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Kriminelle Minderheit zu sehr beachtet

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Diskussionsabend über Jugendgewalt in Wünnewil

Autor: Von ISABELLE VONLANTHEN

Seit Jahren organisieren die Ortsparteien der Gemeinde Wünnewil-Flamatt am Abend vor Allerheiligen einen Politabend zu aktuellen Themen. In diesem Jahr wurde das Thema «Jugendkriminalität» erörtert. Nicht der Bezug auf die letzten Vorfälle in der Gegend stand dabei im Mittelpunkt, sondern die Wichtigkeit früher Präventions- und Erziehungsarbeit.

Gute Zusammenarbeit mit Schulen

Die Jugendbrigade der Kantonspolizei, der neun Inspektorinnen und Inspektoren angehören, befasst sich mit Untersuchungen bei minderjährigen Tätern (etwa Betäubungsmitteldelikte, Alkoholkonsum, Tätlichkeiten, Sachbeschädigungen, Gewaltfilmen auf Handy/Internet), Delikten in Schulen, ausserdem Vermisstmeldungen und Kindesentführungen. Während früher die Arbeit der Polizei mit den Schulen nicht reibungslos verlaufen sei, würde die Jugendbrigade heute sehr eng mit Schulen, Schulpsychologen, Sozialarbeitern, dem Jugendamt etc. zusammenarbeiten, führte Francis Schwartz aus. Er ist noch bis Ende Jahr als Chef der Jugendbrigade der Kantonspolizei tätig, bevor er ins Amt des Friedensrichters des Sensebezirks wechselt.Seine Beschreibung dieser verschiedenen Tätigkeitsfelder unterlegte Francis Schwartz mit vielen anschaulichen Beispielen, von harmloseren Fällen wie dem Klauen von Schoggistengeli oder einem allzu ausufernden Fest im Jugendraum zu anderen wie Bandenkriminalität und Gewaltdelikten. Er kritisierte, dass das Thema Jugendkriminalität heute allzu oft politisch ausgebeutet und von den Medien reisserisch ausgeschlachtet werde: anstatt den grossen Teil der Jugendlichen zu sehen, die sich korrekt verhalten, werde die Aufmerksamkeit auf eine Minderheit gelenkt.

Respekt und Verantwortung

Einer der Grundpfeiler der Arbeit der Jugendbrigade ist die Prävention. Seit zwei Jahren reist der Präventionsbeauftragte Jean-Bernard Siggen (der selber lange Zeit als Lehrer gearbeitet hat) durch die Schulen. Zielgruppe sind die Primarschüler der 5. Klassen. Allein im letzten Jahr war er in 223 Klassen, im deutschen und französischen Kantonsteil, und hat dabei mehr als 4000 Schüler besucht. Ziel seiner Arbeit ist es, die Schüler in ihrem grösstenteils positiven Verhalten zu bestärken. In seinem Konzept «Respekt-Verantwortung» spricht er von der Wichtigkeit von gegenseitigem Respekt und davon, welche Rechte, aber auch Pflichten damit verbunden sind.

Jeder Einzelne ist gefordert

Gerade heute vergesse man oft, so Siggen, dass Jugendliche nicht nur Freiräume, sondern auch feste Grenzen brauchten: Diese müssten ihnen vom Lehrer, vor allem aber von den Eltern gesetzt werden. Neben der Arbeit von Polizei und Schulen sei aber auch jeder Einzelne gefordert: Sie sollten nicht wegschauen, wenn etwas passiere, sondern durch mutiges und konsequentes Verhalten den Jugendlichen ein positives Beispiel geben, konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer am Mittwochabend lernen.

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