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Landverkauf an Lidl wirft Fragen auf

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Landverkauf an Lidl wirft Fragen auf

Merlach hat Vertrag abgeschlossen ohne Landumlegung abzuwarten

Am 22. August hat die Gemeinde Merlach Ja gesagt zu einem Landverkauf an den deutschen Billigdiscounter Lidl. Am 7. September wurde der Vertrag abgeschlossen, obwohl die dazu nötige Landumlegung noch aussteht.

Von CORINNE AEBERHARD

Ein Verkaufsladen sei von Lidl geplant, weiss Merlachs Gemeindepräsident Walter Zürcher. Die Gemeinde habe das Land verkauft, nun aber nichts mehr mit dem Geschäft zu tun, weil sich das Land auf Gurwolfer Boden befindet (beim Schützenhaus Murten).

Zürcher selber hatte mit Opposition an der Gemeindeversammlung gerechnet, aber das Geschäft sei «problemlos» über die Bühne gegangen (siehe auch FN vom 24. August). Erst kurz vor der Abstimmung habe sich noch jemand erkundigt, an wen das Stück Land verkauft werde, so Zürcher. Auch nachträglich seien beim Gemeinderat keine negativen Reaktionen eingegangen.

Allerdings gab es Versammlungsteilnehmer, die sich bei diesem Geschäft etwas überfahren fühlten, wie von verschiedenen anderen Seiten zu hören war.

Ein «Standard-Gebäude»

Das für den Landkauf von Lidl beauftragte Berner Immobilien-Büro bestätigte gegenüber den FN, dass in Merlach auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern ein Laden entstehen soll. Geplant sei ein «Standard-Gebäude» von Lidl. Die Projekteingabe soll schon bald erfolgen. Mit dem Bau beginnen will Lidl, sobald die beiden geplanten Logistikzentren in Betrieb sind (siehe Kasten). Das sollte nächstes Jahr der Fall sein.

Murten zeigt sich erstaunt

Erstaunt über den getätigten Verkauf zeigt sich der Murtner Gemeinderat. Das Land in dieser Zone müsse erst umgelegt und erschlossen werden, erklärt Gemeinderat Andreas Aebersold, welcher vom Verkauf via Medien erfuhr. Merlach habe etwas verkauft, das die Gemeinde noch gar nicht besitze. Merlach könne seiner Meinung nach erst einen Vorvertrag mit Lidl abgeschlossen haben, so Aebersold.

Dem ist gemäss dem Merlacher Gemeindepräsidenten nicht so. Man habe einen definitiven Kaufvertrag mit Lidl abgeschlossen – zwar mit einer Ausstiegsklausel von Lidl, schränkt Zürcher ein.

Diese Klausel liess die letzte «NZZ am Sonntag» immerhin darüber spekulieren, ob Lidl ihren Schweizer Markteintritt nochmals überdenke und allenfalls gar nicht in die Schweiz kommen werde.

Infos aus den Medien

Ebenfalls erstaunt über den Landverkauf zeigte sich Josef Haag, Grundbuchverwalter und Gemeinderat von Murten. Auch er erfuhr aus den Medien davon. Haag bestätigte gegenüber den FN, dass die Landumlegung nicht über die Bühne, wohl aber in Planung sei. Sie sei vor längerer Zeit beschlossen worden. Mit der Umsetzung hatte man es nicht eilig, weil kein Investor vorhanden war.

Er kenne den aktuellen Stand der Arbeiten nicht. Betroffen von der Landumlegung seien vier bis fünf Eigentümer, darunter auch die Gemeinde Murten.

Abbruch Schützenhaus
noch kein Thema

Sollte Lidl den Laden tatsächlich bauen, dann müsste das Murtner Schützenhaus weichen. Dieses wird zwar seit ein paar Jahren nicht mehr fürs Schiessen benützt, «aber es besteht immer noch ein Vertrag mit der Schützengesellschaft, die dort ihre Munition lagert», stellt Katharina Thalmann, zuständige Murtner Gemeinderätin, fest. Was einen allfälligen Abbruch anbelange, so habe man mit Merlach noch keinen Kontakt gehabt. Das Schützenhaus gehört zu fünf Sechsteln Murten und zu einem Sechstel Merlach.

Gelassene Detaillisten

Von der drohenden Konkurrenz fürchtet sich der Murtner Detaillistenobmann Bernhard Aebersold nicht gross, weil man Top-Qualität biete und so lange das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme sowie die Rahmenbedingungen, werde man seinen Platz halten können, ist er überzeugt.

Sowieso sei es jetzt zu spät, um etwas zu unternehmen, da der Handel ja getätigt sei. Die Weichen für solche Geschäfte würden auf politischer Ebene gestellt. Da habe der Detailhandel keinen Einfluss.
Die Pläne der Billigdiscounter

Fast kein Tag vergeht, an dem nicht eine neu geplante Niederlassung von Lidl und Aldi bekannt wird.

Mittel- bis langfristig will Lidl gemäss dem Immobilien-Büro «ein Nahversorger» werden. Konkret bedeutet das, dass in jeder Gemeinde ab 10 000 Einwohner ein Lidl stehen soll. Um die 200 Läden seien in der Schweiz geplant sowie zwei Verteilzentren in Näfels (GL) und Sévaz (FR). Mit der Ansiedelung von Lidl in Merlach würden etwa sieben Vollzeit- und zehn Teilzeitstellen geschaffen.

Es sei ein interessantes Einzugsgebiet und die Lage sei verkehrstechnisch gut. Der Discounter Lidl ist sich bewusst, dass der Kuchen nicht grösser wird, aber er ist überzeugt, dass er sich einen Teil davon abschneiden kann.

Niederlassen will Lidl sich auch in Payerne, wo ein Laden geplant ist. Und auch Düdingen wird als Standort geprüft. Öffentlich aufgelegt war auch schon ein Lidl-Bauprojekt in Matran. Geflirtet haben Lidl und Aldi auch schon mit Granges-Paccot als möglichen weiteren Standort.

Ein Verteilzentrum von Aldi ist in Domdidier vorgesehen. ca

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