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Lehrer sind skeptisch

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Lehrer sind
skeptisch

Die Lehrerschaft Deutschfreiburgs hat Vorbehalte gegenüber der Einführung einer zweiten Fremdsprache in der Primarschule. Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Vorhabens der schweizerischen Erziehungsdirektoren seien derzeit nicht optimal.

Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat sich in der lange umstrittenen Frage des Fremdsprachen-Unterrichts kürzlich auf einen verbindlichen, gesamtschweizerischen Fahrplan geeinigt. Dieser sieht vor, dass spätestens ab dem Schuljahr 2012/13 neben der Lokalsprache eine erste Fremdsprache ab der 3. und eine zweite ab der 5. Klasse gelehrt werden soll (FN vom 1. April).

Mit dem Konzept, dass alle Schülerinnen und Schüler in der obligatorischen Volksschule (bis zur 9. Klasse) neben der Lokalsprache eine zweite Landessprache und Englisch erlernen sollen, ist auch der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) einverstanden. Das schreibt der Verein der Lehrerinnen und
Lehrer Deutschfreiburg (LDF) in
einer Medienmitteilung. Gleichzei-tig erinnert er daran, dass dieser Grundsatz im Kanton Freiburg, wo ab der 3. Klasse Französisch und
ab der 7. Klasse Englisch unterrich-tet wird, schon heute umgesetzt werde.

Rahmenbedingungen müssten
verbessert werden

Wenn es aber um die Einführung einer zweiten Fremdsprache bereits in der Primarschule geht, haben sowohl der LCH als auch der ihm angeschlossene LDF klare Vorbehalte. Zwar anerkennen beide Institutionen, dass die EDK einige wichtige Bedingungen für das Gelingen des erweiterten Sprachenunterrichts nennt. Angesichts der laufenden Sparrunden und Abbaumassnahmen im Bildungsbereich sei es aber höchst unsicher, ob die Kantone die nötigen erheblichen Mehrinvestitionen dann auch wirklich tätigten, schreibt der LDF. Der Verein befürchtet vielmehr einen Abbau zum Beispiel bei musischen Fächern.

Zudem vermisst der LDF im EDK-Konzept Empfehlungen zur Verbesserung der zeitlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer: Die im internationalen Vergleich sehr hohe Anzahl Pflichtlektionen pro Woche und der tiefe Betreuungsfaktor (Anzahl Lehrpersonen pro Klasse) führten in der Schweiz zu weit schlechteren Bedingungen für die Unterrichtsarbeit als in den PISA-Spitzenländern.

Primarschule nicht
überfrachten

Laut LDF bestehen in der Lehrerschaft unterschiedliche Positionen in der Frage, ob eskünftig zwei Fremdsprachen in der Primarschule (1. bis 6. Schuljahr) vertragen würde. Der LDF selbst lehnt es zum heutigen Zeitpunkt klar ab, mit einer zweiten Fremdsprache ab der 5. Klasse zu beginnen.

Unter den heute in der Schule gegebenen Voraussetzungen sei bereits die Festigung der ersten Unterrichtssprache keineswegs garantiert. Ein hoher Anteil fremdsprachiger Kinder, grosse Schulklassen, Sparmassnahmen, soziale Spannungen und die Integration von besonders intensiv zu fördernden Kindern belasteten die Schule und insbesondere die Lehrpersonen im Kanton Freiburg schon jetzt zu stark. Eine zusätzliche Fremdsprache würde die Situation in einem nicht vertretbaren Mass verschärfen, so der LDF

Ständige Überprüfung

Wie der LCH, begrüsst auch der LDF die Absicht der EDK, die Reform sehr eng mit einer ständigen Evaluation zu verknüpfen: Eine Überprüfung, ob die Kantone die nötigen Rahmenbedingungen für seriösen Sprachenunterricht wirklich bereitstellten und ob sich die erhoffte Wirkung einstelle, sei dringend nötig. Die Lehrerschaft wünsche sich einen erfolgreichen Sprachenunterricht und werde sich gegen schlechte Lösungen energisch zur Wehr setzen. FN/Comm.

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