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Leerwohnungsbestand noch kleiner

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Leerwohnungsbestand noch kleiner

Prekäre Situation in der Broye- und Seeregion

Die Anzahl der leer stehenden Wohnungen sinkt unaufhörlich. Mitte 2003 standen im Kanton Freiburg bloss 1046 leer, während es ein Jahr zuvor noch 1347 waren (-22,3 Prozent). Damit hat sich der Bestand der Leerwohnungen zum fünften aufeinander folgenden Male verkleinert.

Von WALTER BUCHS

Der Mangel an Wohnungen ist zwar im Kanton Freiburg noch nicht so spürbar wie in den Kantonen Genf, Zürich oder Waadt. Dort liegt die Leerwohnungsziffer zwischen 0,17 und 0,53 Prozent, während im Kanton Freiburg am 1. Juni 2003 0,97 Prozent der insgesamt verfügbaren Wohnungen leer standen. Liegt diese Quote unter 1,8 Prozent wird in der Regel bereits von einem Mangel an Wohnraum gesprochen.

Anhaltender Abwärtstrend

Auffallend ist aber, dass die Verknappung des frei verfügbaren Wohnraumes Jahr um Jahr zunimmt. Während die Leerwohnungsziffer 1998 im Kanton noch bei 2,21 Prozent lag, betrug sie Mitte 2001 dann 1,78 Prozent, um Mitte des vergangenen Jahres unter die kritische Grenze von einem Prozent zu sinken, wie dies auch in neun weiteren Kantonen der Fall ist.

Die Gründe für diese Entwicklung liegen auf der Nachfrage- und auf der Angebotsseite. Erfreulich ist, dass die Bevölkerung im Kanton Freiburg seit Jahren zunimmt, weshalb ebenfalls der Bedarf an Wohnraum gestiegen ist. In Zeiten der wirtschaftlichen Baisse wurde die Wohnproduktion etwas gedrosselt. Sie war aber im Kanton auch in den vergangenen Jahren immer positiv. In den letzten Quartalen stellt man zudem fest, dass der Wert der bewilligten Neuwohnungen spürbar zugenommen hat. Dies könnte den erwähnten Abwärtstrend jetzt stoppen, wenn gleichzeitig die Anleger in Immobilienwerte ihre Zurückhaltung der vergangenen Jahre etwas aufgeben.

Grosse regionale Unterschiede

So wie es bezüglich Leerwohnungsziffer grosse Unterschiede unter den Kantonen gibt, ist dies auch bei den Freiburger Bezirken der Fall. Zwischen dem Glane- und insbesondere dem Saanebezirk und den anderen Bezirken bestehen enorme Differenzen. Im Seebezirk mit einem ungefähren Wohnungsbestand von 12 346 Einheiten gab es Mitte 2003 nur gerade 49 leere Wohnungen (0,4 Prozent). Die Situation hat sich in diesem Bezirk wenigstens nicht verschlechtert, was insbesondere auf eine kleine Erholung in Murten zurückzuführen ist, wo der Wohnungsbestand innert Jahresfrist um knapp 100 Einheiten zugenommen hat. In zahlreichen Gemeinden dieses Bezirks wurden aber bei der Zählung am 1. Juni 2003 überhaupt keine leeren Wohnungen gezählt.

Gesamtschweizerisch stellt man fest, dass die Leerstandsquoten in den Agglomerationen tendenziell tiefer sind als in anderen Regionen. Diese Feststellung trifft aber für den Kanton Freiburg offensichtlich nicht zu. Mit einer Leerwohnungsziffer von 2,49 scheint der Wohnungsmarkt in der Stadt Freiburg tatsächlich gesund zu sein. Doch in den anderen Bezirkshauptorten mit Ausnahme von Romont ist die Lage auch eher prekär.

Alle Wohnungskategorien
betroffen

Von den 1046 am 1. Juni 2003 unbesetzten Wohnungen im Kanton Freiburg (inklusive 144 Einfamilienhäuser) waren 837 zu vermieten und 209 zu verkaufen, unter ihnen 51 Neubauten. Die Zahl der zur Miete
ausgeschriebenen leeren Wohnungen ist innert Jahresfrist um gut 25 Prozent zurückgegangen. Mit Ausnahme der 5-Zimmer-Wohnungen betrifft dies alle Wohnungsgrössen, insbesondere die 2- und 3-Zimmer-Wohnungen. Interessanterweise ist diese Feststellung genau deckungsgleich mit der gesamtschweizerischen Entwicklung.

Was läuft schief?

«Die Wohnungssuche in der Schweiz ist seit 1993 nie mehr so schwierig gewesen, dies trotz wirtschaftlicher Rezession mit sinkenden Baupreisen.» Mit diesen Worten kommentiert der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband (MV) die aktuelle Lage auf dem Wohnungsmarkt und sieht hiefür vielfältige Gründe.

Als Hauptursache wird das Verhalten der grossen Investoren gesehen. Nach der Spekulationswelle Anfang der 90er Jahre und dem darauf folgenden Crash der Immobilienwerte hätten die grossen Pensionskassen, aber auch Private nur noch zurückhaltend in den Wohnungsbau investiert. Dieser Trend sei Ende der 90er Jahre durch den Börsenboom massiv verstärkt worden.

In der Zwischenzeit ist zwar die Börsenblase geplatzt, und der Immobilienmarkt als langfristig sichere und beständige Anlage gewinnt wieder an Attraktivität. Bis sich diese Umorientierung konkret in der Erstellung neuer Wohnungen auswirke, würden wegen der langen Vorlaufzeiten bei der Realisierung von Wohnprojekten voraussichtlich noch Jahre vergehen.

Der MV rechnet deshalb frühestens im Jahr 2005 mit einer Verbesserung der Wohnsituation. Mit umso grösserem Unverständnis wird deshalb zur Kenntnis genommen, dass sich der Bund ausgerechnet in der jetzigen Zeit im Rahmen des Entlastungsprogramms aus dem sozialen Wohnungsbau verabschiedet. wb

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