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Knochen und ihre Geheimnisse

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«Ein menschliches Skelett wird gefunden. Wer war diese Person? Wie war ihre Lebensgeschichte?», fragt Archäologin Sophie Bärtschi Delbarre, welche die aktuelle Ausstellung im Römermuseum Avenches mitkuratiert hat. Unter dem Motto «Die Spezialisten in Aventicum» untersuchten fünf Experten interdisziplinär das Leben in Avenches zur Römerzeit mit modernsten Methoden und Technologien.

Das Herzstück der Ausstellung bilden vier Skelette. «Es sind menschliche Überreste, und doch erzählen sie vom Leben», sagt Co-Kuratorin Chryssa Bourbou. Die Bioarchäologin von der Universität Freiburg und dem griechischen Kulturministerium ist eine der fünf Expertinnen und Experten, welche das Leben und die Umwelt der Römer in Aventicum aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet haben. Bourbou war für die Analyse der menschlichen Knochen zuständig. Wichtig ist den Ausstellungsmachern der respektvolle Umgang mit den Verstorbenen. «Es soll kein Kuriositätenkabinett sein», betont Szenograf René Walker.

Lebenserwartung: 50 Jahre

An verschiedenen Stationen erfahren die Besucher mehr über die Ernährungsgewohnheiten, Krankheiten oder Unfälle, welche die Toten hatten. Ebenso können sie die Abnutzungserscheinungen an den Knochen sehen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf das Leben der Verstorbenen ziehen. Rund 70 Prozent der Neugeborenen starben bei der Geburt oder kurz danach. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug zwischen 40 und 50 Jahren. Viele Menschen starben am Sumpffieber, vor allem Mütter und Kinder.

«Wir wollen ihnen ein Gesicht geben», so Sophie Bärtschi Delbarre. Besonders fällt das Skelett eines gross gewachsenen, etwa 20 bis 30 Jahre alten Mannes auf. Er lebte im zweiten Jahrhundert nach Christus. «Wir nennen ihn den ‹Taucher›», sagt Chryssa Bourbou. Der Grund: Der Tote weist Knochenwucherungen im Gehörgang auf. Diese entstehen, wenn die Ohren regelmässig in Kontakt mit Wasser oder kalter Luft sind. «Sie werden auch heute häufig bei Patienten festgestellt, die Wassersport betreiben.» Die Analyse ergab, dass der Mann neben den üblichen Nahrungsmitteln auch Süsswasserfisch konsumierte. «Vermutlich war er Fischer oder Taucher.» Gefunden wurde der Tote auf dem Friedhof «En Champlix» in Richtung Murten.

Die Biografie des «Tauchers» ist nur eines der Beispiele, die vom Leben in Aventicum erzählen. Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich der Ernährung. Die Bevölkerung ass vor allem Getreide und Vieh. Manche konsumierten zusätzlich Süsswasserfisch oder das im Alten Rom beliebte Schweinefleisch. Erstaunlich: Sogar Meerfisch wurde importiert.

Die zweisprachige Ausstellung im Römermuseum in Avenches ist bis September 2021 geöffnet.

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