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Kunst, die zum Anfassen gedacht ist

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

«Ich durchlaufe gerade eine Bergphase», lacht Brigitta Born Trapp. Den Hinweis, dass eine ihrer neusten Skulpturen den Niesen darstellt, könnte sich die Steinbildhauerin eigentlich sparen; zu exakt hat sie die Gestalt des berühmten Bergs getroffen. Einige Schritte weiter erzählt die Künstlerin von einer zurückliegenden Phase, in der sie nicht Berge nachbildete, sondern Körperteile. In der «Pathologie», wie Born Trapp einen Nebenraum der Werkstatt nennt, sind steinerne Ohren, Hände und Füsse zu sehen. Einer der Füsse ist in der Mitte gebrochen. Ein absichtlicher Materialschaden, denn darüber hängen Röntgenaufnahmen eines Fussbruchs der Patientin Brigitta Born Trapp: eine Arbeitsverletzung mit Beweisfotos.

«Niemanden einengen»

Andere Kunstwerke von Born Trapp sind weniger eindeutig: Ellipsen und andere Urformen, welche die gebürtige Zugerin in Stein, häufig Marmor, verewigt hat und es den Betrachtern überlässt, welche Aussage sie darin erkennen.

Auch Brigitte Noti erklärt in breitem Walliserdialekt, sie wolle bei der Deutung ihrer Steinskulpturen niemanden einengen. Konsequenterweise tragen ihre Werke keine Titel. Noti liebt es, verschiedene Oberflächenstrukturen in einer Skulptur zu vereinen. Da räkelt sich zum Beispiel eine stilisierte, aalglatte Echse auf einem rauhen Felsen: Es ist dasselbe Stück Stein.

Dieses Kunstwerk, wie alle anderen der beiden Künstlerinnen, sind mit all ihren Ecken, Kanten und Strukturen durchaus zum Anfassen gedacht. «In Museen ist das meist verboten», weiss Noti, aber ihre Kunst richtet sich nicht nach dem Geschmack der Masse.

Auch von der Auftragskunst grenzen sich Noti und Born Trapp klar ab. «Ich würde eine Skulptur nicht abändern, nur damit sie jemand anderem besser gefällt», sagt Born Trapp. Ihre Kollegin Noti nickt und sagt, ihr sei es eigentlich unwichtig, ob ihr Werk bei Käufern Anklang finde oder nicht. «Obwohl es natürlich eine schöne Bestätigung für meine Arbeit ist, wenn ich eine Skulptur verkaufen kann», wie Noti eingesteht.

Brigitta Born Trapp kann die Aussage ihrer Kollegin nachempfinden. Die Frage, ob sie ihren Niesen dieses Wochenende einfach so hergeben würde, beantwortet sie mit Skepsis. «Ich müsste schon genau wissen, wo er dann zu stehen kommt», sagt Born Trapp, um Sekunden später zuzugeben: «Lieber möchte ich zuerst noch das Stockhorn machen und es neben den Niesen stellen.»

Steinwerkstatt, Murten. Freiburgstrasse 23, hinter «Otto’s». Werkschau: Sa., 17., und So., 18. Oktober, jeweils 14 bis 19 Uhr oder nach Vereinbarung: Tel. 079 427 63 41.

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