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Langwieriger Kampf gegen die Raserei

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Autor: Marc Kipfer

Wenn die Autos durchs Quartier rasen und kaum Rücksicht auf die Bewohner nehmen, dann schreien diese oft nach Tempo-30-Zonen. An Gemeindeversammlungen fordern Bürger immer häufiger diese Massnahme. Vielmals sind es Eltern, die um die Sicherheit ihrer Kinder bangen.

Die Gemeinde Gurmels ist schon drei Jahre darum bemüht, drei Tempo-30-Zonen zu verwirklichen. Zwar stehen die Schilder schon lange, doch Messungen haben ergeben, dass noch immer zu schnell gefahren wird. Für die Gemeinde bedeutet dies: nachbessern. In letzter Zeit wurden am Doktorgässli in Gurmels und an den Strassen Obere Mühle und Gurt in Liebistorf zusätzliche Verengungen vorgenommen, Schwellen montiert, Bodenmarkierungen verbessert. Das Ziel, das Bund und Kanton vorgeben: 85 Prozent der Automobilisten dürfen nicht schneller als 38 Stundenkilometer fahren. In keiner der drei Tempo-30-Zonen in Gurmels und Liebistorf wurde dies bis vor kurzem erfüllt, wie Messungen ergaben.

Auf Bewilligungen warten

«Es ist ein relativ langwieriger Prozess», sagt der Gurmelser Gemeinderat Jean-Marc Sciboz. Und ein kostspieliger obendrein: Die Gemeinde hat für ihre Tempo-30-Projekte bisher rund 65000 Franken ausgegeben – hinzu kommt ein grosser Aufwand für die Bauverwaltung.

Im Frühling will Gurmels an den drei Stellen erneut Messungen durchführen, damit der Kanton die Tempo-30-Zonen definitiv bewilligt. Doch schon jetzt werden in der Bevölkerung Rufe nach neuen solchen Zonen laut. An der letzten Gemeindeversammlung verlangte jemand Tempo 30 für die Bodenzelgstrasse. Im Quartier befindet sich ein Kindergarten. Gemeinderat Sciboz bestätigt, was schon Syndic Daniel Riedo damals sagte: «Bevor wir neue Zonen planen, wollen wir zuerst die drei anderen bewilligen lassen.»

Schwierigkeiten in Ried

Gross ist das Bedürfnis nach einer strengeren Tempolimite auch in Ried bei Kerzers. Viele Automobilisten sind im Dorf rasant unterwegs. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) attestierte 2010 ein hohes Risiko für Fussgänger. Sie empfahl, die Einführung von Tempo 30 auf einem Teil der Dorfstrasse zu prüfen.

An der Gemeindeversammlung im Dezember machte der Gemeinderat moderatere Vorschläge zur Temporeduktion: etwa zwei neue Fussgängerstreifen oder ein auf die Fahrbahn gemalter Hinweis «Vorsicht Kinder». Dafür gab es nicht nur Lob. Einige Anwesende beharrten darauf: Eine Tempo-30-Zone müsse her.

Der Kanton werde garantiert Einwände haben, versicherte Gemeinderat Fabian Jendly den Bürgern. Er solle es versuchen, erhielt er zur Antwort. Also tut er seither, was die Rieder von ihm verlangen. Mit dem Kanton klärt er die Möglichkeit einer Tempo-30-Zone ab. Jendly selber zweifelt an der Machbarkeit. Die nötigen massiven Verengungen findet er nicht sinnvoll, wegen der Lastwagen und der vielen Traktoren. Und das Gefälle sei zu gross: «Mit 30 Stundenkilometern durch Ried bergab zu fahren, bedeutet, dauernd auf der Bremse zu stehen.»

Jendlys Ausweg: Er möchte dem Kanton Tempo 40 schmackhaft machen: eine Lösung, die ihm im bernischen Müntschemier gefällt. «Das ist realistischer», sagt er gegenüber den FN. Der Haken daran: Der Kanton gewähre Tempo-40-Abschnitte nur selten, erklärt Jendly. Immerhin: Einige der wenigen Tempo-40-Schilder befinden sich nicht allzu weit weg: Sie stehen in Jeuss. Allerdings sind sie dort ein verkehrstechnisches Relikt aus früheren Zeiten.

Zusätzliche Massnahmen, um den Verkehr in der Tempo-30-Zone zu bremsen: Obere Mühle in Liebistorf.Bild Aldo Ellena

Tempo 30:Bauliche Massnahmen anstatt nur Radarkontrollen

So wäre es für die Gemeinden bequem: neue Schilder hinstellen, welche Tempo 30 signalisieren – und wenn die Autos noch immer zu schnell fahren, soll die Polizei halt fleissig Radarkontrollen durchführen. Doch so einfach funktioniert es nicht. Die Gemeinde – meist von Ingenieuren beraten – muss selber dafür sorgen, dass das Tempolimit eingehalten wird. Mit neutralen Messungen muss sie dies dem Kanton beweisen. An manchen Stellen reichen wenige Veränderungen, andernorts ist eine Vielzahl von «baulichen Verkehrsberuhigungselementen» nötig, wie es die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) ausdrückt. Möglich sind beispielsweise Verengungen, Schwellen, Torelemente und aufgemalte Signalisierungen. Zebrastreifen müssen oft entfernt werden.

Laut BFU-Statistik sterben bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern sieben von zehn Fussgängern, bei 30 Stundenkilometern sei es nur einer.

Tempo-30-Zonen gibt es zurzeit in neun Deutschfreiburger Gemeinden: Gurmels, Kerzers, Merlach, Muntelier, Murten, Plaffeien, Schmitten, St. Ursen und Tafers.mk

Sensebezirk: Entfernung der Fussgängerstreifen nicht genehm

Tempo 30 war in den letzten Jahren auch im Sensebezirk ein Thema. In Schmitten ist auf den Schulbeginn im Herbst 2010 eine solche Zone eingeführt worden. Gegen die Entfernung der Zebrastreifen rund um das Schulhaus gab es jedoch Opposition. Eltern fürchteten um die Sicherheit ihrer Kinder. Wie Ammann André Burger erklärt, ist die Arbeitsgruppe Schulwegsicherheit zurzeit daran, die ganze Situation zu überprüfen.

In Düdingen war die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in den Quartieren des Siedlungsgebiets an derGemeindeversammlung von Ende 2010 ein grosses Thema. Für die Umsetzung hatte der Gemeinderat einen Kredit von 650000 Franken beantragt. Die Vorlage wurde nach langer Diskussion zurück an den Gemeinderat gewiesen. Das Konzept wurde grundsätzlich als gut befunden, die geplante Entfernung der Fussgängerstreifen war der Hauptgrund für die Rückweisung. Der Gemeinderat behalte das Thema im Auge, wie Ammann Kuno Philipona auf Anfrage sagt. Die Initiative müsse aber aus dem Volk kommen. Eine quartierweise Einführung sei denkbar.im/mk/ak

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