Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Krebs ist eine Alterskrankheit»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Krebs ist eine Alterskrankheit»

Der Freiburger Daniel Betticher ist Krebsspezialist am Inselspital Bern

Krebs besteht aus Zellen, die nicht mehr absterben. Sie können jeden menschlichen Körper heimsuchen. Trotzdem besteht bei 40 bis 50 Prozent aller Patienten die Chance, geheilt zu werden, sagt der Krebsspezialist Daniel Betticher, stv. Chefarzt am Inselspital Bern.

Mit DANIEL BETTICHER sprach
IRMGARD LEHMANN

Zahlreiche Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken. Welches sind die wichtigsten?

Der stärkste Risikofaktor ist das Leben selbst. Denn je älter man wird, umso grösser ist das Risiko, dass sich bösartige Zellen entwickeln. Krebs ist eine Alterskrankheit. Daher sind krebskranke Kinder auch selten.

Dabei spielt der Lebensstil eine wesentliche Rolle. Raucher seien besonders gefährdet. Wie begründen Sie dies?

20 Prozent der Raucher erkranken an Lungenkrebs, und dieser führt leider häufig zum Tod, insbesondere dann, wenn der Tumor so fortgeschritten ist, dass eine Operation nicht mehr möglich ist. Das Rauchen erhöht aber auch das Brust-, Rachen-, Speiseröhren- und Blasenkrebsrisiko. Ein weiterer Risikofaktor ist der übermässige Alkoholkonsum oder der allzu grosse Fleischkonsum.

Jede Frau und jeder Mann kann also einen Lebensstil führen, der zu seinen eigenen Zellen Sorge trägt. Und das wäre gesunde Ernährung, Nichtrauchen, Bewegung und Schutz vor Sonnenstrahlen.

Und wie steht es mit der genetischen Veranlagung?

Krebs in der Familie erhöht das Risiko, selbst an Krebs zu erkranken. Laut Statistik wird jeder dritte, vierte Schweizer oder jede dritte, vierte Schweizerin krebskrank.

Noch vor 30, 40 Jahren hat man davon kaum gehört. Wie ist dies zu erklären?

Dass der Krebs, ein bösartiger Tumor, heute so häufig ist, hat einerseits mit der hohen Lebenserwartung zu tun. Noch vor 30, 40 Jahren sind die Menschen früher gestorben und konnten somit gar nicht an Krebs erkranken. Man ist an einer Tuberkulose, an einem Herzinfakt oder an einem Infekt verstorben – meistens schon in «jungen» Jahren. Heute können diese Erkrankungen häufig effizient behandelt werden.

Andererseits hat die Medizin enorme Fortschritte gemacht. Die Diagnose Krebs kann heute dank moderner Diagnose-Apparaturen besser gestellt werden. Des weiteren wurden während den letzten Jahrzehnten neue Behandlungen entwickelt, die effizienter sind.

Welche Krebsarten kann man am ehesten in den Griff bekommen?

Heute können 40 bis 50 Prozent aller Patienten geheilt werden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn ein Tumor in einem Organ lokalisiert ist und noch keine Ableger (Metastasen) vorhanden sind.

Wenn Ableger vorhanden sind besteht also wenig Chance auf Heilung?

Heilung ist bei wenigen Tumoren mit Fernablegern wie Leukämie (Blutkrebs), Lymphdrüsen- und Hodenkrebs möglich. Voraussetzung ist eine Ganzkörper-Therapie. Der Patient muss hierfür – je nach Tumortyp – Bestrahlungen, Chemotherapien sowie Antihormonbehandlungen in Kauf nehmen.

Heutzutage gibt es aber auch so genannte «milde» Therapien. Wann werden sie eingesetzt?

Ein wenig aggressiver Lymphdrüsenkrebs zum Beispiel kann mittels milder Chemotherapie (in Tablettenform, ohne Haarausfall) effizient behandelt werden. Der Tumor schrumpft und die Beschwerden wie Schmerzen und Fieber sowie vermehrtes Risiko von Infektionen verschwinden.

