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Koloss erst im Schlussgang gefordert

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Koloss erst im Schlussgang gefordert

Favorit Christian Stucki gewann Schwarzsee-Schwinget

Kurz vor Ende der zwölf Minuten setzte sich der 19-jährige Berner Christian Stucki gegen den Innerschweizer Adrian Laimbacher durch. Der Schlussgang verlief lange unspektakulär, weil Stucki ein Gestellter genügt hätte.

GUIDO BIELMANN (Text)
CHARLES ELLENA (Bilder)

Christian Stucki ist zurzeit der auffälligste Athlet in der Schweizer Schwingerszene. Mit seinen 197 cm Grösse und 138 kg Gewicht fällt der Koloss aus Diessbach (BE) auf dem Schwingplatz auf wie kein anderer. Nach seinen Siegen an zwei diesjährigen Kranzfesten, dem Südwestschweizerischen und dem Oberaargauischen, trat er in Schwarzsee als Favorit an, und dem wurde er vollauf gerecht. Er war der einzige, der die ersten fünf Gänge alle gewonnen hatte.

Stucki führt 3:1 in der Bilanz

Im Schlussgang passierte zunächst lange nichts. Es war Adrian Laimbacher, der etliche Male zog, weil er unbedingt gewinnen musste, um den Festsieg zu erlangen. Beim siebten Zusammengreifen landete Laimbacher seitlich, beim neunten setzte er einen Kurz an, und Stucki konterte erfolgreich – beide Schwinger lagen nebeneinander ausgestreckt auf dem Rücken und holten erst einmal Luft.

Die Bilanz zwischen den beiden lautet nun 3:1 für Stucki, der meinte: «Im Vorjahr habe ich gegen Adrian hier gewonnen. Aber dieses Mal war es viel härter, weil es länger dauerte und intensiver war. In den ersten
fünf Gängen ging es aber ziemlich leicht.»
Christian Stucki gerät nun immer mehr ins Zentrum der Diskussionen um den Titel des Schwingerkönigs Ende August in Luzern: «Vor drei Jahren in Nyon bin ich nach drei Gängen ausgeschieden. Ich denke jetzt nicht an den Königstitel, ich will den Kranz. Ich will unbelastet in Luzern antreten können.
Adrian Laimbacher ist nun 28facher Kranzgewinner. In Schwarzsee gewann er seinen ersten. Im Vorjahr schied er nach vier Gängen aus.
Schwarzsee-Schwinget

Das Duboise im Ersten: Der Schwarzsee-Schwinget begann gleich mit einem Knaller: mit dem Aufeinandertreffen von zwei Hünen, zwischem dem Berner Christian Stucki (197 cm, 138 kg), dem Sieger des Südwestschweizerischen, und dem Innerschweizer Martin Grab (195 cm und 115 kg), dem Schlussgangverlierer vom Vorjahr in Schwarzsee. Der Kampfrichter, in bester Sichtposition gab den Sieg für Stucki, obwohl Grab für die Hälfte der Zuschauer gut sichtbar niemals auf dem Rücken gelegen hatte.
Der erste Höhepunkt: Im Weiteren stellten im ersten Gang Hans-Peter Pellet und Roger Brügger. Der Kampf war der erste, schwingerische Höhepunkt des Festes, trotz des Gestellten.
Sieger 2003 verlor: Der zweite Gang verlief ziemlich unspektakulär. Die Favoriten setzten sich durch, so auch Stucki, Brügger, Pellet und der Saanebezirkler Benoît Kolly. Vorjahressieger Daniel Odermatt, der damals mit dem Punktemaximum als Festsieger hervorging, verlor im zweiten Gang gegen den Berner Res Hadorn. Odermatt musste auch im vierten Gang gegen Wüthrich als Verlierer aus dem Ring; er war damit definitiv «weg vom Fenster».
Beide auf dem Rücken: Ein Kampfende der seltenen Art gab es im dritten Gang zwischen Roger Brügger (Rubigen) und Andi Imhof (Bürglen). Brügger zog an. Die beiden Athleten gerieten am Boden ins Rollen. Imhof landete dabei auf dem Rücken, aber gleich im Fortlauf des Schwungs war auch Brügger auf dem Rücken und hatte am Ende mehr Sägemehl am Hemd. Aber Imhof war als erster am Boden gewesen.
Zbindens Enttäuschung: Mit einem Sieg im sechsten Gang hätte Stefan Zbinden in Schwarzsee den Kranz gewinnen können. Aber er verlor bei einem Konter seines Gegners. Zbindens Enttäuschung war so gross, dass er geradewegs, ohne Kommentar in die Kabinen marschierte.
Die Jungen: Im vierten Gang gab es einen schönen Sieg des Nachwuchsschwingers Joël Niederberger (Plaffeien); er bezwang Dominique Pharisa (Greyerz), der eine Woche zuvor am Südwestschweizerischen den Kranz gewonnen hatte. Ebenfalls einen sehenswerten Sieg zeigte Christoph Overney (Plaffeien) gegen Alfred Graber. Im vierten Gang war Joël Hirschi (Kerzers) an der Reihe, als er Stefan Grossen packte.
Der schönste Gang: Nicht einer der Spitzenschwinger, sondern Frédéric Berset (Nant) gelang dies. Er schlug im fünften Gang Mathias Siegenthaler mit einer perfekten Souplesse, dem Schwung, bei welchem der Schwinger hinten über fliegt und den Gegner über sich wirft. Siegenthaler lag für eine Sekunde platt auf dem Rücken. Aber der Kampfrichter sah es nicht. Überhaupt gab es gestern in Schwarzsee etliche, auffällige Fehlentscheidungen. bi
Schwarzsee-Schwinget

