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Kommerz, Kunst und Zeitgeist

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es auf das Cover der «Vogue» zu schaffen, ist der Ritterschlag für jedes Model. Wer es in der Modewelt zu etwas bringen will, kommt nicht an der «Vogue» vorbei. Anna Wintour, die Chefredaktorin der US-«Vogue», gilt als die einflussreichste Frau der Branche. Und Modefotografen, die für die «Vogue» arbeiten, zählen zur Avantgarde ihres Fachs.

Die Wirkung des Magazins reicht zurück ins frühe 20. Jahrhundert. Sein Aufstieg begann, nachdem der New Yorker Verleger Condé Montrose Nast (1873–1942) es gekauft hatte. Nast, der nicht nur Publizist, sondern auch ein visionärer Geschäftsmann war, nutzte das Potenzial der aufkommenden Modefotografie wie kein anderer. Er setzte auf die Wirkung des Bildes und liess Fotografen wie Edward Steichen, Georg Hoyningen-Huene, Cecil Beaton oder Toni Frissell, eine der wenigen Frauen in der Branche, für sich arbeiten.

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich in den Archiven des Condé-Nast-Verlags in New York, London, Paris und Mailand Millionen von Fotos und Dias angesammelt, eine einzigartige Dokumentation über hundert Jahre Modefotografie. Jetzt hat der Verlag erstmals seine Archive geöffnet und aus den besten Vintage-Prints und Originalausgaben eine Ausstellung gemacht. Unter dem Titel «Zeitlos schön» ist diese derzeit im Museum Bellerive in Zürich zu sehen. Chronologisch geordnet und verteilt auf fünf Säle, präsentiert die von Nathalie Herschdorfer kuratierte Schau einen Überblick von seltenen Beispielen aus den Anfängen der Modefotografie bis zu den spektakulärsten Werken der Gegenwart.

Neu und doch nicht neu

Beim Betrachten der Bilder wird klar, wie passend der Titel «Zeitlos schön» ist. Zwar ist die Modebranche per Definition schnelllebig und vergänglich: Jede Saison bringt neue Trends hervor, die Designer übertrumpfen sich gegenseitig, die Kundschaft stürzt sich auf die Neuheiten, und hinter allem steckt eine gigantische Werbe- und Verkaufsmaschinerie. Und doch zeugen die Fotos in der Ausstellung nicht nur von den Mechanismen der Modeindustrie, sondern auch von Kreativität, Zeitgeist und Lebensgefühl. Und die Betrachtung aus der Distanz zeigt, dass Modetrends gar nicht so vergänglich sind. Magermodels? Gab es schon in den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Das Spiel mit Androgynität? Beherrschte der Fotograf Helmut Newton bereits in den Sechziger- und Siebzigerjahren. Provokative Dekadenz und schrille Exzesse? Kennen wir aus den Achtziger- und Neunzigerjahren, der grossen Zeit von Supermodels wie Claudia Schiffer, Cindy Crawford und Naomi Campbell.

Dennoch erfinden sich Mode und Modefotografie immer wieder neu, und Konsumenten und Medien spielen das Spiel gerne mit. Ein Moment des Innehaltens kann da nicht schaden–zum Beispiel in der Ausstellung «Zeitlos schön».

Museum Bellerive,Höschgasse 3, Zürich. Bis zum 19. Oktober. Di. bis So. 10 bis 17 Uhr, Do. 10 bis 20 Uhr.

Sebastian Kim, «Teen Vogue», Januar 2011.Bild Sebastian Kim, zvgDeborah Turbeville, «American Vogue», Mai 1975. Bild Condé Nast, zvgPeter Lindbergh, «Vogue Italia», März 1989. Bild Peter Lindbergh, zvgNorman Parkinson, «Glamour», Oktober 1949. Bild Norman Parkinson, zvg

Zahlen und Fakten

Das Verlagshaus Condé Nast

1909 hat der New Yorker Publizist Condé Montrose Nast den Condé-Nast-Verlag gegründet. Den Grundstein seines Erfolgs legte er mit dem Kauf des 1892 gegründeten Magazins «Vogue». Dieses erscheint heute in über 20 Ländern. Zu Condé Nast gehören zahlreiche weitere Titel, darunter «Vanity Fair», «Glamour» und «GQ». Mit all seinen Produkten erreicht der Verlag rund 164 Millionen Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt.cs

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