Cross 14.01.2020

Kyburz auf Kurs

Matthias Kyburz führt die Spitze vor Yan Volery, Jari Piller, Mekonen Tefara und Fabian Kuert an.
Wie 2019 entschied der frühere OL-Weltmeister Matthias Kyburz den Düdinger Cross vom Samstag zu seinen Gunsten. Den Freiburger-Meister-Titel sicherte sich Yan Volery als Dritter. Inge Jenny war beste Freiburgerin.

Matthias Kyburz hat in diesem Jahr wieder Grosses vor. Nachdem der 29-jährige Rheinfeldner sieben Saisons lang jeweils mindestens einen EM-, einen WM-Titel oder den Gesamtweltcup im Orientierungslauf gewonnen hatte, ging er 2019 – auch aus Verletzungsgründen – leer aus. «Die Saison ohne grosse Titel hat in mir den Hunger nach neuen Erfolgen geweckt», erklärte Kyburz nach seinem Sieg beim Düdinger Cross vom Samstag. «Ich bin sehr motiviert ins Wintertraining gestartet.» Mit nur 100 Stunden Lauftraining von Juli bis November sei der Start eher harzig verlaufen, an den Weihnachtsläufen in Soon und Zürich zeigte die Formkurve aber nach oben. Diese Tendenz bestätige Kyburz beim Düdinger Cross. Mit einer Zeit von 27:17 Minuten für die 9,3 Kilometer distanzierte er den zweitplatzierten Fabian Kuert (LV  Langenthal), den amtierenden Schweizer Meister im Cross, um rund 40 Sekunden. «Der Düdinger Cross passt vom Termin einfach gut in meinen Kalender, zudem wohne ich in der Nähe», sagte Kyburz, der mit einem 40-Prozent-Pensum bei den SBB angestellt ist, zu den Beweggründen, weshalb er wie bereits im Vorjahr im Leimacker am Start war. Seine Ziele für 2020 sind klar. Mit einer EM und einer WM im OL will er in diesem Jahr wieder an frühere Erfolge anknüpfen.

Erfolg trotz Prüfungsstress

Einen starken Eindruck hinterliess am Samstag auch Yan Volery. Der Athlet vom SA Bulle klassierte sich in 28:05 Minuten als Dritter und holte damit seinen ersten Freiburger-Meister-Titel bei den Aktiven, zählte der Lauf in Düdingen doch erneut als kantonale Cross-Meisterschaft. Eigentlich auf der Bahn zu Hause, beeindruckte Volery im Gelände. «Ich ging volle Pulle. Entweder es klappt – oder eben nicht.» Am Samstag ging die Rechnung des Freiburgers auf. Dabei waren die Voraussetzungen nicht optimal, hatte er doch tags zuvor seine ersten Examen an der HSG St. Gallen absolviert. «Ich war in der Tat noch ein wenig müde. Aber das Laufen ist ein guter Ausgleich zum Wirtschaftsstudium», hielt Volery fest. Seine Prioritäten hätten sich ein wenig verschoben, er sei aber nach wie vor motiviert. So will Volery in dieser Saison bei den nationalen Hallenmeisterschaften über die 3000 Meter und bei den Schweizer Cross-Meisterschaften vom 7. März in Farvagny gute Resultate erzielen.

Dass Volery an diesem Tag nicht in seiner Reichweite lag, musste Jari Piller – Titelverteidiger und mehrfacher Freiburger Cross-Meister – schnell einmal feststellen. In 29:02 Minuten wurde der Lokalmatador vom TSV Düdingen Fünfter und holte damit diesmal Silber. «Damit bin ich zufrieden.» Piller war zuletzt im Engadin und viel in der Loipe unterwegs. «Ich habe darum erwartet, dass es ein riesiger Kampf für mich werden würde, doch das war nicht der Fall.» Bei Sonnenschein sei der Cross vielmehr wie ein Frühlingslauf gewesen, zudem habe er auf die lautstarke Unterstützung der Düdinger Junioren entlang der Strecke zählen können, die er einmal wöchentlich trainiert.

Die Bronzemedaille in der Freiburger Meisterschaft ging mit Rang 9 an Luca Vogelsang (LAT Sense), der zuletzt in Zürich den Neujahrs-Halbmarathon für sich hatte entscheiden können. Der Düdinger Adrien Jenny seinerseits – kurzfristig am Start – lief als 13. ins Ziel. «Ich renne nur noch aus Freude. Leiden musste ich trotzdem», sagte er mit einem Schmunzeln. Er hat sich die kantonale 10-Kilometer-Meisterschaft in Payerne Ende Februar als Ziel vorgenommen.

Jenny im Rhythmus

Dieses Rennen hat sich auch seine Frau Inge Jenny in ihrem Wettkampfkalender fett angestrichen. Mit einer Zeit von 19:13 Minuten über die 5,3  Kilometer wurde sie beim Düdinger Cross Fünfte und holte sich damit den Freiburger-Meister-Titel im Cross. «In ­Payerne will ich die persönliche Bestleistung von 37:41 Minuten über 10 Kilometer verbessern. Eine Zeit von unter 37 Minuten wäre ein Traum.» Ein Traum seien auch die Bedingungen am Samstag gewesen. «Der Boden war nur an zwei Stellen etwas sumpfig. Es war herrlich.» Die 41-Jährige, die 2017 mit den Freiburger-Meister-Titeln im Cross, im Berglauf, auf der Bahn (5 km) und der Strasse (10  km) so etwas wie den «Grand Slam» der Freiburger Leichtathletik geholt hatte, trainiert fünfmal in der Woche 40 bis 90 Minuten. «Das ist ein guter Rhythmus für mich.»

Silber und Bronze in der Cross-Meisterschaft gingen an Amélie Bertschy (TSV Düdingen, Rang 7) und Marion Monney (CA Gibloux Farvagny, Rang 10). Den Tagessieg holte sich derweil Delia Scherrer vom KTV Bütschwil in 18:06 Minuten. Die aktuelle nationale Titelträgerin im Kurzcross verwies Céline Aebi (LV Langenthal) und Martia Ruch (TV Länggasse Bern) auf die Plätze.

«Ich ging volle Pulle. Entweder es klappt – oder eben nicht.»

Yan Volery

Freiburger Cross-Meister