Leichtathletik 30.07.2020

Geduscht wird ohnehin zu Hause

10 Kilometer, 640 Höhenmeter: Was idyllisch aussieht, ist definitiv kein Spaziergang.
Weil es die Organisatoren schon immer unkompliziert mochten, findet am Samstag der Stierenberglauf statt. Die Nachfrage nach sportlichen Wettkämpfen scheint gross, die 300 Startplätze sind bereits alle vergeben.

Es ist auch für Läuferinnen und Läufer kein schönes Jahr. Beliebte Grossanlässe wie der Murtenlauf und die Corrida Bulloise sind bereits Monate vor der geplanten Durchführung gestrichen. Dabei ist die Lust auf Sport in der freien Natur grösser denn je. Das weiss Hugo Raemy als Inhaber eines Bike- und Sportshops («Das Velobusiness boomt»), er weiss es aber auch als OK-Präsident des Stierenberglaufs. «Die Leute sind motiviert, alle warten darauf, wieder an Wettkämpfen teilzunehmen, sich wieder mit anderen zu messen.»

Der Run auf die Startplätze gibt Raemy recht. Bereits am Montag waren alle 300 vergeben. «Seither haben mich mehrere Läuferinnen und Läufer im Geschäft angerufen und gefragt, ob es nicht irgendeine Möglichkeit gebe, doch noch teilzunehmen. Aber ich kann natürlich auch nichts machen.» Denn vor zwei Wochen begrenzte der Freiburger Staatsrat die maximale Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen auf ebendiese 300. «Das ist die einzige Einschränkung, die uns wehtut.» Denn womöglich wäre dieses Jahr ein neuer Rekord dringelegen. Letztes Jahr waren knapp 400 Läuferinnen und Läufer am Start, nur die Hälfte davon hatte sich vorangemeldet.

Unkomplizierte Bergläufer

Ansonsten kann die Corona-Pandemie dem Stierenberglauf nicht viel anhaben. «Wir mochten es schon immer einfach und unkompliziert – das kommt uns jetzt zugute», sagt Raemy. Eine OK-Sitzung reiche, den Rest regle man in einer Whatsapp-Gruppe. So hätten sie problemlos abwarten können, wie sich die Lage entwickle.

«Zudem unterscheiden sich die Bergläufer von den Strassenläufern.» Garderoben und Duschen gibt es beim Stierenberglauf ohnehin nie. «Beim Murtenlauf wäre so etwas ­natürlich nicht möglich. Da wollen die Läufer gleich duschen und dann mit dem Zug nach Hause. Der Bergläufer wechselt im Ziel das Shirt und gut ist. Geduscht wird dann zu Hause.»

Dass in diesem Jahr keine Anmeldungen vor Ort möglich sind, kommt den Organisatoren durchaus entgegen. «Das ist immer ein ziemlicher Stress. Seit Jahren wünschen wir uns, dass sich die Leute voranmelden, damit wir wissen, was auf uns zukommt. Aber viele warten lieber ab, ob das Wetter gut ist. Oder ob sie vielleicht nicht doch lieber etwas anderes machen wollen.» Diesmal mussten sich die Athleten früh entscheiden.

Abgesehen davon, dass es keine Siegerehrung gibt und die Preise stattdessen nach Hause geschickt werden, würden die Athleten am Samstag kaum Unterschiede spüren, sagt Raemy. Auch die zwei Verpflegungsstationen werden – unter Einhaltung der Hygienemassnahmen – beibehalten. Gestartet wird in zwei Blöcken. «Es wird sicher ein paar Markierungen und Hinweise mehr geben. Aber gleichzeitig wissen die Menschen seit März allmählich selbst, wie sie sich zu verhalten haben.»

In Angriff nehmen die zehn Kilometer lange Strecke von der Gypsera zum Bärghus Riggisalp auch die beiden Vorjahressieger Inge Jenny (Düdingen) und Cédric Lehmann (Bern). Gestartet wird ab 9.30  Uhr.