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KMU haben es im Merlachfeld schwer

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

Buess, GM Bau, Elektronet und Optilan gehören zu jenen Murtner KMU, die ihre Zukunft im Quartier Merlachfeld planen und dort neue Gebäude errichten wollen. Sie waren oder sind momentan mit demselben Problem konfrontiert: Anwohner blockieren ihre Bauprojekte mit Einsprachen.

Diese Situation schilderte letzte Woche Thomas Bula (FDP) im Generalrat. Im Namen seiner Fraktion sagte er: «Da wollen KMU in Murten zonenkonform in neue, bessere und umweltverträglichere Betriebe investieren und werden durch massive Einsprachen darin behindert.» Das relativ junge Merlachfeld-Quartier bestehe aus einer Wohnzone und einer Zone für Gewerbebetriebe. Das hätten die Anwohner gewusst, als sie dorthin gezogen seien.

Fall vor Kantonsgericht

Urs Luginbühl wohnt direkt neben dieser Aktivitätszone. Die Murtner Bauverwaltung halte sich nicht an den Quartierplan, moniert er. Im Merlachfeld sei stilles Gewerbe vorgesehen. Luginbühl stört sich vor allem am aktuellen Bauprojekt der Firma Buess, gegen das er Einsprache eingereicht hat. Buess betreibe kein stilles Gewerbe, lautet sein Haupteinwand. Die Steinbildhauer- und Natursteinwerkstatt sei mit lauten Maschinen und Lastwagenverkehr verbunden. Der Firma seien zwar zusätzliche Auflagen gemacht worden. «Ein solches Gewerbe wird aber auch durch Lärmschutzmassnahmen nicht leise», glaubt Luginbühl.

Weil die Gemeinde, der Kanton und auch das Oberamt das Projekt als zonenkonform bezeichneten, hat Luginbühl den Fall ans Kantonsgericht weitergezogen. Dort hat er eher schlechte Chancen, wie eine erste Antwort des Gerichts zeigt. Was ein stilles Gewerbe sei und was nicht, sei bisher von keiner Stelle beantwortet worden, bemängelt Luginbühl. Die Frage werde wie eine heisse Kartoffel weitergereicht.

Was die hartnäckige Gegenwehr für die KMU bedeutet, weiss Manfred Meyer. Der Geschäftsführer der Firma GM Bau hat die Probleme im Merlachfeld mehrmals selber erlebt. Seine Firma stellte im Sommer 2007 ein Baugesuch für einen neuen Werkhof. Durch Einsprachen wurde das Projekt verzögert und verteuert, wie Meyer sagt: «Obwohl wir kaum Lärm produzieren, mussten wir ein Lärmgutachten abliefern, das über 10000 Franken kostete.» Am Schluss habe die Firma den Werkhof genau so bauen können wie von Anfang an geplant.

Über ein Jahr gewartet

Ähnlich sei es nun bei der Firma Buess. GM Bau wird dieses Projekt ausführen. «Von der Baueingabe bis zur Baubewilligung ist ein gutes Jahr verstrichen», bedauert Meyer. Im Normalfall rechne man mit wenigen Monaten. «Die Behörden sollten Einsprachen, die nicht korrekt sind, möglichst zügig bearbeiten», findet er.

Auch die Firma Buess musste zusätzliche Auflagen erfüllen, was den Lärmschutz betrifft. Weil das Oberamt vor Weihnachten die Baubewilligung erteilt hat, kann nun gebaut werden. Allerdings auf eigenes Risiko der Firma, weil der Fall noch hängig ist.

Der Murtner Bauverwalter Stefan Portmann sagt, wenn eine Aktivitätszone nahe an eine Wohnzone herankomme, werde es sehr oft heikel. Ob dies für das Merlachfeld besonders zutreffe, will er nicht kommentieren. Für eine Stellungnahme zum Vorwurf, die Bauverwaltung halte sich bei Baugesuchen nicht an den Quartierplan, war Portmann gestern nicht erreichbar.

Heikle Nachbarschaft: Im Merlachfeld grenzen Aktivitätszone und Wohnzone aneinander.Bild Corinne Aeberhard

Einsprachen: Firmen könnten in Nachbargemeinden abwandern

Die FDP-Generalratsfraktion verlangt vom Murtner Gemeinderat, dass dieser die Situation im Merlachfeld (siehe Haupttext) aktiv mitverfolgt. Wie ihr Sprecher Thomas Bula letzte Woche sagte, befürchten die Freisinnigen eine Abwanderung von einheimischen Gewerbebetrieben: «Wenn es für KMU zu schwierig wird, in solchen Quartieren neue Standorte zu bauen, könnten sich einige von ihnen in den Nachbargemeinden niederlassen.» Die Gemeinde Murten solle darum schlichtend eingreifen, so Bula.

Die Gemeinde prüfe bereits heute in jedem Fall, ob eine Einspracheverhandlung aussichtsreich sei, sagt Gemeinderätin Ursula Schneider Schüttel. Wenn ja, werde eine solche durchgeführt. Am Anfang eines Bauverfahrens sei es manchmal möglich, die Anwohner zu einem Rückzug ihrer Einsprachen zu überreden. Die Chancen seien dann noch bedeutend grösser, als wenn die Situation bereits fortgeschritten sei, wie etwa im aktuellen Fall Buess.

Dass Firmen aus Murten wegziehen könnten, bestätigt Manfred Meyer von GM Bau. «Wenn wir gewusst hätten, wie mühsam es im Merlachfeld ist, hätten wir für unseren Werkhof sehr wahrscheinlich anderswo Land gekauft», sagt er. «Zum Beispiel auf der anderen Strassenseite, in der Gemeinde Courgevaux.»mk

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