Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Krangel mit dem Kran

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wettbewerbsfilm «Mundo grua»

Rulo ist mit den Jahren wohlbeleibt geworden und ähnelt nur noch wenig dem fetzigen und erfolgreichen Rocker, als welcher er in den Siebziger Jahren mit Hits wie «Paco Camorra» für Furore gesorgt hatte. Die Sandwich-Verkäuferin Adriana, mit welcher er eine Liaison pflegt, die zwar nicht unbedingt als Liebesgeschichte zu bezeichnen wäre, und der Traum, als Kranführer in schier schwindelerregender Höhe über den Dächern von Buenos Aires arbeiten und so ungestört Radio hören und winden zu können, verleihen dem alternden Manne jedoch wieder Flügel.

Entsprechend Rulos wiedergewonnener Leichtfüssigkeit und Zuversicht entfaltet sich in «Mundo grua» vorerst eine herzlich-warme Komik sowohl durch Situation, Gestik als auch Worte. Stolz präsentiert etwa der 50-Jährige Adriana seine Wohnung bis ins Detail – samt «bifunktionalem» Fernsehgerät.
Um Kranführer zu werden, muss Rulo einfältige Tests durchmachen: Von vier gegebenen Wörtern muss er etwa jenes nennen, welches eine Essware bezeichnet. Ebenfalls Pflicht ist der Gang zum Arzt, welchem Rulo mitteilt, er rauche nur wenig – nämlich bloss dreissig Zigarretten pro Tag.
Der Kranführer-Traum wird für Rulo aber – allem Optimismus zum Trotz – nicht in Erfüllung gehen. Der Arzt macht bei Rulo ein «Pickwicksyndrom» aus und sagt dem «Kranführer-Aspiranten», er müsse zwanzig bis fünfundzwanzig Kilogramm abnehmen. Die Versicherung will den ehemaligen Rocker deswegen nicht auf einem Kran arbeiten lassen. Um Arbeit zu finden, lässt Rulo Adriana zurück und wandert in den argentinischen Süden aus. Auch seine Mutter und sein Sohn, um welche sich Rulo bis anhin gekümmert hatte, verbleiben in Buenos Aires.
Als Rulo mitgeteilt wird, dass er den Job als Kranführer nicht kriegt, erleidet der Film gewissermassen einen Bruch. Zwar tritt bisweilen noch so etwas wie Ironie zu Tage – etwa beim Zusammenleben von Grossmutter und Sohn Rulos -, doch die Komik weicht zunhemend der Tragik. Der Süden ist ein gar düsteres Pflaster, Probleme wie etwa der Mangel an Essen für die Arbeiter lassen nicht lange auf sich warten.
Von einem vorerst durch das Komische ausgeschmücktem und geprägtem Film wandelt sich «Mundo grua» so zu einem Werk, in welchem Rulos Schicksal schnörkellos dargestellt wird. Gerade dadurch wird – wohl unterstützt durch das (optisch) Couleurlose – der kalte Wind hervorgehoben, welcher Rulo – «die Gegenwart macht mich deprimiert» – im präsumiert warmen und sonnigen Argentinien rauh entgegenbläst.

Mehr zum Thema