Leichtathletik 09.04.2019

Eine Herzensangelegenheit

Lokalmatador Andreas Kempf hielt am Samstag beim 39. Heitenriederlauf den Erwartungen stand und holte sich den Sieg. Um den Streckenrekord zu knacken, fehlte ihm indes die nötige Topform.

Unweit des Start- und Zielgeländes vom Heitenriederlauf aufgewachsen, ist für Andreas Kempf die Teilnahme an seinem Heimrennen immer etwas ganz Besonderes. «Viele Leute sind nur wegen mir hier, und ich starte mit der Nummer 1, das ist ziemlich speziell», sagt der 30-Jährige. Er müsse unter diesen Umständen schon fast gewinnen – am liebsten in einer neuen Rekordzeit. Die hat seit 2014 Kadi Nesero in 32:30 Minuten über die Distanz von 10,2 Kilometern inne. Tatsächlich siegte Kempf am Samstag, die Bestzeit verpasste er in 33:17 Minuten jedoch deutlich. «Der Rekord ist mittlerweile schon fast ein Karriereziel», schmunzelte Kempf nach dem Rennen. «Ich habe OK-Präsidentin Marie-Madelaine Aebischer gesagt, dass ich nicht aufhören werde, bis ich den Rekord gelaufen habe.» War er zuletzt bereits einmal bis auf fünf Sekunden an die Bestmarke herangekommen, habe er diesmal gewusst, dass er nicht in Topform sei und es deshalb schwierig würde.

Berlin-Marathon im Fokus

An der mangelnden Konkurrenz hatte es dem Athleten des TSV Düdingen jedenfalls nicht gemangelt. Der Berner Dominik Rolli lieferte dem Lokalmatador einen harten Kampf. «Ich wusste, dass es eng wird gegen ihn, wenn es hüglig ist.» Rolli hat sich als Saisonziel die Berglauf-EM vom Juli in Zermatt gesteckt und will sich für diese internationalen Meisterschaften Mitte Juni bei den Schweizer Meisterschaften anlässlich Neirivue-Moléson qualifizieren. «Hinsichtlich dieses Rennens war der Heitenriederlauf ein guter Test», erklärte der Berner. «Hingegen wusste ich, dass ich gegen Andreas schon öfters verloren habe und wohl nichts zu machen ist …» Dabei dachte er etwa an den letzten Murtenlauf, an dem er lange mit dem Freiburger mithalten konnte, am Ende jedoch abreissen lassen musste.

«Der letzte Kilometer war reine Kopfsache», so Kempf, der sich im letzten Aufstieg ein paar Meter Luft verschafft hatte, Rolli im Flachen aber wieder herankommen lassen musste. Er habe keinen einfachen Winter gehabt. «Die Umstellung vom Studium zu einer 60-Prozent-Stelle im Personalmanagement bei der Ruag war nicht einfach. Ich hatte mehr Mühe, mich von den Trainings zu erholen.» Deshalb hat der Team-Europameister im Halbmarathon von 2016 auch einen Frühlingsmarathon abgesagt. Stattdessen will er sich nun voll auf den Berlin-Marathon vom Herbst vorbereiten. «Ich habe bereits abgeklärt, dass ich mich im Sommer vier Wochen im Engadin darauf vorbereiten kann.» Sein Ziel ist es, die persönliche Bestleistung im Marathon an selber Stelle (2:19:22 Stunden im 2017) zu verbessern. «Mit meiner Erfahrung aus bisher zwei Marathons wäre eine Zeit von 2:16 oder 2:17 anständig.» Zuvor wird Kempf Mitte Juni aber noch die Schweizer Meisterschaft über 10 Kilometer in Thun, den GP Bern und wohl den Halbmarathon in Lugano bestreiten. Kein Thema sind die 5 Kilometer auf der Bahn, die lange Zeit seine Paradedisziplin waren. «Dafür fehlen mir die schnellen Trainings.»

Das Podest vervollständigte bei den Männern Jérémy Schouwey (CS Hauteville), der im letzten Anstieg dem Spitzenduo nochmals bedrohlich nahe herangekommen war. «Am Ende fehlte mir dann aber die Kraft, um noch um den Sieg zu sprinten.» Undankbarer Vierter wurde Jari Piller (TSV Düdingen). Er habe nie im roten Bereich laufen können. «Zuletzt hatte ich viel trainiert und deshalb fehlte die Energie.»

Teres Heimlicher dominiert

Eine klare Sache war das Rennen der Frauen. Teres Heimlicher vom LAT Sense setzte sich in einer Zeit von 40:06 Minuten überlegen durch. Die zweitplatzierte Amélie Bertschy (TSV Düdingen) verlor auf die Siegerin gut eineinhalb Minuten. Mit Inga Wagenmester sicherte sich eine zweite Läuferin vom LAT Sense einen Platz auf dem Treppchen.