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«Kunst muss bei den Leuten sein»

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1100 Kilometer von Freiburg nach Berlin im Jahr 2013, 830 Kilometer von Murten nach Venedig im Jahr 2015, 3000 Kilometer von Kassel nach Athen im Jahr 2017: Das sind die Eckdaten der «Kunstpilgerreisen» der Freiburger Performancekünstlerin Marinka Limat. Alle diese Reisen hat sie alleine und zu Fuss unternommen; 65 Tage dauerte die erste, 41 Tage die zweite und gar 163 Tage die dritte. Mit dem Projekt, für das sie das kantonale Mobilitätsstipendium 2017 erhalten hat, sucht Marinka Limat den Austausch mit Menschen, die auf die eine oder andere Weise mit Kunst zu tun haben und hinterfragt so das Kunstsystem und ihre Rolle als Künstlerin. «Die Reisen sind die beste Kunstlebensschule, die ich mir wünschen kann», sagt die 35-Jährige, die über einen Masterabschluss der Hochschule der Künste in Bern verfügt. Gerade während ihrer letzten Reise, mit der sie 2017 die beiden Austragungsorte der Documenta 14 verband, habe sich ein grosses Thema herauskristallisiert: «Kreative Menschen gibt es überall, auch an Orten, an denen es keine grosse Kunstszene gibt.»

Spontan, offen und farbig

Vor einem Jahr ist Marinka Limat von ihrer dritten Kunstpilgerreise zurückgekehrt. Seither verarbeitet sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen, um sie in verschiedenen Formen mit dem Publikum zu teilen. Das erste Mal wird sie das diesen Samstag im Rahmen des Jubiläumstages zum 20-jährigen Bestehen des Espace Jean Tinguely – Niki de Saint ­Phalle in Freiburg tun (siehe Kasten). Verschiedene Persönlichkeiten werden dann ihren Blick auf Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle präsentieren. Für Marinka Limat war die Einladung eine schöne Gelegenheit, um erstmals öffentlich Eindrücke von ihrer Reise von Kassel nach Athen zu teilen. Es gebe viele Berührungspunkte zwischen Niki de Saint Phalle und ihr, erklärt sie. «Ich bin voll und ganz Nikis Ansicht, dass Kunst draussen bei den Leuten stattfinden und für alle zugänglich sein sollte. Niki sagte immer, ihr sei es egal, ob man ihre Werke als Kunst bezeichne oder nicht. Wichtig sei nur, dass sie die Menschen berührten.»

Zwar sei ihre Kunst ganz anders als die von Niki de Saint Phalle, so Marinka Limat, doch gehe es auch ihr um Spontaneität, Begegnungen, Offenheit, Bewegung und Farbe. Schon früh habe die 2002 verstorbene Niki de Saint Phalle sie beeinflusst: «Ihre Nanas gefielen mir schon als Kind, und während meines Kunststudiums beeindruckten mich ihre Schiessbilder mit ihrer Energie und ihrer Kraft.»

Auf den Spuren des Grossvaters

Für ihren Beitrag am 6. Oktober hat Marinka Limat neben Niki de Saint Phalle noch eine weitere wichtige Inspirationsquelle: ihren Grossvater Jean Limat, der Freizeitkünstler war und 1938 an der Publikation der antifaschistischen Freiburger Zeitung «L’ Etincelle» beteiligt war. Erst kürzlich habe ihre Familie einige Ausgaben der Zeitung wiedergefunden, erzählt Marinka Limat. 80 Jahre später wolle sie nun die pub­lizistische Praxis ihres Grossvaters wiederbeleben und eine neue «Etincelle» drucken – ein Jubiläumsgeschenk für den Espace Tinguely.

Dieser Druck ist ein Vorgeschmack auf weitere Projekte, die 2019 folgen sollen: Dann will Marinka Limat eine Art Reisetagebuch und einen Film über die Kunstpilgerreisen veröffentlichen. Zudem plant sie Ausstellungen in der Schweiz und im Ausland, speziell an Orten, die sie während ihrer Reisen besuchte. Auch in Freiburg sollen Veranstaltungen stattfinden: «Das ist mir wichtig, denn hier sind die Wurzeln meiner Familie», sagt die Greyerzerin, die seit einigen Jahren teilweise in Berlin lebt und arbeitet – wenn sie nicht gerade irgendwo in der Welt unterwegs ist.

Programm

Hommage an das Künstlerpaar Niki und Jean

Zu seinem 20-jährigen Bestehen lädt der Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle am Samstag, 6. Oktober, zu einem Jubiläums­tag für die ganze Bevölkerung. Marinka Limat ist eine von mehreren Persönlichkeiten, die im Laufe des Tages auf ihre Weise an das Künstlerpaar Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle erinnern werden. Einige Höhepunkte aus dem Programm:

11 Uhr Eröffnung mit der Guggenmusik 3 canards.

11.45 Uhr Rückblick auf die Entstehung des Espace mit Yvonne Lehnherr und Margrit Hahnloser.

12.30 Uhr Zweisprachige Hommage an Tinguely und Saint Phalle mit einer Klasse der OS Tafers und einer Klasse der OS Belluard.

15 Uhr Weibliche Blicke auf Tinguely und Saint Phalle mit der Kunsthistorikerin Colette Guisolan-Dreyer, der Journalistin Amaëlle O’Brien und der Künstlerin Marinka Limat.

16 Uhr Männliche Blicke auf Tinguely und Saint Phalle mit dem Künstler David Brülhart, dem Mechaniker Roger Freiburghaus und dem Schauspieler Niklaus Talman.

19.15 Uhr Musikalisches Intermezzo.

19.45 Uhr Apéro.

cs/Bild ce

 

Details unter www.mahf.ch. Der Eintritt ist gratis.

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