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Kunstwerke aus Licht und Farbe

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Kunstwerke aus Licht und Farbe

Autor: Anton Jungo

Armin Schneuwly hat in den letzten Jahren allein im Kanton Freiburg über 280 Kirchen und Kapellen besucht, vor allem die Glasmalereien genau studiert und anschliessend detailliert beschrieben. In einem Gespräch erklärt er, wieso ihn Kirchenfenster so sehr fesseln.

Armin Schneuwly, was ist die Triebfeder Ihres Hobbys – wenn man das so bezeichnen darf?

Ich bin oberhalb der Kirche von Heitenried aufgewachsen, und die drei riesigen Gestalten in deren Chorfenstern haben mich schon als Kind in den Bann gezogen. Besonders der farbenfrohe Erzengel Michael hatte es mir angetan.

Als Katechet merkte ich bald, dass viele Kirchenfenster bei der Vermittlung und Einübung des Glaubens einen wichtigen Beitrag leisten können. Später hinterliessen zwei Begegnungen einen bleibenden Eindruck. 1984 durfte ich als Leiter der deutschfreiburgischen Katechetischen Arbeitsstelle erstmals eine Reise nach Israel mitorganisieren. In der grossen Verkündigungskirche von Nazareth bewunderten wir die Glasmalereien von Künstlern aus ganz Europa. Wir staunten nicht schlecht, als wir dabei ein Werk des Freiburger Künstlers Yoki entdeckten. Daheim durfte ich diesem Künstler mehrmals begegnen. Seine Fenster sind in vielen Kirchen und Kapellen unseres Kantons zu finden.

Und die zweite Erfahrung?

Nach vielen Jahren gab ich 1992 das Amt als Pfarreikassier von Wünnewil-Flamatt ab. Zur Anerkennung erlaubte mir der Pfarreirat, ein Kunstwerk auszuwählen. Der Freiburger Künstler Pius Binz aus St. Antoni, Zeichenlehrer an der Kantonsschule Hochdorf, gestaltete mir eine prächtige Glasscheibe zum Bibeltext «Ich aber bin gekommen, damit ihr ein Leben in Fülle habt». Vor allem vom Wandern im Sense- und im Seebezirk und im Bernbiet habe ich je länger, je mehr Notizen von Glasmalereien heimgebracht.

Als der Plan reifte, eine Übersicht der Glasfenster im ganzen Kanton zu erstellen, genügten Wanderungen nicht mehr. Zudem wollte ich schon lange den französischsprachigen Kantonsteil besser kennenlernen. Aus den Wandertouren wurden Autofahrten. Während mich auf den Wanderungen meine Frau begleitet hatte, lud ich zu den Autofahrten den ehemaligen Kollegen und Kunstkenner Kanis Zurkinden ein.

Sind Sie bei Ihren Besuchen systematisch vorgegangen oder haben Sie die Gotteshäuser zufällig aufgesucht?

Am Anfang bestand die Systematik nur darin, den Werken eines Künstlers nachzugehen. Die wachsende Sammlung war demnach nach Künstlern geordnet und nicht wie in der fertigen Broschüre nach Ortschaften. Die Werke fand ich oft zufällig, dann leistete mir der «Kunstführer durch die Schweiz» wertvolle Hilfe. Später benutzte ich als Vorlage das alte Werk «Eglises et Chapelles du Canton de Fribourg» von Waeber/Schuwey (1957). Es enthält aber nur wenige Angaben über Glasmalerei.

Was fasziniert Sie an den Glasmalereien?

Ich war immer ein Suchender. Mich interessieren Fragen, die man nicht mit Ja oder Nein beantworten kann; Fragen, in denen immer etwas Geheimnisvolles, etwas Unerklärbares bleibt. Das führt automatisch zu Glaubensfragen. Und wenn ich vor guten Glasfenstern stehe, habe ich das Gefühl, das Ergebnis eines Suchenden vor mir zu haben, von jemandem, der versucht hat, sich bis zum Übernatürlichen heranzutasten. Dabei benützen die Künstler prächtige Hilfsmittel wie Licht und Farbe – und das fasziniert mich.

Welche Motive werden auf den Glasfenstern vor allem verarbeitet? Gibt es Themen, die hervorstechen?

Am häufigsten werden Heilige oder heiligmässige Personen dargestellt, Ereignisse aus deren Leben oder aus Legenden über sie. Andere Fenster illustrieren oder interpretieren Erzählungen aus der Bibel. Dabei ist interessant festzustellen, dass früher die Nordseite der Kirche für das Alte Testament und der Süden für das Neue reserviert war.

Besonders lang betrachtete ich jene Fenster, in denen ein Künstler eine mehr theoretische Aussage in ein Bild umsetzen wollte, z.B. «Aus den Seligpreisungen», entworfen von Peter Barth für die reformierte Kirche Kerzers; oder von Bernard Schorderet die «Drei göttlichen Tugenden» für die Kirche von Porsel und die «Neun Werke der Barmherzigkeit» für die Kirche von Cottens.

