruppe, Schülerpatrouille Primarschule Giffers». Diese und viele andere Ideen haben Besucherinnen und Besucher am Stand des Vereins «Flüchtlinge willkommen im Sensebezirk» am Tag der offenen Türen im Bundesasylzentrum Guglera auf Plakatwände geschrieben. Der Verein hatte an diesem Tag die Besucher eingeladen, Ideen für mögliche Aktivitäten mit den künftigen Bewohnern der Guglera zu notieren.

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Der Verein ist vor rund zwei Jahren gegründet worden und umfasst derzeit rund 150 Passivmitglieder, eine gemischte Gruppe aus jungen und älteren Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Der Verein ist konfessionell und politisch neutral. Er ist im Nachgang des legendären Informationsabends in Giffers entstanden, als bekannt wurde, dass das Institut St. Josef in der Guglera zu einem Bundesasylzentrum werden soll – was viele negative Reaktionen ausgelöst hat. «Wir wollten zeigen, dass nicht alle Senslerinnen und Sensler so fremdenfeindlich und populistisch eingestellt sind, wie das damals gegen aussen rüberkam», erklärt Vorstandsmitglied Magdalena Waeber. «Die Stimmung an diesem Abend, das ist nicht der Sensebezirk. Uns war es wichtig, zu zeigen, dass wir Sensler herzliche und gastfreundliche Leute sind.»

Ein Willkommensgruss

Bis die Details rund um das Asylzentrum Guglera bekannt geworden sind, war der Verein sozusagen in Warteposition. Seit klar ist, dass die Guglera als Ausreisezentrum Asylbewerber beherbergen wird, die höchstens drei Monate bleiben und das Land früher oder später wieder verlassen müssen, musste der Verein seinen ursprünglichen Zweck überdenken. «Es ist klar, dass unser Ziel nicht die Integration dieser Asylsuchenden in unsere Gesellschaft sein kann», so die 24-Jährige. Der Verein verstehe seinen Zweck aber etwas offener. «Wir möchten den Aufenthalt für die Asylbewerber in der Zeit, in der sie hier bei uns sind, menschlich und aushaltbar gestalten. Sie sollen sich als Menschen bei uns willkommen fühlen – egal, wie lange sie hier bleiben können.» Das entspreche auch dem Leitmotto des Vereins: Menschlichkeit und Offenheit vermitteln.

Zum Beispiel eine «Kaffee-Ecke»

Der Verein sei sich bewusst, dass es schwierig sein wird, in der kurzen Phase eines Aufenthalts und angesichts der vielen Wechsel eine Beziehung aufzubauen. «Doch es gibt auf jeden Fall Möglichkeiten, einzelne Kontakte zu knüpfen.» Eine Idee ist etwa eine «Kaffee-Ecke», die regelmässig stattfinden soll.

Der Verein ist Mitglied der Kontaktgruppe, in der unter anderem Vertreter der Gemeinden Rechthalten und Giffers, Polizei, Oberamtmann sowie Vertreter des Zentrums und der Bundesämter sind. «Wir haben uns darum bemüht, mit diesen Stellen in Kontakt zu kommen, um unser Anliegen zu deponieren», erklärt die Medienverantwortliche des Vereins. «Wir sehen uns als Verbindung zur Zivilgesellschaft und zur Bevölkerung, als Plattform für den Informationsaustausch.»

Magdalena Waeber ist sich bewusst, dass in Teilen der Bevölkerung Ängste vorhanden sind, beispielsweise, dass die Kriminalität zunimmt. «Diese Befürchtungen sind da und zum Teil auch verständlich. Sie können wohl erst entkräftet werden, wenn der Betrieb gut und reibungslos läuft.»

Bedürfnisse erspüren

Mittlerweile sei der Verein in dieser Runde als gleichwertiger Partner akzeptiert. Auf diese Weise würden auch die Informationen direkt fliessen. Auf diese Weise erhofft sich der Verein, konkrete Hinweise über die Bedürfnisse der Guglera-Bewohner in Erfahrung zu bringen und die Aktivitäten entsprechend zu koordinieren. «Wie diese konkret aussehen werden, ergibt sich erst, wenn die Bewohner da sind und der Betrieb angelaufen ist.» Klar sei für den Verein, dass er nicht das Gleiche anbieten wolle, was die Betreiberorganisation des Asylzentrums, die Firma ORS Service AG, bereits geplant habe. «Es soll eine Ergänzung sein, und es wird mit der Zentrumsleitung abgesprochen sein.» Eine sinnvolle Beschäftigung sei das Wichtigste. «Wer nichts zu tun hat, kommt auf seltsame Gedanken.»

Berührende Ideen

Am Tag der offenen Türen in der Guglera habe der Verein ausschliesslich positive Voten gehört. «Es war schön, zu sehen, wie offen viele Leute waren und wie viele Ideen auf den Plakaten notiert wurden, auch von Kindern und Jugendlichen. Berührend der Beitrag eines Kindes, das als Vorschlag «Farat faren» hingeschrieben hat. «Es sind genau diese kleinen Sachen, die viel bewirken können. Es braucht nicht riesige und komplizierte Projekte.»

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