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Kurzfilme als Experimentierfeld

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«Kurzfilme sind die Essenz des Kinos.» Das sagt Tashi Gyeltshen, Filmemacher aus Bhutan, der diese Woche am Internationalen Filmfestival Freiburg seinen Kurzfilm «The Red Door» präsentiert. Dieser handelt von einem Mann auf einer bildergewaltigen, metaphorischen Reise durch sein eigenes Leben, inszeniert in der üppigen Landschaft Bhutans. Sich selbst zu finden und das Leben zu verstehen, das gehört für Tashi Gyeltshen zu den wichtigsten Aufgaben eines Filmemachers.

Seine Filme seien darum auch mehr an sich selbst gerichtet als an das Publikum, so der 40-Jährige. Ein Film sei wie eine Blume: Deren Schönheit liege in ihr selbst, nicht im Auge des Betrachters. «Als Filmemacher will ich einfach Geschichten erzählen. Ich will keine Urteile fällen und keine Ratschläge erteilen. Es geht nur um die reine, ehrliche Kraft der Geschichte.»

 Tashi Gyeltshen weiss, dass es das Privileg des Kurzfilmers ist, so zu denken: Langfilme zu drehen, ist aufwendig und teuer; es braucht Geldgeber und Produzenten, die dann auch mitreden wollen. Als Regisseur von Kurzfilmen könne er sich diesem Einfluss entziehen, so Gyeltshen. Darum sei der Kurzfilm so wichtig für das Kino: «Hier können Filmemacher frei arbeiten und experimentieren. So ebnen sie auch den Weg für neue Entwicklungen bei Langfilmen.»

Frische Blicke auf die Welt

Das sieht auch Delphine Jeanneret so. Sie ist beim Filmfestival Freiburg seit drei Jahren für das Kurzfilmprogramm verantwortlich. Kurzfilme seien aktuell, vielfältig und frisch, sagt sie. Oft seien es junge Filmemacher, die mit diesem Mittel ihren Blick auf die Welt und die Gesellschaft zeigten. Das mache Kurzfilme fürs Publikum attraktiv. Beim Filmfestival Freiburg zählen die Kurzfilmprogramme zu den bestbesuchten Veranstaltungen. Das habe auch damit zu tun, dass Festivals die einzige Möglichkeit seien, Kurzfilme auf einer grossen Leinwand zu sehen, so Jeanneret.

 Um der Bedeutung der Kurzfilme besser gerecht zu werden, hat das Filmfestival Freiburg dieses Jahr einen Internationalen Wettbewerb für Kurzfilme, analog zum Wettbewerb für Langfilme, eingeführt. Eine dreiköpfige Jury beurteilt die 18 selektionierten Kurzfilme und verleiht einen mit 7500 Franken dotierten Preis. Dies sei auch eine Anerkennung für die Regisseure, sagt Jeanneret.

Die 18 besten von 800

Nicht weniger als 800 Filme waren für den Kurzfilmwettbewerb eingereicht worden, teilweise aufgrund einer offenen Ausschreibung im Internet, teilweise durch Recherche von Delphine Jeanneret und ihrem Team. Zu dritt hätten sie alle Filme gesichtet und schliesslich die 18 Filme ausgewählt, die am Festival in drei Programmen gezeigt werden. Die Auswahl falle nicht leicht, denn es gebe vieles zu beachten. «Wir wollen möglichst vielfältig sein», so Jeanneret. «Das gilt für die berücksichtigten Länder und Genres, aber auch für die Art der Produktion. Wir zeigen Filme aus Filmschulen, Filme, die Regisseure selber produziert haben, und Filme, bei denen der Regisseur mit einem Produzenten zusammengearbeitet hat.»

Mit der Selektion 2014 ist Jeanneret zufrieden: «Wir zeigen die 18 besten Filme, die wir gesehen haben.» Schön sei, dass Länder vertreten seien, die sonst an Filmfestivals kaum zum Zuge kämen, etwa Kenia, Senegal, Irak oder eben Bhutan. Auch das spreche für ein Kurzfilmprogramm.

Als nächstes ein Langfilm

Tashi Gyeltshen jedenfalls freut sich, dass er dank seinem Film «The Red Door» in Freiburg sein kann. Es sei sein zweites Filmfestival nach jenem von Rotterdam. Das Kino stecke in seiner Heimat Bhutan noch in den Kinderschuhen und sei stark beeinflusst vom indischen Bollywood-Stil.

Er selber habe sich das Filmhandwerk selber beigebracht, erzählt Gyeltshen. Nachdem er seinen früheren Job als Journalist verloren habe, habe er den Film als Mittel entdeckt, seine Geschichten zu erzählen. Und trotz seiner Vorliebe für den Kurzfilm möchte er als nächstes einen Langfilm drehen. Dafür müsse er zwar Kompromisse eingehen, sagt er, aber es sei auch der einzige Weg, um als Filmemacher wirklich anerkannt zu werden.

 

Programm

Alle Kurzfilme laufen noch einmal

Alle drei Kurzfilmprogramme sind bis Samstag noch einmal zu sehen.

Programm 1(Filme aus Iran, Georgien, Bhutan, Argentinien, Nigeria und Peru): 3.4., 18.30 Uhr, Cap’Ciné 5.

Programm 2(Filme aus Indonesien, Indien, Kuba, Iran, Israel und Senegal/Südafrika): 4.4., 20.30 Uhr, Rex 1.

Programm 3(Filme aus Argentinien, Russland, Israel, Irak, Kenia und Japan): 5.4., 12.15 Uhr, Cap’Ciné 5.cs

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