Sie haben auch die Mühe auf sich genommen, herauszufinden, welcher Künstler beziehungsweise welches Glasatelier in den einzelnen Kirchen tätig war. Was lässt sich darüber sagen?

Nur ganz allgemein lässt sich feststellen, dass die ersten Werke unserer Region von Ateliers aus Zürich oder der Westschweiz stammen; z.B. von Berbig, Kreuzer, Röttinger Wehrli aus Zürich oder Enneveux aus Genf. Als sich dann ein Glasatelier in Freiburg niederliess, blieben die Aufträge je länger, je mehr in der Region, wobei später die Arbeit zwischen dem Künstler und der Werkstatt aufgeteilt wurde.

Gibt es Künstler, die besonders aktiv waren und oft zum Zuge kamen?

Mit Abstand am meisten Glasmalereien hat der Maler Yoki kreiert. Neben ihm finden wir eine ganze Anzahl anderer Freiburger Künstler, welche mit einer ganzen Palette von Kunstwerken unsere Kirchen und Kapellen bereicherten.

Was lässt sich über die Stilrichtungen sagen? Lässt sich im Verlauf der Jahrzehnte beziehungsweise Jahrhunderte eine Entwicklung feststellen?

Etwas vereinfacht lässt sich dazu Folgendes sagen: Das älteste Kirchenfenster schmückt die Kollegiatskirche in Romont und stammt aus der Spätgotik (13. Jh.). Es wurde in letzter Zeit überholt. Nach der Reformation erhielten die Künstler mehr Aufträge zur Herstellung von sogenannten Kabinettsscheiben, die in Herrschafts- und Rathäusern aufgehängt wurden. Für die Kirchenfenster folgte dann eine längere Periode, in der die Kunstmaler wie bei einem Ölbild Personen oder Szenen mit Schwarzlot auf Glas auftrugen und dann einbrannten. Erst Ende des 19. Jh. kehrte man zurück zur Malerei mit farbigem Glas.

Wie ist das Verhältnis zwischen figürlichen und abstrakten Darstellungen?

Wenn man die ältesten Ornamentfenster zu den abstrakten zählt, überwiegen die figurativen schätzungsweise im Verhältnis von 3:1. Man kann aber feststellen, dass in letzter Zeit wieder vermehrt Fenster mit abstrakten Kompositionen eingesetzt werden.

Haben Sie ein Lieblings- fenster?

Bei den figurativen Werken beeindruckt mich am stärksten die «Auferweckung des Lazarus» von Jean-Marc Schwaller in Lully. Während in der Regel diese Szene aus dem Blickwinkel von Jesus oder der beiden Frauen Maria und Marta dargestellt wird, scheint sich hier der Künstler in das Grab begeben zu haben, um mit Lazarus zusammen die Wucht der Kraft Jesu zu erfahren – dem Licht und dem Leben entgegen. Bei den abstrakten Werken schätze ich die Art der Umsetzung der «Werke der Barmherzigkeit» von Bernard Schorderet in Cottens sehr. Ich staune, wie es dem Künstler gelingt, die verschiedenen Arten der Bedürftigkeit in Farben und Formen auszudrücken.

Sie blickten bei Ihren Besuchen auch über die Kantonsgrenze hinaus. Würden Sie Freiburg als Sonderfall bezeichnen, was die Glasmalerei betrifft?

Ja und nein. Ja, weil wir einerseits im Schloss Romont das Schweizerische Zentrum für Glasmalerei inklusive Museum beherbergen dürfen. Hier wird über Glasmalerei geforscht, werden Glasfenster restauriert und wird eine Sammlung von kostbaren Werken angelegt. Andererseits befinden wir uns in einem mehrheitlich katholischen Kanton mit sehr vielen Gotteshäusern, und das Ausschmücken mit Glasfenstern hat bei uns eine lange Tradition,

Nein, weil in letzter Zeit auch in reformierten Kirchen im ganzen Land immer mehr Kunstfenster eingesetzt wurden. Ich bin z.B. beeindruckt von den herrlichen Glasmalereien im Jura (u.a. von Künstlern aus Frankreich) und im Wallis in mehreren Kirchen neueren Datums.

Nähere Auskünfte über die Broschüre bei Armin Schneuwly, Hagnetstrasse 33, 3184 Wünnewil.

Zwei Fenster von Jacques Cesa in der Kapelle des Pflegeheims St. Joseph in Châtel-St-Denis, 1981–86.

«Aus den Seligsprechungen», Fenster von Peter Barth in der reformierten Kirche Kerzers, ab 2010.

«Aufgehende Sonne umstrahlt das leere Kreuz»: Fenster von Yoki Aebischer in der Pfarrkirche Brünisried, 1971.Bilder Aldo Ellena

Der Auferstehungsengel von Marcel Hayoz im Kirchenfenster in der kleinen Kapelle des Pauluswerks in Freiburg, 1969.

Mit Abstand am

meisten Glasmalereien hat der Maler Yoki kreiert.

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