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Leicht verdiente Punkte

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Gottéron, das hatten die letzten Auftritte vor der Nationalmannschaftspause untermauert, ist nach dem inzwischen schon fast vergessenen harzigen Saisonstart als Team weitestgehend gefestigt. Trainer Mark French konnte mit ein wenig Anlaufzeit jene Stabilität im Spiel der Freiburger implementieren, die Hochs und Tiefs – auch im Verlaufe eines Spiels – in einem moderaten Rahmen halten. Die grosse Frage bei der gestrigen Meisterschaftsreprise war deshalb, welches Gesicht die Bündner Gäste im St. Leonhard zeigen würden. Das desolate, das sie insbesondere in den Heimspielen vermitteln, oder aber das kämpferische, um die Playoffs ringende, mit dem der HCD vor dem Länderspielbreak auswärts die grundsoliden SCL Tigers bezwingen konnte?

Orientierungslose Davoser

Die Antwort lieferten die Gäste, die nur mit zwei Ausländern antreten konnten, schnell. Zutage trat ab dem ersten Bully ihre chaotische Seite – und damit ist beileibe nicht ein organisiertes Chaos, wie Gottérons Marc Abplanalp das Spiel der Davoser im Vorfeld der Partie beschrieben hatte, gemeint. Das Team von Trainer Arno Del Curto zeigte sich vielmehr in einer erschreckenden Verfassung. Natürlich, mit den verletzen Magnus Nygren und Lukas Stoop fehlten dem HCD gestern zwei Schlüsselspieler in der Verteidigung, doch das alleine vermag die eklatante defensive Orientierungslosigkeit nicht zu erklären. Noch waren keine 10 Minuten absolviert, da führte Gottéron bereits komfortabel mit 4:0. Jacob Micflikier mit seinem ersten Tor für die Freiburger nach 63 Sekunden, Andrei Bykow nach herrlicher Kombination, Benjamin Chavaillaz mit der Torpremiere eines Got­téron-Backs in diesem Championat (ein Davoser hatte den Puck per Schlittschuh unglücklich abgelenkt) und Julien Sprunger mit seinem neunten Saisontreffer wussten die haarsträubenden Positionierungsfehler der Gäste vorzüglich auszunutzen.

Wirklich zu überraschen vermochten die Lücken in der Davoser Defensive – in der der gelernte Stürmer und Routinier Andres Ambühl aushalf, aber wie alle anderen auch völlig im Schilf stand – indes nicht. Bis auf Félicien Du Bois fehlt es den Verteidigern schlicht an Qualität und Erfahrung. Ähnliches lässt sich über den Angriff sagen, zumal dieser ohne die verletzten Schweden Anton Rödin und Perttu Lindgren auskommen muss. Dass Gottérons Goalie Reto Berra den ersten Abschlussversuch der Gäste erst in der 18. Minute (!) zu behändigen hatte, ist zwar höchst bedenklich, aber ebenfalls nicht weiter erstaunlich. Zu schwach ist gerade die so wichtige Centerposition bei Davos besetzt. Neben dem seiner Form meilenweit hinterherlaufenden Internationalen Enzo Corvi hätten mit Benjamin Baumgartner, Marc Aeschlimann sowie Thierry Bader drei Youngster das Offensivspiel ankurbeln sollen. Hätten ist hierbei das Stichwort, denn davon waren sie weit entfernt.

Unerklärlich ist derweil mitunter das Coaching Del Curtos. So liess er zum x-ten Mal den schwedischen Torhüter Anders Lindbäck trotz frühen Gegentreffern im Kasten, obwohl dieser nach dem 4:0 seine Kelle wutentbrannt am Torgestänge zerstörte. Der Davoser Coach verzichtete jedoch darauf, seinen oftmals bemitleidenswerten Keeper zu schützen und Ersatz Gilles Senn zu bringen – auch um womöglich eine Reaktion im Team zu provozieren. Fast scheint es so, als ob der ratlos wirkende Del Curto nicht eingestehen will, dass das Engagement Lindbäcks ein Fehler gewesen ist und er stattdessen besser einen zusätzlichen ausländischen Verteidiger geholt hätte, um die höchst fragile Defensive zu stabilisieren.

Freiburger im Schongang

Gottéron freilich konnte die Misere der Bündner nur recht sein. Ohne grossartig forcieren zu müssen, konnten sie in der Folge Davos unter Kontrolle halten und das Skore dank Matthias Rossi – der neben seinem ehemaligen Bieler Mannschaftskollegen Micflikier richtiggehend aufgeblüht ist (vier Treffer in den letzten fünf Partien) – gar zum 5:0 ausbauen (32.). Schade, dass Corvi nach dem zwischenzeitlichen 6:0 durch den Torschützen vom Dienst, Killian Mottet, den dritten Shutout für Berra in dieser Saison mit dem Davoser Ehrentreffer zunichtemachte (50.) und Ralph Stalder ab der gleichen Minute mit einer Beinblessur auf der Auswechselbank blieb.

Während die Freiburger mit dem zweiten Sieg gegen Davos in der Rangliste auf Rang drei geklettert sind, sieht es für die Bündner langsam, aber sicher zappenduster aus. «Momentan läuft alles gegen uns. Wir sind eine gute Mannschaft, irgendwann wird es zu unseren Gunsten drehen», übte sich Corvi in gängigen Durchhalteparolen. Gänzlich anders sieht die Stimmungslage bei den Freiburgern aus. «Mit Siegen bauen wir unser Selbstvertrauen weiter aus und können so in Zukunft noch gefährlicher werden», bilanzierte der Ex-Davoser Noah Schneeberger, der exemplarisch für den immensen Substanzverlust beim Rekordmeister steht.

Telegramm

Gottéron – Davos 6:1 (4:0, 1:0, 1:1)

St. Leonhard. – 5494 Zuschauer. – SR Müller/Fonselius, Altmann, Fuchs. – Tore: 2. (1:03) Micflikier (Bykow) 1:0. 7. Bykow (Micflikier, Rossi) 2:0. 9. Chavaillaz (Slater, Forrer) 3:0. 10. Sprunger (Miller) 4:0. 32. Rossi (Bykow) 5:0. 41. (40:27) Mottet 6:0. 50. Corvi (Ambühl, Heldner) 6:1. Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Freiburg-Got­téron; 5-mal 2 Minuten gegen Davos.

Freiburg-Gottéron: Berra; Holos, Chavaillaz; Abplanalp, Stalder; Schneeberger, Schilt; Forrer; Mottet, Slater, Marchon; Rossi, Bykow, Micflikier; Sprunger, Walser, Miller; Vauclair, Schmutz, Lhotak; Meunier.

Davos: Lindbäck; Du Bois, Jung; Paschoud, Ambühl; Heldner, Barandun; Payr; Meyer, Corvi, Prince; Pestoni, Baumgartner, Hischier; Marc Wieser, Bader, Dino Wieser; Kessler, Aeschlimann, Egli; Frehner.

Bemerkungen: Gottéron ohne Furrer und Birner (verletzt). Davos ohne Rödin, Lindgren, Nygren und Stoop (alle verletzt). – Timeout Davos (7.). – 51. Stalder verletzt ausgeschieden.

Die FN-Besten: Micflikier und Paschoud.

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