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Künstlerische Aussagen zum Bezirk

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Aufbruch: Mit diesem Thema haben sich in den letzten Monaten 47 Künstlerinnen und Künstler auseinandergesetzt. Das Ergebnis sind 47 Werke, die es in der aktuellen Sensler-Biennale-Ausstellung im Sensler Museum in Tafers zu bestaunen gibt. «Die erste Ausgabe der Sensler Biennale hiess ‹Ging scho› und blickte eher zurück. Für diese Ausgabe war es uns wichtig, einen Blick nach vorne zu werfen», sagt Franziska Werlen, Museumsdirektorin, gegenüber den FN.

Handwerk und Kunsthandwerk

Weil sich diese Sensler Biennale explizit auf Handwerk und Kunsthandwerk konzentriert, war Werlen zuerst unsicher, ob gleich viele Bewerbungen eingehen würden wie für die letzte Ausgabe. «Wir fragten uns einerseits, ob sich Künstler dennoch angesprochen fühlen, und andererseits, ob überhaupt auch Handwerker und Kunsthandwerker teilnehmen würden. Zu meiner grossen Freude sind einige Kunstwerke im Handwerk entstanden», sagt Werlen. So zeigt Margrit Gerber aus Schwarzsee beispielsweise ihr Drechselhandwerk, und Sonia Both aus Marsens hat textile Elemente in ihr Werk einfliessen lassen.

Eine Aussage zum Bezirk

Die Sensler Biennale ist ein Produkt des Sensler Museums, mit dem es eine seiner statutarischen Aufgaben erfüllt: eine Plattform für regionales Kunstschaffen anbieten. Mit dem Verleihen von Preisen generiere das Museum zusätzlich einen Mehrwert für den Sensebezirk, sagt die Direktorin. Nur jene Künstler, deren Werke einen Bezug zum Sensebezirk haben, konnten einen Jurypreis gewinnen. «Damit erreichen wir, dass die Teilnehmenden eine Aussage zum Bezirk machen und einen Beitrag zur Diskussion in unserer Region leisten.» In den kommenden Ausgaben der Biennale wolle das Museum erreichen, dass sich vermehrt Sensler mittels der Kunst mit dem Bezirk beschäftigen.

Eine vierköpfige Jury, bestehend aus Julia Crottet, Co-Leiterin der Kunsthalle Fri Art, Aldo Ellena, Fotograf, Wendelin Kappeler, Zimmermann und Kunstliebhaber, und Ruth Schmidhofer, Kunsthistorikerin, hat die eingereichten Kunstwerke beurteilt. «Das Gremium hat sich während fünfeinhalb Stunden beraten. Man kann also nicht sagen, die Entscheidung sei leichtgefallen», sagt Franziska Werlen, die in beratender Funktion in der Jury war. Während den intensiven Diskussionen seien spannende Ideen aufgetaucht. Die ­Jury habe etwa angeregt, einen Preis nur für die gute Umsetzung des Themas zu vergeben: das heisst, wenn das Thema sichtbar ist, ohne dass ein erklärender Text dazugestellt werden muss. Das Rennen gemacht haben schliesslich Charlotte Lauer aus Cudrefin, Werner Keist aus Flamatt und Danielle Julmy-Hort aus Zumholz (siehe Text unten).

Rundgang durchs Dorf

Die aktuelle Ausstellung der Sensler Biennale startete Anfang September und dauert noch bis zum 11. November. Die bisherigen Reaktionen seien positiv ausgefallen, sagt die Museumsdirektorin. «Besucher früherer Ausgaben der Biennale loben die gestiegene Qualität.» Im Besonderen würden die Besucher den Rundgang über den Dorfplatz, zur Pfarrkirche und hinters Museum schätzen, wo es verschiedene Kunstwerke zu entdecken gibt. «Wir sind deshalb glücklich, dass Künstler Aussenwerke eingeben haben.» Um das Konzept auch weiterhin durchzuziehen, hoffe sie, an weiteren Biennalen erneut einige Aussenwerke ausstellen zu können, sagt Werlen.

