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Landeskirchen feiern Feste gemeinsam

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Mit dem Gedenktag unter dem Motto «Gemeinsam zur Mitte» wollen die beiden grossen Schweizer Landeskirchen erstmals gemeinsam an die 1517 lancierte Reformation und an den Schweizer «Nationalheiligen» Niklaus von Flüe erinnern. Im Vordergrund stünden dabei das Teilen gemeinsamer Schätze aus der je eigenen Tradition, die selbstkritische Erinnerung an wichtige kirchengeschichtliche Ereignisse sowie der gemeinsame Auftrag, das Evangelium zu bezeugen und «mutige Schritte hin zu mehr Einheit zu tun». Dies schreiben die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) in einer gemeinsamen Erklärung. Sie rufen zu mutigen Schritten zu mehr Einheit auf.

Ein Zeuge des Evangeliums

Die Kirchen könnten heute gemeinsam das Positive benennen, das die Reformation mit sich gebracht habe, heisst es in der Mitteilung weiter. Dazu gehörten etwa die Wiederentdeckung des Evangeliums, das Insistieren der Reformatoren auf der glaubensstiftenden Kraft des Wortes Gottes oder die Lehre vom Priestertum aller Gläubigen, welches in der Taufe begründet sei.

Huldrych Zwingli und andere führende Reformatoren hätten in Bruder Niklaus von Flüe einen authentischen Zeugen des Evangeliums gesehen, auch wenn sich die beiden Kirchen über die Bedeutung des Eremiten keineswegs immer einig gewesen seien. Mit dem ökumenischen Gedenktag wollen die beiden Kirchen «zu einer selbstkritischen und gerechten Erinnerung an das beitragen, was zu ihrer Trennung geführt hat».

An Unterschieden arbeiten

Gleichzeitig wolle man das Verbindende feiern. «Dies setzt Bussetun voraus, wodurch Befreiung zum Miteinander geschieht», so die Mitteilung. Mit dem Motto wolle man daran erinnern, dass das Zentrum des Glaubens im Fokus stehe, nämlich «Jesus Christus, der uns Menschen durch seinen Tod am Kreuz befreit hat». Die Gewissensfreiheit sei heute ein anerkanntes Recht. Dieses bilde das Fundament für einen respektvollen Dialog der Konfessionen.

Das Gedenkjahr 2017 soll den Kirchen in der Schweiz schliesslich zur Ermutigung werden, das Evangelium durch Wort und Tat zu verkünden und «an den verbleibenden trennenden Unterschieden zu arbeiten». Am Gedenktag selber wollen die Kirchen und ihre Hilfswerke ausserdem ihre Verantwortung für die Gesellschaft bekräftigen. Diese drückt sich in zahlreichen gemeinsamen Engagements aus, etwa in der Spital- und Gefängnisseelsorge, der Seelsorge für Asylsuchende in Bundeszentren, in gemeinsamen Erklärungen zum Flüchtlingssonntag und zum Menschenrechtstag sowie in der gemeinsamen Kampagne während der Fastenzeit.

Gottesdienst und Podium

Auf dem Programm des gemeinsamen Gedenkanlasses der Schweizer Kirchen in Zug am 1. April steht ein ökumenischer Gottesdienst unter Mitwirkung von Felix Gmür, Bischof von Basel, und Gottfried Locher, Präsident des SEK. An einem Podium zur Frage «Wie (be)finden wir uns gemeinsam auf dem Weg zur Mitte?» nehmen nebst Locher der SBK-Präsident und Bischof von Freiburg, Charles Morerod, Eva-Maria Faber, Professorin an der Theologischen Hochschule Chur, und Hansruedi Vetsch, Präsident der Stiftung Bruderklausen-Kapelle Frauenfeld, teil. Ausserdem finden zahlreiche Gespräche und Referate sowie musikalische Darbietungen statt.

kath.ch

Programm

Was die Freiburger machen werden

An Karfreitag, 14. April ist ein ökumenisch konzipiertes Konzert in der Kathedrale geplant. Vorgesehen ist die Aufführung der Markus-Passion, eine Originalkomposition des jüdischen Komponisten Michael Levinas. Am 13. und 14. Mai organisiert die Reformierte Kantonalkirche an ihrem Sitz in Murten ein Fest. Eine Gruppe von Pfarrern bereitet eine Aufführung vor. Schliesslich ist eine Broschüre über den zeitgenössischen Glauben und das reformierte Erbe im Kanton vorgesehen.

fca

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