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«Kriterien für Staatssubventionen verludert»

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Autor: karin aebischer

Länger, tiefer als andere und synchron über die ganze Welt: So beschreibt Beat Kappeler die Finanz- und Wirtschaftskrise. Schwarz malen wollte der ehemalige Sekretär des Gewerkschaftsbundes, der seit vielen Jahren als freier Journalist unter anderem für die Weltwoche und für die NZZ am Sonntag wirkt, am Mittwochabend jedoch nicht. Mit seinem Referat zum Thema «Aufbruch – wann und wohin?» wollte er den rund 300 von Unternehmer Heinz Pfander geladenen Gästen aufzeigen, dass die Schweiz auf ein «enges» 2010 zusteuert, er dennoch bereits einige «Lichtlein am Ende des Tunnels» ausmachen kann.

Die Zeichen lesen

Doch wie erkennt man einen möglichen Aufbruch? Als einen Indikator nannte Kappeler die Zinsen, die sich Banken für gegenseitige Ausleihungen bezahlen. Die Zinsdifferenz dieser Interbank-Ausleihungen im Vergleich zu Staatspapieren zeige den Grad des Vertrauens zwischen den Banken an. «Als Lehman Brothers im Herbst in Konkurs ging, stockte der riesige Bodensatz an kurzfristigen Ausleihungen», erläuterte er. Durch das Einfrieren dieses Bodensatzes sei zwischen den Banken kein Geld mehr zirkuliert und das System zusammengebrochen. «Einen solchen Systembruch muss man lange suchen in der Geschichte», betonte der Referent aus Hinterkappelen.

Die Preisentwicklung bestehender Häuser in den USA nannte er als eines der wichtigsten Zeichen für einen Auf- oder Abwärtstrend. Auch an der Auslastung der Planungsbüros, dem Angebot der Stellenvermittlungsbüros oder anhand der Metallpreise könne man ablesen, in welche Richtung sich die Wirtschaft entwickle.

Stimmung nicht schlecht

«Hält die internationale Krise an, wird das Polster langsam dünn», prophezeite er der Schweiz, die als «Spätzykliker» funktioniere. Er geht davon aus, dass die Konsumentenkaufkraft in der Schweiz 2010 eher knapp ausfallen, wenn nicht gar zurückgehen wird. «Die Stimmung in der Schweiz ist jedoch viel besser als in Deutschland oder Frankreich», betonte er. Auch die USA würden noch längere Zeit eine Bremse sein und als Konjunktur-Lokomotive ausfallen.

Einen sorgenvollen Blick werfe er auf die Staatsschulden der alten Welt sowie die vielen Verzerrungen. «Die Kriterien, wann und wie man hilft oder nicht hilft, sind völlig verludert. Das Gefühl für Scheitern und Neubeginn ist geschwunden», sagte er zu den Subventionen.

In den verschiedenen synchron in Gang gesetzten Konjunkturprogrammen sehe er jedoch eine Chance für eine baldige Steigerung der Nachfrage und damit für einen «gewissen Aufschwung». Auch wenn die Fahrt bis dahin ruppig sein werde, hätten wir das Schlimmste wohl bereits hinter uns.

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