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Künstlerische Freiheit mit Grenzen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Auftragsmalerei am Beispiel des Bündners Rudolf Mirer

Gewiss: Ein gewöhnlicher Auftraggeber ist Boutros Boutros Ghali nicht. Und so überlegte Rudolf Mirer auch nicht lange, als er berufen wurde, ein Werk für die Uno zum Thema «Flüchtlinge» zu malen. Später kamen noch drei Sondermarken für die Uno-Sitze in New York, Wien und Genf hinzu sowie das Werk «Suche und Hoffnung auf Frieden».

«Keine Religion, keine Ideologie, keine Kulturen, keine Rassen» – so lauteten die doch sehr restriktiven Auflagen, die mit den Uno-Aufträgen verbunden waren.
Doch Rudolf Mirer liess sich davon nicht abschrecken. «Es ist eine Herausforderung, die Klippen zum umgehen.» Am Thema jedenfalls faszinierten ihn die Aktualität und die Betroffenheit. «Ganze Völker sind ja heute in Bewegung», sagt er.
Mirer malte eine Clowngestalt mit einer weissen, anonymen Maske und einem an die Brust gedrückten Vogel. Religion, Ideologie, Kulturen, Rassen verschwanden hinter der Maske.
Beim Fischer, der sein volles Netz aus dem dunklen Wasser zieht, mag manch einer ein christliches Motiv erkennen. Nicht so der Uno-Generalsekretär, der in Mirers Werk einfach die Vielfalt der Völker erkannte. Mit der Uno kann sich Mirer vollumfänglich identifizieren: «Hinter der Uno steht die Idee der Gleichheit aller Menschen, des Respekts, des Friedens. Dafür lohnt es sich jeden Tag einzustehen.»

Inspiration beim Kulinarischen

Mirers letzter Auftraggeber hingegen hiess nicht «Uno», sondern «Waldhotel National» in Arosa. Der Bündner Maler hatte auch damit kein Problem: «Warum auch? Ich finde es glatt, ein Hotel zu porträtieren. Das hat auch schon Toulouse-Lautrec gemacht.»

«Ein Hotel, das einen gewissen Aufwand betreibt, das dazu phantastisch gelegen ist und für eine entsprechende Qualität bürgt – damit kann ich mich identifizieren», sagt Mirer.
Hinzu komme bei einem Hotel das Kulinarische, da könne sich ein Maler inspirieren. Mit der Gastronomie hat der 63-Jährige schon Erfahrung: Für seinen Freund Luzi Casanova, Küchenchef des Hotels Central in Obersaxen, illustrierte Mirer ein Kochbuch.
Rezepte aus den vier Jahreszeiten hat der Maler darin bildlich umgesetzt. Wenn etwa Küchenchef Casanova die Zubereitung einer Obersaxer Hirseflockensuppe beschreibt, so zaubert Mirers Pinsel eine blauweisse Schneelandschaft unter verhaltener Wintersonne auf die Leinwand.

Diesmal stellte Mirer
die Bedingungen

Daniel Bieri, Direktor des Waldhotels National, mag sich nur allzu gut erinnern, wie schwer es war, Mirer für ein Porträt seines Hotels zu gewinnen. Jahre habe er gebraucht, bis er den Künstler überredet hatte. Als es so weit war, stellte aber Mirer selber die Bedingungen: Er würde selber entscheiden, wie er es malen würde. Der Hoteldirektor war damit sofort einverstanden und gewährte dem Maler freie Hand. Für beide Seiten war klar, dass man auf dem Gemälde das Hotel erkennen sollte, dass es aber für den Betrachter nicht störend sein sollte. Keinesfalls sollte ein Prospekt oder ein Werbeplakat entstehen.

Mirer blieb seiner Linie treu. Deutlich zu erkennen sind das dominante Blau sowie die charakteristischen Mirer-Motive: Frau mit Hut, Eichhörnchen und Eule. Im April eröffnete Mirer eine Ausstellung im Hotel, etwas, das er gemäss Hoteldirektor Bieri sonst nicht macht. Aus dem Werk wurden 100 Serigraphien gedruckt, die nun dem Hotel gehören, aber an dessen Verkauf der Künstler mitbeteiligt ist. Die Hoteldirektion ihrerseits benutzt das Gemälde als Marketinginstrument.
Das Original hängt als Visitenkarte im Eingangsbereich. An der Reception liegen Postkarten auf, im Zimmer ein Prospekt mit dem Winterprogramm des Hotels. Gleich daneben Gästeempfehlungen. Und überall findet der Hotelgast ein Motiv aus Mirers Gemälde wieder. Bereits bei der Fahrt nach Arosa begegnet der Besucher dem Bündner Maler. Doch die Plakate kommen nicht als plumpe Hotelwerbung daher, sondern begrüssen den Kunstfreund auf angenehme Weise.
Angesprochen auf die wirtschaftliche Seite seiner Arbeit, meint Rudolf Mirer nur: «Mit Kommerz habe ich gar nichts zu tun. Mein Bruder ist der Manager.» Und so trifft man auch in der Öffentlichkeit immer wieder mal auf Auftragswerke Mirers. Etwa bei der Hockey-WM, bei der Tour de Suisse, beim Schwing- und Älpler-Fest, beim Spengler-Cup. Für die Rhätische Bahn hat er gar eine Lokomotive mit einem Steinbock verziert. Der Maler folgt dabei nur einem Leitmotiv: «Es muss mir Freude bereiten. Ich will nichts machen, nur damit es gemacht ist.»

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