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Landwirte hoffen auf nassen Frühling

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Wer kein Heu mehr hat, muss tief in die Tasche greifen: Die Heupreise sind aktuell auf einem hohen Niveau. Der Richtpreis des Schweizer Bauernverbands für belüftetes Heu beläuft sich aktuell auf 38  bis 40 Franken. Vor einem Jahr lag der Richtpreis um rund einen Viertel tiefer. Je nach Lieferant und Qualität kosten 100 Kilogramm Heu aktuell aber bis zu 49 Franken. Sogar Getreidemischfutter kann je nach Einkaufsbedingungen mit 47 Franken für die gleiche Menge günstiger sein, wie ein Blick auf die Preislisten der Union des Fédérations Agri­coles (UFA) zeigt.

«Es ist eine paradoxe Situa­tion», sagt Simon Habegger, Standortleiter der Landi Seeland in Kerzers, dazu. Denn im Heu stecke rund ein Viertel weniger Energie als im Getreidemischfutter. Doch die Preise für Getreidemischungen oder Mischfutter seien stabiler.

Die Milchkühe oder auch Pferde nun vermehrt mit Getreidemischungen und damit mehr Energie zu füttern, sei aber nur begrenzt eine gute Idee: «Kühe und Pferde brauchen Struktur in ihrer Nahrung, dafür sind ihre Mägen gemacht.» Zwar würden Munis, die nach einem Jahr geschlachtet werden, durchaus vermehrt mit Mischprodukten gefüttert, «aber wer eine Milchkuh über Jahre gesund und artgerecht halten will, so dass sie etwa zwölf Jahre alt wird und in den Jahren acht Kälber liefert, der sollte mehrheitlich beim Raufutter bleiben», sagt Habegger. Die aktuelle Situation der Landwirtschaft im Seeland schätzt Habegger als problematisch ein: «Betriebe, die zu wenig Raufutter haben, müssen es zukaufen und viel dafür bezahlen.» Hinzu komme, dass im letzten Jahr wegen der Trockenheit ein Schnitt ausfiel, die Landwirte für Saat und Dünger aber gleich viel Geld ausgaben. «Und es ist noch nicht ausgestanden, weil die Weiden teils kaputt sind und neues Ansäen notwendig ist.» Je nach Wetterlage werde es deshalb vielleicht Juni, bis das erste Heu geerntet werden kann. «Der finanzielle Druck ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich», betont Habegger. Doch klar sei, dass ein nasser Frühling dieses Jahr willkommen ist im Gegensatz zu anderen Jahren. «Lieber das, als eine anhaltende Trockenheit.»

«So trocken wie noch nie»

Der Landwirt Peter Belk aus Courlevon brachte wegen der geringen Ernte an Heu letztes Jahr zehn seiner Milchkühe zum Schlachter. «Nach dem 20.  Juli wuchs das Gras nicht mehr, das fehlt uns jetzt.» Von den 46 Kühen, die er jetzt noch hat, konnte er sechs vorübergehend in anderen Betrieben unterbringen, wo diese genug Raufutter haben und Milch geben. «Wir haben alles Reserveheu aufgebraucht», erklärt er. Im Oktober habe er zum Glück noch Heu für 37 Franken pro 100 Kilogramm einkaufen können. «Damit sollten wir mit dem Minimum an Tieren über die Runden kommen.» Doch die Quellen seinen ausgetrocknet und der Sodbrunnen so trocken wie noch nie. «Wie stark es nun regnet, wird den Ausschlag für die Ernte im Frühling geben.»

Frédéric Ménétrey, Direktor der Freiburger Landwirtschaftskammer, hat den gesamten Kanton im Blick: «Im Mittelland ist es noch immer sehr trocken, in den Berggebieten sieht es etwas besser aus.» Doch sowohl in den Bezirken Broye, See und Sense «führen viele Quellen und Brunnen viel zu wenig Wasser». Die geringere Menge an Niederschlägen von 2018 sei noch nicht aufgeholt. «Die Landwirte hoffen deshalb auf Regen.» Denn wenn es auch in den nächsten zwei Monaten nicht genug Niederschlag gibt oder kalt wird, «wird es schwierig mit saftigen Weiden im Frühling».

«Letztes Jahr haben einige Betriebe bereits im Juli mit der Winterfütterung begonnen, weil auf den Weiden kaum mehr Gras wuchs wegen der Trockenheit.» Das heisst, sie griffen bereits im Sommer auf ihre Heureserven zurück. «Das zu kompensieren war in den meisten Betrieben bis jetzt möglich, aber es darf sich nicht weiter in Länge ziehen.» Es sei jetzt schon schwierig für die Freiburger Bauern. «Die Lage ist angespannt.» Dabei geht es auch um die Milchmengen: «Wenn die Qualität des Heus schlechter ist wegen der Trockenheit, produzieren die Kühe weniger Milch. Und dann müssen die Bauern mehr Kühe behalten.» Das bedeute für die Landwirte weniger Einkommen. Je nach Lage dauere die Winterfütterung bis April oder Mai. Wenn nun das Gras im Frühling wegen anhaltender Trockenheit nicht wächst und deshalb im Mai keine erste Heuernte möglich ist, «dann gibt es Stress».

«Kein grosses Geschäft»

Jürg Notz aus Kerzers betreibt einen Pensionsstall mit Pferden und kauft sein gesamtes Heu beim Händler ein. Rund 50 Equiden stehen in seinem Stall. Er habe sich mit seinem langjährigen Heulieferanten arrangieren können wegen der Preise. Der Pensionsstall sei mit den Preisen kein grosses Geschäft, «aber es geht».

Ruedy Zgraggen, Präsident des Schweizer Raufutterverbands (SRV), bezeichnet die Situation auf die gesamte Schweiz gesehen eher als stabilisiert. «Wir haben im Moment keine Lieferengpässe.» Es gebe zwar ein geringes Angebot an Heu, doch die Nachfrage sei auch mässig. «Im letzten Jahr wurden rund 10 000 Milchkühe geschlachtet.» 2018 seien rund 300 000 Tonnen Heu importiert worden. Das entspreche zwischen vier und fünf Prozent eines Gesamtjahresverbrauchs. Das importierte Heu stamme aus Italien, Spanien und Deutschland. Mit Luzerne, Maissilage oder Zuckerrübenschnitzel bieten sich laut Ruedy Zgraggen bei Engpässen an Heu auch genug Alternativen an.

 

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