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Kleinod am Pilgerweg nach Santiago

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Kleinod am Pilgerweg nach Santiago

Die Kapelle von Posat aus dem 17. Jahrhundert erstrahlt in neuem Glanz

Sie thront idyllisch oberhalb der Glâne und liegt am Pilgerweg nach Santiago de Compostela: Die 300 Jahre alte Kapelle von Posat, die behutsam renoviert worden ist und in der jetzt Musik erklingen soll.

Von IRMGARD LEHMANN

«Am Wochenende kommen bis zu 100 Menschen hierher», erzählt Bernard Eltschinger aus Posat voller Stolz. Pilgerer, Wanderer aus allen Gegenden der Schweiz. In Zukunft werden die Pilgerinnen und Pilger in der Marienkapelle den Stempel vorfinden, der bezeugt, dass der Jakobsweg auch begangen wurde.

Posat, ein verschlafener Ort mit 100 Einwohnern, hat tatsächlich Berühmtheit erlangt. Und das dank der Initiative tatkräftiger Bürger. Einer davon ist Bernard Eltschinger, Vize-Syndic von Farvagny-Posat. (Die beiden Gemeinden haben 1996 fusioniert.)

Kapelle gehört der Stiftung

Bernard Eltschinger, Verkaufschef von Beruf, ist Präsident der Stiftung, die zwecks der dritten Renovationsetappe vor zwei Jahren gegründet wurde.

Doch bereits Jahre zuvor hat die Gemeinde Posat erkannt, welchen Wert ihre Kapelle an der Wegstrecke des Pilgerpfades «Santiago de Compostela» hat. 1987 hat der Europarat den Abschnitt Freiburg-Altenryf-Posat als «1. Itinéraire culturel européen» bezeichnet.

Die fünfköpfige Stiftung hat die Kapelle von der Pfarrei mit dem Ziel, höhere Subventionen zu erhalten, zu einem symbolischen Preis gekauft.

Seit 20 Jahren am Werk

1980 wurde erstmals renoviert: Fassade und Dach. 1990 folgte der Chor. Eine Renovation, die durch das renommierte Atelier Nüssli, welches auch der Stiftskirche Einsiedeln zu neuem Glanz verholfen hat, ausgeführt wurde. Kostenpunkt 800 000 Franken. Und kürzlich wurde die dritte Renovationsetappe abgeschlossen, die einen reichen Malereischmuck im Schiff zum Vorschein brachte. Eine Renovation, die rund 700 000 Franken kostete und zu 50 Prozent durch Bundes- und Kantonssubventionen unterstützt wurde (historischer Bau von nationalem Interesse).

«Nebst Subventionen und dem Zuschuss der Loterie Romande erhielten wir zahlreiche Spenden», sagt Eltschinger. Innert kurzer Zeit (Spendenaufruf in der ganzen Schweiz) habe man den Restbetrag von 135 000 Franken aufbringen können.

Doch nicht nur die Kapelle zeugt vom Wirken der Jesuiten, sondern auch die benachbarte «Beiz» (siehe Kasten). Noch erinnert eine Tafel über dem Eingang an das einstige Kloster des Jesuitenordens.

Leinwandbilder verschwunden

Trotz allem fehlt in der Kapelle Wesentliches. Vierzehn gosse Leinwandbilder mit den Geheimnissen des Rosenkranzes, die im Chor und im Schiff hingen, sind in den 1920er Jahren aus der Kapelle entfernt und auseinander gerissen worden. Ein Rosenkranzzyklus, der laut Kulturgüterdienst der bedeutendste des Kantons Freiburg war.

Sechs der verschwundenen Bilder sind inzwischen in einem Museum in Rottweil (D) entdeckt worden. «Wer weiss, vielleicht können wir sie eines Tages zurückkaufen und gar die restlichen auffinden», bemerkt Eltschinger.

60 Tafeln im Besitz des Bistums

In der Kirche hingen ebenfalls über 60 Tafeln. Auch sie sind nicht mehr da, sondern gehören heute zur Sammlung der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg. Ist man auch daran interessiert? «Schon», meint Eltschinger, aber damit stelle sich die Frage der Sicherheit. «Wir möchten keine Kirche, die abgeschlossen werden muss.»
Von den Jesuiten errichtet

Die Kapelle Maria Heimsuchung von Posat haben die Jesuiten und Patres des Kollegiums St. Michael Freiburg in den Jahren 1677/78 bauen lassen. «Mit ihrer fast fensterlosen Hauptfassade aus Sandstein und ihrem dreieckigen Giebel wirkt die Kapelle wie eine verkleinerte Ausgabe der Kollegiumskirche, die zwischen 1604 und 1613 entstanden ist», schreibt der Kunsthistoriker Ivan Andrey, Mitarbeiter beim Kulturgüterdienst, in der Schrift «Restaurierung der Kapelle Posat».

Wandmalereien vom Rektor
des Kollegiums

Pater Melchior Salzmann, Rektor des Kollegiums, führte eigenhändig den Pinsel und überzog 1701 Gewölbe und Wände mit Dekorationsmalerei: Engelsköpfe, Fruchtgirlanden und Akanthuslaub in verschiedenen rötlich-braunen Tönen erinnern an Stukkaturen. «Bis heute kann im Kanton Freiburg», so Andrey, «kein anderes kirchliches Gebäude mit einem so ausgedehnten und so qualitätvollen Wandschmuck aus dem 17. Jahrhundert aufwarten.»

Musik in der Marienkapelle

Am 5. September soll die Kapelle offiziell eingeweiht werden. Doch vorerst finden zwei Konzerte statt.

Am 25. April steht die Uraufführung eines Musicals zum Jakobsweg von Jacques Trezzini auf dem Programm (wegen der begrenzten Platzzahl Zugang nur für Eingeladene). Mitte Mai wird der Geiger John Holloway Bach-Werke interpretieren. il

Das Musical wird am 24. April, um 20.00 Uhr, auch in der Kirche Farvagny aufgeführt. Violinrecital am 15./16. Mai in der Kapelle Posat; Anmeldung unter Tel. 079 345 23 67.

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