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Landi will für Fördergelder anklopfen

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Autor: Helene Soltermann

Insgesamt 17 Millionen Franken will der Kanton Freiburg bis 2015 in die Neue Regionalpolitik (NRP) stecken. Anfang Mai hat der Grosse Rat den entsprechenden Verpflichtungskredit gesprochen. Mit NRP-Geldern werden unter anderem Gemeinden unterstützt, so auch Kerzers. Für den Kauf von Land, welches mit der laufenden Ortsplanungsrevision zur Industriezone wird, erhält die Seebezirkler Gemeinde vom Kanton ein zinsloses Darlehen.

Unter dem Gesetz der NRP ist auch die Wirtschaftsförderung geregelt. Während mit NRP-Geldern Regionen unterstützt werden, greift die Wirtschaftsförderung Unternehmen unter die Arme. An der Verteilung dieser Gelder stört sich Ueli Johner (SVP/Kerzers). Während der Grossratsdebatte zum Verpflichtungskredit Anfang Mai kritisierte er, dass die Wirtschaftsförderung den landwirtschaftlichen Sektor zu wenig stark berücksichtige. Für ihn sei es unverständlich, dass die Landi Seeland AG für den Bau ihres neuen Agrarcenters in der Industriezone in Kerzers bei der Nachfrage für Wirtschaftsförderbeiträge auf Ablehnung gestossen sei. In Kerzers soll der Agrar-Hauptsitz der Landi Seeland AG entstehen. Die Landi Seeland ist aus den Landwirtschaftlichen Genossenschaften Kerzers, Ins, Aarberg und Treiten hervorgegangenen (die FN berichteten).

«In Konkurrenz zu anderen»

Reto Julmy, stellvertretender Direktor der Freiburger Wirtschaftsförderung, macht gegenüber den FN klar, warum der Kanton den Landi-Neubau nicht unterstützen kann. «Von Gesetzes wegen dürfen wir keine Betriebe unterstützen, die im Kanton Freiburg in Konkurrenz zu anderen Betrieben stehen. Sonst würden wir den Wettbewerb verzerren. Dies wäre bei der Landi der Fall.»

Es gibt gemäss Julmy andere Dienstleistungen der Wirtschaftsförderung, wie etwa Unterstützung bei der Grundstücksuche oder bei Bau- oder Arbeitsbewilligungen. Diese kommen bei der neuen Landi-Zentrale jedoch nicht infrage: Dem Landverkauf an die Landi in der zukünftigen Kerzerser Industriezone Moosgärten hat die Gemeindeversammlung bereits zugestimmt.

«Landi beliefert Händler»

Julmys Konkurrenzargument lässt Johner nicht gelten. «Die Landi Seeland steht nicht in Konkurrenz zu anderen Betrieben», sagt er. «Insbesondere die geplante Rosenkohl- und Bohnenzentralen sind keine Konkurrenz zu anderen Betrieben, weil die Landi Seeland die Ware ‹en gros› an die Handelsbetriebe im Seeland verkauft.» Die Landi Seeland sei somit unentbehrlicher Zulieferer, ist Johner überzeugt.

Mit diesem Argument will Johner bewirken, dass die bäuerliche Selbsthilfeorganisation doch noch zu Fördergeldern kommt. Mit dem Landi-Geschäftsvorsitzenden Martin Bieri will er bei Volkswirtschaftsminister Beat Vonlanthen vorsprechen. «Schliesslich ist das Landi-Projekt in Kerzers eine Riesensache und verdient Unterstützung.»

Dass Johner und Bieri bei Vonlanthen auf mehr Wohlwollen stossen als bei Julmy, ist nicht absehbar. «Auch Beat Vonlanthen kann das Gesetz nicht anders auslegen», sagt dessen Kommunikationschef Thomas Gut. Will heissen: Die Landi konkurrenziert laut der Volkswirtschaftsdirektion andere Freiburger Betriebe und darf deswegen nicht mit Wirtschaftsfördergeldern unterstützt werden.

Landi profitiert indirekt

Immerhin: Zumindest der Boden, auf dem die neue Zentrale der Landi Seeland zu stehen kommt, wird von der Neuen Regionalpolitik profitieren. Denn die Zentrale ist auf dem Land geplant, für dessen Kauf die Gemeinde Kerzers vom Kanton ein zinsloses Darlehen erhält – das Land wird die Gemeinde so wohl auch zu besseren Konditionen an die Landi Seeland weiterverkaufen.

Das geplante Agrarcenter der Landi Seeland in der Kerzerser Industriezone Moosgärten soll eine Fläche von gut drei Fussballfeldern einnehmen.Bild Charles Ellena/a

Wirtschaftsförderung: Kanton gibt nicht bekannt, welche Betriebe er unterstützt

Jährlich gewährt die kantonale Wirtschaftsförderung im Durchschnitt um die 2,5 Millionen Franken an Unternehmen. Die Summe ist laut Reto Julmy, stellvertretendem Direktor der Wirtschaftsförderung, davon abhängig, wie viele Betriebe vom Kanton finanziell unterstützt werden können. An welche Betriebe das Geld fliesst, kommuniziere der Kanton aus Vertraulichkeitsgründen nicht.

Die Kriterien für eine mögliche Unterstützung von Seiten der Wirtschaftsförderung sind laut Julmy für alle Unternehmen die gleichen. Auf Firmen in anderen Kantonen dürfen die Freiburger Wirtschaftsförderer nicht aktiv zugehen. «Dies besagt eine Vereinbarung unter den Kantonen», so Julmy. Komme ein Unternehmen jedoch selber auf sie zu, wie dies beispielsweise kürzlich Nespresso tat, könne die kantonale Wirtschaftsförderung aktiv werden.

Im Ausland aktiv werben

Auf Unternehmen im eigenen Kanton und im Ausland kann die kantonale Wirtschaftsförderung aktiv zugehen. Letzteres macht sie nach Worten von Julmy zusammen mit anderen Kantonen im Rahmen des interkantonalen Verbundes «Greater Geneva Berne Area». hs

«Das Landi-Projekt in Kerzers ist eine Riesensache und verdient Unterstützung.»

Autor: Ueli Johner

Autor: Grossrat (SVP/Kerzers)

«Auch Beat Vonlanthen kann das Gesetz nicht

anders auslegen.»

Autor: Thomas Gut

Autor: Kommunikationschef Volkswirtschaftsdirektion

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