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Kunst und Präzision am Stein

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der Brunnen vor dem Restaurant Gypsera am Schwarzsee, auf dem Bahnhofplatz Düdingen und vor der Gemeindeverwaltung Plaffeien tragen die Handschrift von Daniel Kälin und Michael Wymann. Das gilt auch für die Gemeinschaftsgräber auf den Friedhöfen von Tafers, Düdingen, Schmitten, Alterswil, Wünnewil, Flamatt, Heitenried, St. Antoni und in Muri bei Bern. Am Samstag feiert die Firma Kälin und Wymann AG mit einem Tag der offenen Tür ihr 25-jähriges Bestehen.

Ein steiniger Weg

Kennengelernt haben sich die beiden vor fast drei Jahrzehnten, als sie gleichzeitig die Meisterschule in St. Gallen besuchten, Daniel Kälin als Steinhauer/Steinmetz, Michael Wymann als Steinbildhauer. Während der vielen Zugfahrten sei der Entscheid gereift, sich zusammenzutun. 1993 fand die Firmengründung statt. «Es war ein guter Entscheid», sagt Wymann im Rückblick. Aber leicht sei es damals nicht gewesen, sich zu etablieren. «Ein steiniger Weg», fasst Kälin zusammen.

Hauptstandbein der Firma ist nach wie vor die Grab­malkunst. Als junger Mann habe er sich nie vorstellen können, in diesem Bereich tätig zu sein, verrät Kälin. Die Auftrags­akquise verlange Fingerspitzengefühl, da man die Menschen in schwierigen Situa­tionen ansprechen müsse. Gerade in diesem Sektor hat es in den letzten Jahren einen starken Wandel gegeben, vom traditionellen Grabmal zu mehr Urnen- und Gemeinschaftsgräbern. «Früher bestanden Grabmäler aus polierten Steinen, vor allem aus Granit, der aus Südamerika, Indien und Südafrika importiert wurde», erklärt Wymann. Heute seien handwerkliche Steine aus dem europäischen Raum gefragt, oft auch in Kombination mit anderen Materialien wie Glas oder Inox. Dieser Wandel fand auch statt, weil sie ihre Kunden mit ihren handwerklichen Kreationen überzeugen ­konnten.

Präzise Arbeit

Neben der Grabmalkunst ist die Firma auch überall dort gefragt, wo Natursteine zum Einsatz kommen. Bevorzugtes Material von Wymann ist Kalkstein, weil dieser sowohl runde Formen wie auch scharfe Kanten zulässt und präzises Arbeiten erlaubt. Der Sandsteinspezialist Kälin erzählt, dass sie zusammen mit dem Restaurator Christoph Fasel gerade sämtliche Sandstein-Renova­tions- und Restaurationsarbeiten am alten Bauernhaus der Familie Blanchard in Tafers abgeschlossen haben. Sandstein sei ein «wunderschönes Material» zum Bearbeiten und ein guter Baustoff und sehr beständig. Durch den ortsnahen Abbau sei er früher sehr oft im Gebäudebau eingesetzt worden. «Vielfach ist die Bausub­stanz dieser alten Häuser auch heute noch top, einzig, was Wind und Wetter ausgesetzt sei, verwittert mit der Zeit.» Ihnen macht es Spass, Teile alter Baukunst wieder instandzustellen. «Man muss präzis arbeiten, möglichst genau beim Original bleiben», sagt der 58-Jährige und verweist auf die strengen Vorgaben der Denkmalpflege. Manchmal müssten ganze Blöcke ausgetauscht werden, ein andermal reiche es, einzelne Stellen zu restaurieren.

Ein Zückerli

Kunst und Handwerk halten sich bei der Arbeit der beiden die Waage. «Wenn wir den Auftrag bekommen, bei einem öffentlichen Gebäude ein Kunstwerk zu verwirklichen, dann ist dies das Zückerli unseres Schaffens», sagt der 55-jährige Michael Wymann. Er bedauert, dass selbst bei Millionen-Bauten der Aspekt «Kunst am Bau» stets zu kurz komme. Die eigenen Ideen entwickeln und umsetzen mache ihnen viel Freude. Dabei sei es immer ein Gemeinschaftswerk: «Jeder von uns hat seinen eigenen Stil. Wenn ich etwas entwerfe, ist Daniel mein grösster Kritiker. Dieses Vorgehen hilft uns, aus einer Grundidee das Optimum herauszuholen.» Und Kälin ergänzt: «Wir bleiben dran, bis wir zufrieden sind.» Das ist es auch, was die beiden seit 25  Jahren erfolgreich macht: «Wir liefern nur Arbeit ab, hinter der wir 100-prozentig stehen können.» Darauf sind sie denn auch stolz: Dass sie sich dank ihrer hohen Qualitätsansprüche im Laufe der Jahre einen guten Namen erarbeitet haben.

Einen Namen gemacht haben sich die beiden auch als Schneeskulpteure: Vor 25 Jahren sind sie das erste Mal in die Vereinigten Staaten gereist, um aus Schnee Kunstwerke zu bauen. «Es war eine verrückte Idee, das Geschäft zwei Wochen zu schliessen», sagt Wymann. Doch diese regelmässigen Auszeiten jeden zweiten Winter haben sie beibehalten. Sie sind stolz auf die Auszeichnungen, die sie bei den 15 Wettbewerben errungen haben (die FN berichteten).

Tag der offenen Tür: Sa., 8. September, 9.30 bis 18 Uhr; Chännelmattstr. 11, Düdingen.

«Wir bleiben bei einer Arbeit

dran, bis wir zufrieden sind.»

Daniel Kälin

Steinhauer

Zukunft

Aussterbender Beruf?

Die Firma beschäftigt derzeit vier Personen. Marie-Therese Kälin übernimmt die Administration, und seit 2006 ist der frühere Lehrling Pascal Dubois im Betrieb tätig. Kälin und Wymann haben in den 25 Jahren einige Lehrlinge ausgebildet. Es habe zwar ab und zu Interessenten gegeben, sagen die beiden. «Doch wir haben etwas den Eindruck gewonnen, dass die Zukunftsaussichten für unsere Branche nicht rosig sind», sagt Daniel Kälin. Das Auftragsvolumen, etwa im Grabmalsektor, sei stark rückläufig und auch bei den Restau­rierungen werde lieber «aufmodelliert und gemörtelt», statt die Gebäude auf fachmännische Art und Weise instandzustellen. «Es geht viel Fachwissen verloren.»

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