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Lebendiges Mittelalter im Ratzehof

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Lebendiges Mittelalter im Ratzehof

Im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg ist eine weitere Etappe der Umgestaltung abgeschlossen

Die Neugestaltung der Säle zur Kunst des Mittelalters im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg ist beendet. Damit ist die zweitletzte Etappe der Erneuerung des Ratzehofs abgeschlossen.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Die frisch gestrichenen Wände in den Räumen im Erdgeschoss des Ratzehofs und die neuen schlichten, weissen Sockel tragen viel dazu bei, die ausgestellten Kunstwerke aus der Zeit vom 12. bis ins frühe 16. Jahrhundert besser zur Geltung zu bringen. Ausserdem wurden die Werke in den einzelnen Sälen und im Gang chronologisch und thematisch geordnet, um das Verständnis zu erleichtern. Einige Stücke waren bereits vor der Renovation hier ausgestellt, andere standen an anderen Orten im Museum und wieder andere wurden neu angeschafft, wie Vizedirektorin Verena Villiger erklärt.

Zwischen Burgund
und Oberrhein

Im Kanton Freiburg ist, im Vergleich zu anderen Gebieten der Schweiz, eine grosse Anzahl mittelalterlicher Kunstwerke erhalten. Das hat einerseits mit der relativen Rückständigkeit Freiburgs zu tun, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein nachwirkte, und andererseits damit, dass im katholischen Freiburg kein Bildersturm stattfand, wie ihn Bern, Zürich oder Genf erlebten.

Viele mittelalterliche Skulpturen und Gemälde Freiburgs waren ursprünglich Teile von grösseren Ensembles, von Altären oder Bilderzyklen. Weil die Künstler des 13. und 14. Jahrhunderts oft über weite Strecken wanderten, um Arbeit zu finden, verbreiteten sie die stilistischen Eigenheiten ihrer Herkunftsgegend weitherum. Freiburg wurde dabei von zwei wichtigen Kulturen geprägt: jener des französisch beeinflussten Burgunds und jener des deutsch bestimmten Oberrheins.

Von der distanzierten Madonna
zur liebenden Muttergottes

Im ersten Saal des neu gestalteten Ratzehof-Parterres befinden sich die ältesten mittelalterlichen Skulpturen der Museums-Sammlung. Das älteste Stück ist ein hölzernes Kruzifix-Fragment aus Treyvaux aus der Zeit um das Jahr 1200. Etwa ein halbes Jahrhundert später entstand eine Madonnenfigur, die aus einem Bauernhof in Attalens stammt. Sie hat rund ein Dutzend Schwestern, die alle um die gleiche Zeit entstanden und aus der südlichen Westschweiz, aus Savoyen und dem Aostatal stammen, alles Gegenden, die damals unter savoyischer Herrschaft standen.

Frappant ist der Unterschied zu einer Madonnenstatue aus dem 15. Jahrhundert, die im nächsten Saal zu sehen ist. Im Gegensatz zu der idolhaft-distanzierten Madonna von Attalens, deren Kind eher als kleiner Erwachsener dargestellt ist, wirkt die 200 Jahre jüngere Muttergottes wie der Inbegriff mütterlicher Zuneigung. Ihr Blick ruht zärtlich auf dem Jesuskind, das als Säugling gezeigt wird, in Windeln gewickelt und am Finger lutschend.

Skulpturen und Gemälde aus dem späten 15. Jahrhundert finden sich in einem weiteren Saal, darunter das Fragment eines Wandgemäldes, das der junge Hans Fries für ein Haus an der Reichengasse geschaffen hatte. Das Gemälde zeigt den heiligen Christophorus, der gerade das Jesuskind durch den Fluss trägt – ein Jesuskind übrigens, welches das Freiburger Wappen in der Hand hält.

Hans Fries und der
«Meister der grossen Nasen»

Zahlreiche weitere Werke des Freiburger Meisters, der als bedeutendster Schweizer Maler aus der Zeit um 1500 gilt, finden sich in einem eigenen Saal. Dieser blieb weitgehend unverändert, da er bereits im Rahmen der Hans-Fries-Ausstellung 2001/2002 neu gestaltet worden war.

Viel Neues gibt es hingegen in einem Raum zu entdecken, in dem unter anderem Werke eines namenlosen Bildhauers zu sehen sind, der oft mit Hans Fries zusammenarbeitete. Man nennt ihn schlicht den «Meister der grossen Nasen», und seine Heiligendarstellungen wirken zugleich volkstümlich und auf sensible Weise ausdrucksstark.

Museum für Kunst und Geschichte, Murtengasse 12, Freiburg. Öffnungszeiten: Di. bis So. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr.

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