Für Diskussionen hat das Werk «Auf Abbruch» von Beat Fasel aus Düdingen gesorgt: eine Mulde voller Schutt. Im Erklärungstext steht: «Hier wird aufgeräumt, um Platz für Neues zu schaffen – Aufbruch eben!» Werlen freut sich darüber, dass die Besucher über Kunstwerke diskutieren. Interessant empfindet sie die Einigkeit über die Werke, die einen Preis gewonnen haben. «Das Werk ‹Aufbrechen› von Werner Keist konnten wir schon am Wochenende der Vernissage verkaufen, und es hätte weitere Interessenten gegeben.»

Fasziniert von den «Kränzli-girls»

Franziska Werlens persönlicher Favorit ist «Kränzli-girls with eyes opened wide» von Carol Bailly aus Freiburg. «Hier hat eine Künstlerin ihre ganz eigene künstlerische Sprache entwickelt und ein sinnbildliches Symbol des Sensebezirks genutzt: die Chränzlitracht», sagt Werlen begeistert. Dabei passe die Tracht genau zu dieser Sprache: fröhlich, farbenfroh und spielerisch. Das Spielerische gehe aber noch weiter: Die traditionelle Tracht gebe die Künstlerin nicht etwa mit hehren Materialien wieder, sondern sie benutze als Malgrund Kartonschachteln. «Der Art-brut-Stil untermalt das Spielerische, und der englische Titel bringt eine jahrhundertelange Tradition in die Gegenwart», sagt Werlen.

4. Sensler Biennale: Bis 11. Nov. Sensler Museum in Tafers. Offen: von Do. bis So., 14 bis 17 Uhr.

Preisträgerin Danielle Julmy-Hort

Drei Pilze als Symbol für neues Leben

Für Danielle Julmy-Hort war klar: Sie wollte nur an der aktuellsten Ausgabe der Sensler Biennale teilnehmen, wenn ihr das Thema zusagt. Mit «Aufbruch» hat das Sensler Museum den Nerv von Julmy-Hort genau getroffen. Sie hätte aber niemals damit gerechnet, einen von drei Jurypreisen zu gewinnen. «Ich war total überrascht über die Neuigkeit. Ich habe mich aber sehr darüber gefreut.»

Die Idee zum Kunstwerk sei nach und nach gekommen, sagt Julmy-Hort. Ein Baum in ihrem Garten, an dem einige Pilze gewachsen seien, habe sie schon lange fasziniert. Bei einem Spaziergang der Sense entlang hätten sie und ihr Mann Markus Julmy ein Stück Holz gefunden. Da sei die Idee immer konkreter geworden. Um das Holz vor dem Zerfall zu bewahren, behandelte Julmy-Hort es mit Epoxidharz. Für die Pilze benutzte sie Glas in warmen Tönen wie Rot, Orange und Gelb. Mit Lötzinn schweisste sie die einzelnen Glasteile zu pilzförmigen Glaskunstwerken zusammen. «Es war anspruchsvoll, die Pilze so gewölbt wie möglich hinzubekommen», erinnert sich die Hobbykünstlerin. Ihr Mann habe ihr schliesslich bei der Befestigung der Glaskunstwerke im Holz assistiert. «Die Pilze symbolisieren, dass aus einem toten Stück Holz neues Leben entstehen kann», sagt sie.

Die Anwältin aus Zumholz hegt eine grosse Leidenschaft für die Tiffany-­Glaskunst. Diese Technik erlaubt es, dreidimensionale Gebilde zu erstellen, die aus einzelnen Glasteilen bestehen. Mittels Kupferfolie und Lötzinn werden die Teile zusammengehalten. Vor zwölf Jahren besuchte sie ihren ersten Kurs im Vitromusée in Romont; dort folgten weitere Kurse sowie zwei einzelne Ausbildungswochen in der «École suisse de vitrail et création» in Monthey. «Die zwei Stages im Wallis waren intensiv, aber lehrreich, da sie unter professioneller Leitung stattfanden.»

Hinter ihrem Haus hat Julmy-Hort heute eine Werkstatt, in der sie ihrer künstlerischen Seite freien Lauf lassen kann. «Zeit zu haben, um neben Alltag und Arbeit kreativ sein zu dürfen, ist für mich ein Luxus. Ich kann mich dabei vollkommen entspannen.» Das Hobby Kunst teilt sie mit ihrem Mann: Dieser hat mit dem Acrylkunstwerk «Der Drache ist wieder da!» auch an der diesjährigen Sensler Biennale teilgenommen.

jp

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