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Leben ausserhalb der Geschlechter

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Riley Alexis ist 22 Jahre alt und geschlechtslos. Ein Gespräch darüber, wie es ist, als Transmensch durchs Leben zu gehen.

Riley, wo und wie bist du grossgeworden?

Ich bin in einem kleinen, konservativen Dorf im Wallis aufgewachsen. Trans zu sein ist da nicht gesellschaftskonform. Das Getratsche über mich und auch über meine Familie wurde mir zu viel, deshalb zog ich im Alter von sechzehn Jahren von Zuhause aus. Heute habe ich zum Grossteil meiner Familie guten Kontakt, meine Eltern unterstützen mich sehr.

Wie muss ich mir das vorstellen, trans zu sein?

Das ist schwierig zu beschreiben. Ich kann jedoch versuchen, es durch eine Allegorie näherzubringen: Die meisten Menschen sind Rechtshänder, jedoch gibt es auch Linkshänder. Wenn du geboren wirst, ist dir kein Stempel aufgedrückt, welcher sagt, ob jetzt links oder rechts deine dominante Hand ist. Doch als Linkshänder wird es sich falsch anfühlen, den Stift in die rechte Hand nehmen zu müssen. Seit meiner Transition kann ich den Stift nun endlich in der richtigen Hand halten.

Bist du in einer Community verankert, also in Kontakt mit anderen Transpersonen?

Beim Jugendtreff des Transgender-Networks bin ich auf einen WhatsApp-Chat gestossen, dem etwa 75 Transmenschen aus der deutschsprachigen Schweiz angehören. Alle sind zwischen 12 und 28 Jahre alt. Die Hälfte davon ist non-binary, also weder Mann noch Frau. Dieser Austausch tut gut, denn es zeigt dir, dass du nicht alleine bist. In der Schweiz leben schätzungsweise 40 000 Transpersonen, und doch fühlt man sich oft einsam und im Stich gelassen. Auch die Milchjugend ist eine tolle Plattform, welche gegen falschsexuelle Welten antritt. Nebst gemeinsamen Anlässen wird dort das sogenannte Milchbüchlein produziert, das ich ebenfalls schon mitgestaltet habe.

Du hast von der Unterstützung deiner Familie und Gleichgesinnten gesprochen – wurdest du jedoch auch schon öffentlich angefeindet?

Sexuelle Übergriffe und Gewalt an Trans-Personen ist eine Realität, deren Opfer auch ich bereits wurde. Im Ausgang in die Hose gefasst zu werden, weil der andere wissen will, welche Genitalien ich denn jetzt habe, ist keine Seltenheit. Auf Ämtern werden einem oft Steine in den Weg gelegt. Beispielsweise musste ich Beschwerde einreichen, da ich meinen Namen nicht ändern darf. Für alles wird ein psychiatrisches Attest benötigt. Auch beim Arzt kommt meistens zuerst mal die Frage: «Könnten Ihre Beschwerden denn von diesen Hormonen kommen, die Sie einnehmen?» So fühlt man sich nicht ernst genommen.

Einen abschliessenden Gedanken?

Ein Aufruf an alle trans-, intersex- und geschlechts-nicht-konformen Jugendlichen: Ihr seid nicht alleine, ihr seid ebenso wertvoll wie alle anderen und ebenso wichtig. In eurem Leben wird es Menschen geben, welche euch akzeptieren und euch lieben, wie ihr seid. Deshalb: Habt keine Angst, diesen Schritt zu wagen! Es wird sich lohnen!

Für Interessierte: www.transgender-network.ch www.milchjugend.ch

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