Leichtathletik 14.11.2019

Spektakel auch ohne Wanders

Im Elite-Feld der Männer wird es auch am Samstag an der Corrida ein Gerangel um die besten Plätze geben.
Die 44. Corrida in Bulle muss am Samstag zwar ohne Streckenrekordhalter Julian Wanders auskommen, Spektakel ist dennoch garantiert. So wird Murtenlaufsiegerin Helen Bekele Tola auf Rekordjagd gehen.

Vor Jahresfrist stellte der 23-jährige Spitzenathlet Julian Wanders in den Strassen von Bulle in 22:27 Minuten über die 8 Kilometer einen neuen Streckenrekord an der Corrida auf. Am Samstag wird der Genfer seinen Sieg aus dem Vorjahr allerdings nicht verteidigen können, nachdem er im Anschluss an die Weltmeisterschaft in Doha (Aufgabe über die 10 000 m) erst kürzlich wieder ins Training gestiegen ist. Ein neuer Streckenrekord liegt an diesem Samstag dennoch wieder im Bereich des Möglichen. Denn mit Helen Bekele Tola ist eine Äthiopierin am Start, die im Oktober den Murtenlauf für sich entscheiden konnte und dabei in 57:50 Minuten die Bestzeit von Franziska Rochat-Moser aus dem Jahr 1997 um nicht weniger als 1:01 Minuten unterbot.

Helen Bekele Tola kennt den Parcours in Bulle bestens, konnte sie die Corrida doch bereits zweimal gewinnen (2015 und 2017). Die Chancen, dass sie die Rekordzeit von 19:06 Minuten der Kenianerin Caroline Chepkwony (2006) unterbieten und die 4000 Franken Prämie einstreichen kann, stehen deshalb gut. Dies umso mehr, weil ihr die Konkurrenz Beine machen wird. Die Uganderin Sarah Chelengat (15:00 Minuten über 5000 m), Peruth Chemutai (Zweite der Escalade in Genf 2018) oder Esther Chebet (4:02 Minuten über 1500 m) bürgen für schnelle Zeiten. Nicht dabei sein wird derweil Fabienne Schlumpf. Die Zürcherin, 2018 Vize-Europameisterin über die 3000 m Steeple, ist eben erst von einer Verletzung zurückgekehrt und wird damit ihren Erfolg in Bulle aus dem Vorjahr nicht wiederholen können.

Mit Tadesse Abraham

In Abwesenheit von Wanders wird das Feld der Männer von Tadesse Abraham angeführt. Der Sieger von 2008, 2011 und 2015 und Neunter des WM-Marathons von Doha geht als Favorit in das Rennen. Ein Selbstläufer wird die Corrida für den Schweizer indes nicht. Der Russe Rinas Akhmadeev (Sieger 2018), der Belgier Isaac Kimeli (Vize-Europameister im Cross) oder der klein gewachsene Kenianer Bernard Matheka haben allesamt Siegeschancen. Nicht zu vergessen ist Dominic Lokinyome Lobalu, der Gewinner des Murtenlaufs 2019.

Neben Abraham gilt es am Samstag aus Schweizer Sicht Jonas Raess (Sieger über 5000  m an der Universiade), Fabien Kuert (Schweizer Cross-Meister) oder Lukas Marti (bester Schweizer am Murtenlauf) zu beachten. Das Feld der Freiburger führen Yan Volery, Jérémy Schouwey und Jari Piller an.

Im Vorjahr konnten die Organisatoren der Corrida mit 4408 klassierten Läuferinnen und Läufern in den diversen Kategorien einen neuen Rekord verzeichnen. Die Chancen stehen gut, dass diese Marke am Wochenende erneut übertroffen wird. Bereits letzte Woche lag die Anzahl der Anmeldungen im selben Bereich wie vor Jahresfrist.

44. Corrida in Bulle

Startzeiten

Samstag. 10.40 bis 12.35  Uhr: U6 bis U12-Kategorien (750 m bis 1,75 km). 12.50  Uhr: Walking (7,75 km). 12.55 Uhr: Nordic Walking (7,75 km). 13.35 bis 14.10 Uhr: U14 bis Junioren 3,15 km). 14.35 Uhr: Männer M20 bis M70 (8,15 km – unter 35  Minuten). 15.15 Uhr: Männer M20 bis M70 (8,15  km – über 35 Minuten). 16.10 Uhr: Elite Frauen (6 km). 16.50  Uhr: Elite Männer (8  km). 17.45 Uhr: Frauen F20 bis F70 (6,15 km – unter 27  Minuten). 18.15 Uhr: Frauen F20 bis F70 (6,15 km – unter 31  Minuten). 19 Uhr: Frauen F20 bis F70 (6,15 km – über 31  Minuten).