Solche Therapien können jahrelang wirken. Es macht ja wenig Sinn, einem Patienten das Leben zu verlängern, indem man den Tumor unter Kontrolle hält, seine Lebensqualität sich aber wegen der Therapie verschlechtert. Grundsätzlich geht es in diesen Fällen darum, mit der Krankheit zu leben, so wie man mit einem kranken Herzen oder mit Zuckerkrankheit leben kann.

Es gibt aber auch «solide» bösartige Tumore wie beispielweise Darm-, Lungen-, und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Hier ist Heilung nicht möglich, wenn Fernableger bestehen. Was tun Sie?

Auch hier geht es darum, dass der Patient oder die Patientin mit dem Tumor lebt, sich also an alltäglichen Tätigkeiten erfreuen kann. Wir konzentrieren uns deshalb auf die Linderung der Beschwerden und versuchen das Tumorwachstum unter Kontrolle zu halten, um so das Überleben zu verlängern. Die Prognose hängt in dieser Situation vom Verlauf während der Therapie ab.

Was bewirkt die Chemotherapie im Körper?

Die Therapie tötet die bösartigen Zellen. Doch gleichzeitig werden auch die gesunden – zum Glück weniger stark – angegriffen, so dass das Knochenmark oder die Haarwurzelzellen (Haarausfall) beeinträchtigt werden.

Die gesunden Knochenmarkzellen erholen sich jedoch relativ schnell, in drei bis vier Wochen etwa. Die Haarwurzelzellen in zwei, drei Monaten.

Die Chemotherapien haben in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. Die Nebenwirkungen sind geringer geworden. Inwiefern?

Mehr als 90 Prozent aller Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, müssen das – vor 15 Jahren noch befürchtete – Erbrechen nicht mehr erleiden.

Wenn es allerdings um Heilung geht – wie bei Hodenkrebs oder Leukämie – dann werden starke Chemotherapien angewendet, die auch entsprechende Nebenwirkungen auslösen. Da es ums Überleben geht, nimmt man Einbussen punkto Lebensqualität während einigen Wochen in Kauf.

Und doch können die Ärzte nie mit Gewissheit sagen, wie sich die Krankheit entwickelt.

Das stimmt. Nicht bei allen Patienten entwickeln die Therapien die gewünschte Wirkung. Sollten sich die Erwartungen nicht erfüllen, so muss nach rund zwei Monaten die Behandlung umgestellt werden.

Welches sind die häufigsten Krebsarten?

Beim Mann der Prostata- und der Lungenkrebs und bei den Frauen der Brustkrebs.

Wie ist die Heilungschance bei Brustkrebs?

Die Prognose beim Brustkrebs hängt in erster Linie vom Vorhandensein von Metastasen ab. Sind die Lymphdrüsen in der Achselhöhle bei der Diagnosestellung nicht befallen, so ist das Risiko von späteren Fernablegern geringer.

Müssen bei der Erstdiagnose schon Ableger in anderen Organen wie der Lunge oder in den Knochen festgestellt werden, so ist eine Heilung in der Regel nicht möglich, und die Prognose hängt vom Ansprechen auf die Therapie, das heisst vom Verlauf der Krankheit unter Behandlung ab.

Sie stellen bei einem Patienten einen Tumor fest. Was sagen Sie ihm als Erstes?

Ich sage ihm, dass ein Gewächs festgestellt worden ist. Ich hänge die Röntgenbilder auf und erläutere sie ihm. Auch muss der Patient wissen, ob er an einem gutartigen oder bösartigen Tumor leidet, und er sollte auch über die Ausbreitung seiner Erkrankung im Bild sein.

Wir, der Patient und das gesamte Pflegeteam (Ärzte, Krankenschwestern) beschliessen zusammen das weitere Verfahren, welche Therapien eingesetzt werden. Es ist wichtig, die Therapie an ei

Mehr zum Thema