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«Kurz vor der Debatte wird er eine Spritze in den Hintern bekommen»: Wie Trump seine Fans auf die TV-Debatte gegen Biden einstimmt

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Joe Biden und Donald Trump treffen in der Nacht auf Freitag zum ersten Fernseh-Duell im Wahlkampf 2024 aufeinander. Angesichts der schlechten Zustimmungswerte steht für den Präsidenten viel auf dem Spiel. Der Herausforderer spielt aber mit dem Feuer.

Joe Biden ist wie vom Erdboden verschwunden. Bereits seit vorigem Donnerstag hält sich der amerikanische Präsident in Camp David auf, dem streng bewachten präsidialen Landsitz in den Bergen von Maryland. Dort – 80 Autominuten vom Weissen Haus entfernt – bereitet sich der Demokrat auf einen möglichen Höhepunkt des Wahlkampfes 2024 vor: auf das erste Fernsehduell gegen seinen alten und neuen Widersacher Donald Trump.

Die 90 Minuten dauernde TV-Debatte wird am Donnerstagabend (Lokalzeit) in einem Studio des Nachrichtensenders CNN in Atlanta (Georgia) aufgezeichnet. Die Debatte beginnt um 3 Uhr Schweizer Zeit in der Nacht auf Freitag. Die Spielregeln sind streng: Kein Publikum im Saal. Und nötigenfalls wird das Mikrofon abgestellt, wenn Biden oder Trump die Redezeit überschreiten.

Biden hat bis am Donnerstagmorgen sämtliche öffentliche Termine gestrichen; umringt von engen Beratern studiert er vielmehr flotte Konter auf absurde Trump-Aussagen ein. Auch muss er einen Weg finden, seine Unpopularität zu erklären, ohne dabei allzu defensiv zu wirken.

Bob Bauer, ein langjähriger Weggefährte von Joe Biden.
zvg

Bob Bauer, ein langjähriger Weggefährte von Präsidenten der demokratischen Partei, spielt während diesen Simulationen den Kontrahenten Bidens. Das tat er bereits im Jahr 2020. Er sei kein Theaterschauspieler, sagte Bauer (72) kürzlich in einem Interview mit «Politico». Dennoch dürfe er in seiner Rolle nicht davor zurückschrecken, Dinge anzusprechen, die seinem Trainingspartner nicht gefallen. «Das können persönliche Beleidigungen oder die falsche Wiedergabe politischer Positionen sein», so Bauer. Er wolle Trump nicht imitieren und Biden ablenken. Sein Ziel sei es vielmehr, den Präsidenten auf die Argumente vorzubereiten, die der Ex-Präsident machen könnte.

Ein aufgeputschter Joe Biden?

Trump wiederum hält von solchen Trockenübungen wenig. Der Republikaner verbringt seine Zeit lieber mit Wahlkampfauftritten, Spendengalas und Golf. Dabei spekuliert der 78 Jahre alte Ex-Präsident auch gerne darüber, dass sein 81 Jahre alter Konkurrent nötigenfalls zu illegalen Drogen greife, damit er während der TV-Debatte nicht einschlafe.

Das ist eine beliebte Taktik des Republikaners. Bereits vor den TV-Debatten im Wahljahr 2020 behauptete Trump, Biden sei ein tatteriger Greis («sleepy Joe») und benötige Aufputschmittel. Nun sagt er über den Demokraten: «Kurz vor der Debatte wird er eine Spritze in den Hintern bekommen.»

Die CNN-Moderatoren Jake Tapper und Dana Bash werden die Debatte leiten.
Bild: Andrew Harnik / AP

Damit nicht genug. Trumps Umfeld beklagt sich bereits bitterlich über die beiden CNN-Moderatoren Jake Tapper und Dana Bash, die am Donnerstag durch die TV-Sendung führen werden. Sie seien befangen, behauptete Trumps Sprecherin Karoline Leavitt am Montag in einem TV-Interview auf CNN. Das Gespräch wurde abgebrochen. Auf dem Fox News Channel sagte Moderator Sean Hannity, die Debatte sei unfair, weil Trump sich gleich mit drei Opponenten – Biden, Tapper und Bash – konfrontiert sehe.

Das ganze Land vereint vor den TV-Bildschirmen

Das Problem an dieser Strategie, die sich vor allem an die eingefleischten Trump-Anhänger richtet: Die Republikaner riskieren, dass Biden das Fernsehpublikum positiv überrascht – weil er trotz Altersgebrechen nicht der Karikatur entspricht, die in rechten Medien von ihm gezeichnet wird. Ein Präsident, der im Vergleich zum vorbestraften Trump normal wirkt, könnte unentschlossene Wechselwähler wieder auf seine Seite ziehen.

Das wiederum will nicht bedeuten, dass Bidens Strategie ohne Risiko ist. Der Präsident ist dazu übergegangen, seinen Vorgänger im Weissen Haus als einen gefährlichen Extremisten zu charakterisieren, der die amerikanische Republik zerstören wolle. Sollte Trump am Donnerstag wider Erwarten den konventionellen Politiker geben, der von persönlichen Beleidigungen absieht, dann hätte Biden ein Problem.

Diese Szenarien zeigen, warum das TV-Duell auch im Jahr 2024 noch derart wichtig ist. In den politisch stark polarisierten USA gibt es nur noch wenige Momente, in denen «das ganze Land zusammenkommt, um dieselbe Sendung zu sehen», sagt der emeritierte Universitätsprofessor Alan Schroeder im Gespräch mit CH Media. Der Kommunikationsspezialist, der früher an der Northeastern University in Boston (Massachusetts) forschte, hat das Standardwerk über die TV-Debatte im amerikanischen Wahlkampf verfasst.

Biden hofft auf einen Trump ausser Kontrolle

In der Tat verfolgten 2020 zwischen 63 und 73 Millionen Menschen die beiden TV-Debatten zwischen Trump und Biden. In Erinnerung geblieben ist, wie der damalige Präsident den heutigen Präsidenten nie ausreden liess und ihn ständig beleidigte. Und wie Biden entnervt zu Trump sagte: «Könntest Du nun endlich die Klappe halten, Mann?» Es sind solche spontanen Momente, wie Alan Schroeder sagt, die letztlich den Ausschlag geben könnten.

Darauf zählt Biden, der in den Umfragen hinter Trump zurückliegt und in den politisch umkämpften Bundesstaaten – die letztlich das Rennen um das Weisse Haus entscheiden werden – mehr Schwung benötigt. Er hofft, dass Trump sich vor laufenden Kameras nicht im Griff hat und ausfällig wird. Dann könnte er einen seiner Lieblingssprüche aus seinem reichen Weisheiten-Fundus klauben. Angeblich habe ihm sein Vater früher jeweils gesagt: «Joey, vergleich mich nicht mit dem Herrgott! Vergleich mich mit der Alternative!»

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