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«Konflikte unter Architekten sind normal»

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Autor: Nicole Jegerlehner

«Konflikte unter Architekten sind normal, das sieht man auch an anderen Ausbildungsstätten.» Michel Rast, Direktor der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg, räumt aber ein, dass am Studiengang für Architektur einiges aus dem Ruder gelaufen ist: Der Konflikt unter den Dozenten war so heftig, dass eine Mediation nötig wurde.

Der Masterstudiengang Architektur an der Hochschule ist noch jung. Der bisherige Studiengangleiter Pieter Veerstegh baute das Masterstudium auf. Von Beginn weg übten einige Dozenten scharfe Kritik: Die Master-Ausbildung sei zu intellektuell, zu stark auf psychologische und soziale Fragen ausgerichtet – die Nähe zu den Bauplänen fehle. Doch der Master-Studiengang wurde akkreditiert.

Streik der Studierenden

Das stoppte die Kritiker nicht. Im Herbst 2008 griffen einige Dozenten in einen Brief an die Direktion das Master und Versteegh an; der Inhalt des Briefs blieb bis im Dezember geheim. Und bis heute kennt nur die Direktion die Namen der Briefschreiber. Versteegh selber sagte immer wieder, dass die administrativen Aufgaben, die er zu bewältigen habe, viel zu umfangreich seien.

Vor den Weihnachtsferien 2008 wurde bekannt, dass die Direktion am Ende der Probezeit den Vertrag des Studiengangleiters nicht – wie eigentlich vorgesehen – bestätigen wolle. Einige Dozierende wehrten sich dagegen, die Studierenden streikten (die FN berichteten). Daraufhin verlängerte die Direktion Versteeghs Probezeit um ein Jahr.

Die Stimmung an der Hochschule hatte unter den verschiedenen Anschuldigungen jedoch gelitten. Unter den Dozierenden bildeten sich zwei klare Lager: Die einen waren für, die anderen gegen den Studiengangleiter. Die Differenzen und Spannungen wurden so gross, dass von Januar bis Sommer letzten Jahres eine Mediation nötig wurde. Während der Mediation wurden die Pflichten des Studiengangleiters analysiert. Dabei zeigte sich: Er ist tatsächlich administrativ überlastet. Versteegh wurde eine zweite Person zur Seite gestellt, welche sich mit ihm um das Administrative kümmerte. Doch offensichtlich waren die Aufgaben auch für beide zu viel: Versteeghs Assistent wurde wegen Burn-outs krank geschrieben, und auch ein zweiter Dozent, der in engem Kontakt zu Versteegh stand, erlitt ein Burn-out.

Sind das für Direktor Rast alarmierende Zeichen? «Ich weiss nicht, warum die Personen krank geschrieben wurden, das unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht», sagt Rast. Zudem arbeiteten nun beide wieder.

Master: «hohe Qualität»

Einige Dozierende haben die letzten Jahre als Mobbing gegen Versteegh erlebt. Rast dementiert dies: «Die Kritik einiger Dozenten hat sich gegen das Master gerichtet, nie gegen die Person des Studiengangleiters.» Die Diskussionen rund ums Master gingen weiter, das stimmte, sagt Rast. «Wir werden den Ausbildungsgang aber nicht ändern, er wurde akkreditiert und ist von hoher Qualität.»

Rast streitet nicht ab, dass der Studiengangleiter viel Arbeit hat: Die Zahl der Studierenden hat sich vervielfacht. Heute sind 180 Studierende eingeschrieben; das sind zwei Klassen pro Jahrgang und eine Masterklasse mit je 25 bis 30 Studierenden. «Auch alle anderen Studiengangleiter an unserer Schule klagen über einen steigenden administrativen Aufwand», sagt Rast.

Aufruf zur Kündigung

Die Personen, welche mit den FN über die Konflikte an der Hochschule für Architektur gesprochen haben, wollen ihren Namen nicht in der Zeitung lesen: Sie fürchten um ihre Anstellung. Und sie liegen damit nicht ganz falsch. Noch am selben Tag, als die FN Direktor Rast befragten, verschickte dieser eine E-Mail an alle Dozentinnen und Dozenten. Darin forderte er die Person, welche die FN informiert hatte, auf, darüber nachzudenken, ob sie nicht auf der Stelle kündigen sollte.

Trotzdem wollen nun alle vorwärtsschauen: «Im Sommer kommt ein neuer Studiengangleiter, und wir wollen mit ihm einen Neustart wagen», sagt ein Dozent (siehe auch Kasten). Die Berufung sei sehr gut abgelaufen; alle Dozierenden stünden hinter der Wahl. So seien seither auch die Spannungen unter den Dozenten zurückgegangen.

Wieder an einem Tisch

Direktor Michel Rast sagt: «Dank der Mediation ist die Stimmung an unserer Schule wieder zufriedenstellend.» Auch wenn die verschiedenen Dozierenden immer noch ihre eigene und oftmals divergierende Meinung hätten, sässen sie nun wieder zusammen an einem Tisch. «Architektur ist etwas Individuelles», sagt Rast. «Das macht, dass die gegenseitige Kritik dazugehört.»

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