Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Kultur des Dialogs darf nicht preisgegeben werden

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Über die am kommenden 12. Februar zur Abstimmung kommende Vorlage der Unternehmenssteuerreform III wird in der Schweiz eine harte Diskussion geführt. So tut es auch der Schweizerische Gewerbeverband in einer Abstimmungszeitung, die man diese Woche im Briefkasten finden konnte. In dieser «Gewerbezeitung» sind nur Pro-Argumente zu lesen, nichts von Befürchtungen der Gegner oder Kritiker bezüglich der finanziellen Tragbarkeit für die Kantone und die Städte.

Nun, das ist Abstimmungspropaganda, und von dieser verlangt niemand Ausgewogenheit. Für siebeneinhalb Seiten dieses Blattes ist diese Einseitigkeit also kein Problem, es liegt an den Stimmbürgerinnen oder Stimmbürgern, sich über die Argumente beider Seiten zu informieren und sich danach für ein Ja oder ein Nein zu entscheiden.

Völlig deplatziert ist hingegen die Comics-Geschichte «Tom und Schnuffi» auf Seite 8, wo ein Detektiv im Look zwischen Sherlock Holmes und Tim und Struppi als «Schweizerretter» die Vertreter des Neins wortwörtlich verteufelt: Die als Personen erkennbaren Volks- und Standesvertreter Roger Nordmann (SP, VD) und Christian Levrat (SP, FR) tragen nicht nur rote Pullover, nein, sie sind auch mit spitzen Teufelshörnern verziert. Doch Tom und Schnuffi ertappen die Bösewichte beim politischen Wirken und es wird dann kurzer Prozess gemacht: Die beiden werden umgehend vom Polizeiwagen ins Gefängnis gebracht.

Natürlich ist der Plot primitiv, und die acht Comics-Bilder sind vom Leser schnell vergessen. Es ist aber ein Machwerk, das im politischen Diskurs in der Schweiz nicht akzeptabel ist, unabhängig vom Ja oder Nein zur aktuellen Vorlage. Man kann das Dargestellte nicht als Witzzeichnung zur Auflockerung des politischen Stoffs im Abstimmungsblatt verharmlosen, denn es ist darin eine echte Hassbotschaft enthalten, die auch für viele Mitglieder des Gewerbeverbandes abstossend sein dürfte.

Man sollte sich auch vor Augen halten, dass es schon am Rande Europas eine bittere Realität ist, dass Andersdenkende nur wegen ihrer Überzeugungen verhaftet und aus dem politischen Leben verbannt werden.

Alain Grandjean, Murten

«Eine echte Hassbotschaft.»

Mehr zum Thema