Die Rangliste:

Schwarzsee-Schwinget. 120 Schwinger und 2400 Zuschauer. Schlussgang: Christian Stucki (Diessbach) s. Adrian Laimbacher (Steinerberg) nach 11:40 Minuten mit Gammen. Schlussrangliste: 1. Christian Stucki (Diessbach) 59,25 Punkte; 2. Hans-Peter Pellet (Brünisried) 57,75; 3. Adrian Laimbacher (Steinerberg) 57,25; 4. Reto Bangerter (Seedorf), Peter Imfeld (Lungern), Thomas Sempach (Heimenschwand), Peter Zurfluh (Nottwil), Markus Bolz (Dieterswil) je 57; 5. Thomas Flück (Brünigen), Matthias Siegenthaler (Fankhaus), Jörg Stadelmann (Romoos) 56,75; 6. Hansruedi Lauper (Gasel), Leo Betschart (Muotathal), Daniel Siegenthaler (Wasen), Bernhard Wüthrich (Trub), Roger Brügger (Rubigen), Benoît Kolly (Le Mouret), Stefan Muff (Rickenbach), Christian Schlüchter (Konolfingen) 56,50. – Ferner ohne Kranz u. a.: 7. Heinz Stettler (Wangen) 56,25; 8. Michael Nydegger (Oberschrot) 56; 9. Stéphane Pharisa (Estavannens) 55,75; 11. Stefan Zbinden (Plasselb), Jean-Claude Portmann (Oberschrot), Laurent Gachet (Charmey) 55,25; 12. Vincent Bapst (Granges-Paccot) 55.

Die Gänge der Besten:

1. Christian Stucki (Diessbach) 59,25: + Martin Grab 10; + Leo Betschart 9,75; + Bernhard Wüthrich 10; + Bruno Dober 9,75; + Peter Zurfluh 9,75; + Adrian Laimbacher 10.
2. Hans-Peter Pellet (Brünisried) 57,75: – Roger Brügger 8,75; + Daniel Siegenthaler 9,75; + Martin Haldimann 9,75; + Reto Bangerter 9,75; + Andi Imhof 9,75; + Leo Betschart 10.
3. Adrian Laimbacher (Steinerberg) 57,25: – Res Hadorn 8,75; + Reto Schmid 10; + Thomas Flück 10; + Matthias Siegenthaler 9,75; + Bernhard Wüthrich 10; o Christian Stucki 8,75.
6f. Benoît Kolly (Le Mouret) 56,50: + Franz Föhn 9,75; – Martin Haldimann 9; + Konrad Krummenacher 9,75; – Peter Zurbrügg 9; – Roger Brügger 9; + Stefan Grossen 10.
8. Michael Nydegger (Oberschrot) 56: – Bruno Linggi 9; o Markus Bolz 8,75; o Simon Luginbühl 8,50; + Pascal Mariéthoz 9,75; + Stéphane Pharisa 10; + Markus Haldimann 10.
11c. Stefan Zbinden (Plasselb) 55,25: o Thomas Sempach 8,50; + Thomas Oester 9,75; + Hansueli Tschiemer 10; – Christian Pauli 8,75; + Daniel Siegenthaler 9,75; o Matthias Siegenthaler 8,50.
11d. Jean-Claude Portmann (Oberschrot) 55,25: o Daniel Odermatt 8,50; + Simon Fankhauser 9,75; o Leo Betschart 8,50; + Claude Gugelmann 9,75; + Urs Hodel 10; o Daniel Siegenthaler 8,75.
Steinstossen. Spitzfluh-Stein (56,5 kg): 1. Markus Maire (Plaffeien) 4,54 m; 2. Daniel Bächler (Plaffeien) 3,80; 3. Werner Christen (Stans) und Daniel Schmocker (Thierachern) 3,62; 5. Erwin Bielmann (Plasselb) 3,48; 6. Erich Zbinden (Rechthalten) 3,33; 7. Florian Piller (Oberschrot) 3,32. – 12 klassiert. Kaiseregg-Stein (20 kg): 1. Daniel Schmocker (Thierachern) 6,24; 2. Thomas Beeler (Flüelen) 5,95; 33. Daniel Bächler

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