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Klimastreik erhält immer mehr Zulauf

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Wie schon im Ja­nuar und Februar, war auch dieses Mal die Stimmung unter den Jugendlichen auf dem Python-Platz heiss: «On est chaud, chaud, plus chaud que le climat», skandierten sie. Oder «Hopp, hopp, Klimawandel stopp!» Sie waren gekommen, um wie Tausende andere Jugendliche auf der ganzen Welt die Regierungen aufzufordern, endlich etwas gegen die menschgemachte Erderwärmung zu tun. 1500 Menschen konnten in der Stadt Freiburg mobilisiert werden, in Lausanne waren es 10 000 Personen, in Zürich haben sich gemäss den Organisatoren 12 000 Menschen am Klimastreik beteiligt.

«Es gibt nur eine Erde. Wenn wir nicht reagieren, wird es für die Menschen teuer. Wir fordern das Recht auf Existenz», rief ein Redner ins Mikrofon. Die Menge quittierte die Aussage johlend. «Der Klimawandel wurde schon viel zu lange ignoriert. Wir werden mit den Streiks nicht aufhören, bis wir eine Antwort haben.»

Eine andere Rednerin verwies darauf, dass mehr als 12 000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Schweiz, Deutschland und Öster­reich die Klimabewegung unterstützten. «Sie geben uns recht, es ist dringend», sagte sie. Die Wissenschaftler haben in ihrer Stellungnahme unter dem Titel «Scientists for Future» geschrieben: «Ohne tief greifenden und konsequenten Wandel ist die Zukunft in Gefahr.»

In allen Äusserungen am gestrigen Nachmittag wurde aber auch klar zum Ausdruck gebracht, dass der Kampf gegen den Klimawandel nicht zu gewinnen ist, wenn kein Wandel des Wirtschafts­systems stattfindet. Darum war auch in Freiburg der englische Slogan zu hören: «What do we want? Climate justice. When do we want it? Now!» Eine nachhaltige Welt setze zwingend eine globale soziale Gerechtigkeit voraus.

Die Demonstrierenden gingen anschliessend in die Hocke und verdeckten mit den Händen ihre Augen. Dies als Zeichen an die Politik, endlich aufzuwachen.

Sodann machten sie sich auf und zogen vom Python-Platz zur Uni Miséricorde und von da aus über die Lausannegasse zur Staatskanzlei, um schliesslich beim Rathausplatz ihre Kundgebung zu beenden. Neben den OS-Schülerinnen und Schülern, den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, den Berufsschülerinnen und Schülern schlossen sich auch viele Studentinnen und Studenten dem Demonstrationszug an sowie andere Sympathisanten. Zuweilen dürften es gegen 2000 Personen gewesen sein.

Angesprochen auf die Anliegen der Klimademonstrierenden meinte eine Autofahrerin zähneknirschend: «Ich nehme oft auch den Zug, aber es ist gut, wenn man hin und wieder durchgeschüttelt wird und einem ins Gewissen geredet wird.» Einen Mustangfahrer dagegen liess das Ganze kalt.

Viele anwesende Schülerinnen und Schüler glauben allerdings an die Klimabewegung, wie sie im Gespräch mit den FN erklärten. «Das Problem hört ja nicht plötzlich auf.» Viele hätten ihr tägliches Verhalten schon geändert, wie sie dieser Zeitung versicherten.

Internationaler Streik

Von der Protestwelle zur sozialen Bewegung?

Bereits seit Wochen wird immer wieder für den Klimaschutz demonstriert. Gestern nun erreichte «Fridays for Future» den vorläufigen Höhepunkt. Weltweit gingen Tausende Schülerinnen und Schüler in über hundert Ländern auf allen Kontinenten auf die Strasse. Die weltweite Konzertierung der Aktion auf einen Tag und die schiere Masse sind beeindruckend.

Von einer sozialen Bewegung könne man aber noch nicht sprechen, sagt Historikerin Christina Späti von der Universität Freiburg. Die Professorin forscht unter anderem zu sozialen Bewegungen. «Dafür ist die Protestwelle noch zu jung, und es fehlt die Kontinuität.»

Ein gemeinsames Thema

Dennoch seien bereits Elemente einer sozialen Bewegung erkennbar: Ein gemeinsames Thema und das Gefühl der kollektiven Identität, das durch das Verwenden gleicher Symbole und Slogans erzeugt wird.

Bewegungen seit 1968 global

Weltumspannende Protest- und soziale Bewegungen gab es erstmals 1968. Der Vietnamkrieg war das verbindende Thema. Daneben habe es aber auch länderspezifische Themen gegeben, wie das der autonomen Jugendzentren oder der Armee in der Schweiz, erklärt Späti weiter.

Aber auch schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert habe es internationale Protestbewegungen wie die Arbeiter- oder Frauenbewegungen gegeben, die Europa- und USA-weit stattgefunden hätten. Damals hätten sich die Anführer ebenfalls schon über den grossen Teich hinweg ausgetauscht, mittels Korrespondenz oder indem sie zueinander gereist seien.

Der Fernseher habe 1968 den Vietnamkrieg aber in die Stuben der Menschen gebracht, und das habe eine neue Dimension der sozialen Bewegungen ermöglicht. Und das Aufkommen der Sozialen Medien in den 2000er- und den 2010er Jahre mache nun eine noch grössere Ausweitung von Protest- und sozialen Bewegungen möglich.

Was kann der Klimastreik?

Gehen die Klimastreiks weiter und werden tatsächlich zu einer sozialen Bewegung, ist gemäss Christina Späti grundsätzlich festzuhalten: Soziale Bewegungen halten nicht ewig. «Entweder sie verlaufen sich oder sie institutionalisieren sich.» Denn ein weiteres Merkmal sei es, dass die soziale Bewegung eben nur lose organisiert ist, keine feste Struktur hat und man für das Mitmachen kein Parteibuch braucht. «Damit ihre Anliegen langfristig eine Chance haben, müssen sie von politischen Akteuren aufgenommen werden, oder die Bewegung muss sich zumindest teilweise institutionalisieren.» Möglich sei auch ein Aktivwerden via Referendum oder Initiative.

«Nicht jede soziale Bewegung hat Erfolg», stellt Späti klar. «Die Friedensbewegung zum Beispiel war wenig erfolgreich. Dies im Unterschied zur Frauenbewegung, die mehr bewirkt hat.»

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