Leichtathletik 02.08.2019

Siege für Lehmann und Jenny

Bei herrlichen Bedingungen nahmen gestern in Schwarzsee fast 400 Läuferinnen und Läufer am Stierenberglauf teil. Cédric Lehmann aus Bern absolvierte die Strecke in 45:17 Minuten am schnellsten.

Bereits zum elften Mal fand gestern der Stierenberglauf statt. Dabei hatten die Läuferinnen und Läufer zehn Kilometer von der Gypsera am Schwarzsee bis hinauf zur Berghütte Riggisalp hinter sich zu bringen. Ganze 640 Höhenmeter gilt es dabei zu bewältigen. Der zum Freiburger Volkslauf FriRun Cup zählende Lauf vermochte auch diesmal fast 400 Läufer vorab aus der Region, aber auch aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem Ausland, anzulocken. Speziell dabei, dass nur gerade die Hälfte sich vorangemeldet hatte. Die anderen warteten offenbar die Wetterbedingungen ab und so schnellte die Zahl der Teilnehmenden am Lauftag von 200 noch auf fast 400.

Erster Preis für die Sprinter

Einen ersten Preis konnten sich die Teilnehmer nach den ersten relativ flachen zwei Kilometern mit dem Sprint abholen. Während bei den Männern diese Auszeichnung an den am Ende Zweitplatzierten Jérémy Scherwey aus dem freiburgischen Villars-sur-Mont ging, war bei den Frauen die nachmalige Siegerin Inge Jenny bereits zu diesem Zeitpunkt in Front. Ein trockenes Gelände und nicht allzu hohe Temperaturen machten den Lauf um einiges erträglicher. So beendeten schliesslich nur zwei der 380 Startenden den Lauf nicht.

Inge Jenny überlegen

Strahlend und mit drei Minuten Vorsprung auf die Lokalmatadorin Manuela Traina, schon im Vorjahr Zweite, und die Kerzerser Juniorin Seraina Tschachtli überquerte die Düdingerin Inge Jenny die Ziellinie in einer Zeit von 54 Minuten und 4 Sekunden – nur neun Minuten hinter dem besten Mann. Sie sei vor dem Rennen und am Start ziemlich nervös gewesen, meinte die Siegerin am Ziel: «Es ist natürlich speziell, wenn man in seiner Region antreten kann. Deshalb spürte ich bis zum Stierenberg eine ziemliche Anspannung.» Sie habe von Beginn weg ein hohes Tempo angeschlagen und habe dies bis zum Schluss durchziehen können. «Es ist halt schon toll, wenn man in einer solchen Umgebung laufen kann. So konnte ich nach dem Abfall der Anspannung doch auch noch die herrliche Strecke geniessen», sagte die Düdingerin. Sie absolvierte diesen Lauf vorab als Vorbereitung für den Murtenlauf im Oktober, bei dem sie unbedingt ihre Bestmarke knacken möchte. Seraina Tschachtli vermochte derweil ihren Vorjahressieg bei den Juniorinnen zu wiederholen.

Für den Sieger und Titelverteidiger aus dem Vorjahr, Cédric Lehmann, war es ebenfalls die Vorbereitung auf noch höhere Aufgaben.

Formtest für den Sieger

Er nimmt in gut einer Woche am noch härteren Lauf Sierre–Zinal im Wallis teil und möchte sich auch für die Berglauf-WM diesen Herbst qualifizieren. Deshalb war der Stierenberglauf für ihn eine gute Standortbestimmung: «Ich war nun eine Woche im Engadin im Trainingslager. Deshalb habe ich schon gespürt, dass meine Beine zum Teil noch etwas müde waren.» Er überliess denn auch anderen den Sprintpreis: «Für mich war es wichtiger, dann in den Steigungen mein Tempo durchziehen zu können, der Sprint ist nicht so mein Ding.»

Ein eingespieltes OK

Anders verlief das Rennen für den Zweitplatzierten Jérémy Schuwey: «Ich bekam in den Steigungen etwas Mühe. Da machte es sich bemerkbar, dass ich erst gerade am Mittwoch aus meinen Ferien in Asien zurückgekommen bin.» Als er aber Junior Rotzetter oben habe näher kommen sehen, habe er noch einmal etwas zusetzen können. Auch Schuwey bereitet sich nun auf den Murtenlauf vor. Einen Achtungserfolg verbuchte Junior Marc Rotzetter aus Rechthalten, der nur zwei Minuten hinter dem Sieger und eine halbe Sekunde hinter dem Zweitplatzierten einlief. Rotzetter entschied so die Juniorenkategorie wie im Vorjahr für sich.

Zufrieden zeigte sich auch OK-Präsident Hugo Raemy, der mit seinen vier Vorstandskollegen diesen Lauf organisierte: «Wir sind bereits ein eingespieltes Team und da genügen zwei Vorstandssitzungen, um den Lauf auf die Beine zu stellen.» Dabei konnte er auch dieses Mal am Renntag auf fast 50 freiwillige Helfer zählen, die dafür sorgten, dass die Läuferinnen und Läufer vor, während und nach dem Rennen gut versorgt wurden. Und auch diejenigen Teilnehmenden, die die Riggisalp erst nach zwei Stunden erreichten, hatten noch Anrecht auf etwas gegen den Durst und den Hungerast.