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Lebt die Jazz-Parade weiter?

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Lebt die Jazz-Parade weiter?

Trotz 200 000 Besuchern im 2003 sind die Konzerte für 2004 gefährdet

Die 15. Ausgabe der Jazz-Parade Freiburg gehört seit Sonntag der Vergangenheit an. Bei schönstem Sommerwetter erschienen die Menschen in Scharen. Trotzdem ist nicht sicher, ob es eine weitere Jazz-Parade in Freiburg gibt.

Von CHRISTINE CARON-WICKLI

Jean-Claude Henguely hat die Nase voll. «15 Jahre habe ich mich für die Jazz-Parade Freiburg eingesetzt. Und was habe ich geerntet? Einen Haufen Ärger, viel Missgunst von den Stadtbehörden und einen Zerriss in den lokalen Medien», meint der Organisator der Jazz-Parade enttäuscht. Das am Sonntag beendete Gratis-Openair hat an 17 Tagen 200 000 Besucherinnen und Besucher angelockt. «Unter den gegenwärtigen Bedingungen kann das Festival nicht im Stadtzentrum bleiben», sagt Henguely. Die Stadtbehörden hätten sich nicht an die vertraglich abgemachten Verpflichtungen gehalten. Er sei nicht mehr bereit, das finanzielle Risiko selber zu tragen.

Schadenersatz rechtlich
nicht begründet

Jean-Claude Henguely wirft der Stadt Freiburg vor, sich auf verschiedenen Ebenen nicht an die getroffenen Vereinbarungen gehalten zu haben. So hätten die öffentlichen Lokale länger offen halten können. Einige Gaststätten hätten zudem in nächster Nähe des Festivals auf der Gasse Bier zum halben Preis verkauft. Es habe niemand kontrolliert, ob diese Lokale über eine Genehmigung dazu verfügten, kritisiert Alexandre Emery, Henguelys Anwalt. Zusammen mit Emery überlegt Henguely eine Schadenersatzforderungen in der Grössenordnung von 50 000 Franken.

«Wir waren sehr erstaunt über Herrn Henguelys Vorwürfe. Wir verfügen über keinerlei rechtliche Basis, um diesen Lokalen die späteren Öffnungszeiten oder den Ausschank ihrer Getränke zu tieferen Preisen zu verbieten», erklärt der Freiburger Gemeinderat Jean Bourgknecht. Die Schadenersatzforderung sei nicht nachvollziebar, eine gesetzliche Rechtfertigung fehle.

Von Freiburg (noch) keine
finanzielle Unterstützung

Unbestritten ist die Jazz-Parade seit 15 Jahren fester Bestandteil des Sommerprogramms Freiburgs. Bourgknecht erklärt, dass sich Freiburg ganz klar hinter die Jazz-Parade stellt: «Dieses Festival schenkt unserer Stadt jeden Sommer fantastische Unterhaltung.» Das Festival verfügt bis 2007 über eine Bewilligung in Freiburg. Für Bourgknecht ist klar, dass es eine weitere Diskussionsrunde mit dem Organisator Henguely geben wird. «Wir wären aber schon froh, wenn er unsere Position einmal anerkennen würde.»

Die Stadt Freiburg stellt den Veranstaltern keine finanzielle Unterstützung zur Verfügung, unterhält und reinigt aber die Schauplätze des Festivals. Dies komme im 2003 einem Beitrag von umgerechnet rund 48 000 Franken gleich, erklärt Bourgknecht. Die Entsorgung des Abfalls geht jedoch laut Henguely – dieses Jahr bezahlte er 4000 Franken Kehrichtgebühren – auf Kosten des Veranstalters.
Jean-Claude Henguely hat bei Coriolis, dem Freiburger Kompetenzzentrum für Kultur, ein Subventionsgesuch eingereicht. «Für dieses Jahr ist kein Beitrag möglich. Aber für 2004 ist noch alles offen», gibt sich Bourgknecht zuversichtlich.

Keine Eintritte, dafür
hohe Getränkepreise

Auf die Frage, wie hoch der Gewinn für den Veranstalter dieses Jahr ausfalle, antwortete Henguely mit einem müden Lächeln: «Der grosse Gewinn ist ein Mythos. Ich kann froh sein, wenn ich knapp über die Runden komme.» Nur dank der im letzten Moment gewährten finanziellen Unterstützung durch die Loterie Romande habe die Jazz-Parade 2003 überhaupt stattgefunden.

Zum Glück habe dieses Jahr das Wetter mitgespielt, sonst würden sie jetzt Konkurs anmelden müssen. Hinzu komme, dass die Organisatoren im Vorfeld der 15. Auflagen rund 250 000 Franken investiert hätten, um den Forderungen der Stadt bezüglich Lärmschutz gerecht zu werden.
«Wir werden im September die Öffentlichkeit über den Gewinn der Jazz-Parade 2003 informieren. Die Jazz-Parade ist sicher keine Goldgrube, jedenfalls nicht für den Veranstalter», meint Henguelys Anwalt Alexandre Emery sarkastisch.

Das Gesamtbudget des Jazz-Festivals in Freiburg beträgt rund eine Million Franken und wird zu 60 Prozent aus Getränkeverkäufen bestritten. Der Rest stammt zu je 20 Prozent von Verpflegungsständen und aus dem Sponsoring. Im Moment arbeite ein Treuhandbüro an der Endabrechnung der diesjährigen Ausgabe. Henguely rechnet mit einem Einnahmenverlust bei den Getränken gegenüber dem Vorjahr von rund 20 Prozent.

Wegzug in einen Vorort
oder nach Payerne?

Jean-Claude Henguely möchte mit seiner Jazz-Parade eigentlich schon in der Stadt Freiburg bleiben. Doch sei die gegenwärtige Ausgangslage zu risikoreich. Bringen die angesetzten Gespräche mit den Freiburger Stadtbehörden nichts, sei ein Umzug in einen Vorort denkbar. Henguely prüft zudem die Variante, als Jazz-Parade-Ersatz die «Fiesta» in Payerne VD auszubauen. Henguely: «Freiburg ohne Jazz-Parade – das wäre sehr schade.»

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