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Ladies Night am Neuenburgersee

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: URS HAENNI

Einat Betzalel greift in ihren luftigen weissen Rock und bringt ihn zum Rauschen. «Der drückt das Akustische, den Soul aus», sagt die israelische Sängerin. Dann fasst sie an ihr schwarzes Bustier: «Das passt eher zum Urban in meiner Musik.» Ganz klar, wenn Frauen auf einer Festivalbühne stehen, dann ist Kleidung wichtig. Doch allzu viel Gewicht will die Israelin dem Bühnen-Outfit auch nicht beimessen: «Ich habe die anderen Mädchen backstage schon getroffen; keine andere zieht etwas Spezielles für die Bühne an.» Überhaupt will sie mit ihrem Auftritt der «Scène Découvertes» in Estavayer dem Publikum etwas ganz anderes mitgeben. Sie weist auf den Musiker Hakim Boukhit hin. Sie aus einer jüdischen Familie aus Israel, er aus einer moslemischen Familie in Frankreich. Sie stehen gemeinsam auf der Bühne und sind auch privat ein Paar. Da will sie viel mehr eine Botschafterin sein und Vorurteile abbauen. Dies tut sie mit einem souligen Repertoire und Gefühlen.

Als Einat Betzalel von der Bühne tritt, gibt es für jeden ihrer Musiker noch ein Küsschen auf die Wange. Eine weibliche Note zum Schluss.

Mal schüchtern, mal ganz schön selbstbewusst

Das weibliche Element war an diesem Estivale-Abend sehr vielfältig. Beispielsweise die nächste Band auf der Nebenbühne: Ellen & The Escapades, Rock-Folk aus dem englischen West-Yorkshire. Die Sängerin steht im Zentrum, aber sie wirkt so schüchtern, dass man sich fragt, wie sie sich überhaupt auf die Bühne gewagt hat. Leise Kommentare zwischen den Songs, nicht mal den Namen ihrer Band versteht man, das Licht von oben, die Augen immer im Schatten, dazu eine Kleidung wie bei Oliver Twist.

Deutlich selbstbewusster dagegen die französischen Damen auf der Hauptbühne: La Grande Sophie und Anaïs. Beide mit einem Auftritt am diesjährigen Paleo-Festival im Rücken, spielen mit ihrem Publikum, jede aber auf ihre Weise. La Grande Sophie im kleinen Schwarzen, mit Netzstrümpfen und punkigen Boots, mischt ihrem französischen Chanson Elektro hinzu, flippt zwischendurch wild, sucht dann Nähe, unplugged ohne Mikro. Natürlich singt sie über Liebe, und ihre Musiker stellt sie so vor, als hätte jeder Einzelne von ihnen sie von der Strasse weg zu verführen versucht.

Auch Anaïs besingt die Liebe. Kein Wunder, wenn man ein «Love Album» herausgegeben hat. Sie tritt mit burschikoser Frisur auf, im gelben T-Shirt, wie eine angesäuselte Gymnasiastin. Eleganz ist ihr egal. Sie macht auf Humor, äfft amerikanische Blues-Grössen oder R&B-Machos nach, tut so, als ob sie Liedtexte vergessen hat.

Rauchig-soulige Verführung

Nach Mitternacht trat schliesslich die Genfer Formation Aloan mit Frontfrau Lyn auf die Bühne. Trip-Hop vom Feinsten, ins Mikrofon gehaucht mit Lyns rauchig-souliger Stimme, nicht unähnlich jener von Amy Whinehouse, im schulterfreien Top, goldenen Leggins und Ballerinas. Sie wiegt sich vor dem flutenden Back-Light mit fliessenden Armbewegungen zwischen Verführung und Ekstase. Ist dann ein Stück zu Ende, so huscht über ihr Gesicht ein Lächeln und neben dem Mund bilden sich Grübchen.

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