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Leichter Hoffnungsschimmer

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«Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn Sie Ihr Kind während mehrerer Monate nicht mehr sehen könnten.» Christiane Rossier Cosandey, Geschäftsführerin des Vereins Begleitete Besuchstage, hat an der Jahresversammlung vom Mittwoch in Marly eindringlich auf das Hauptproblem des Trägervereins hingewiesen. Weil das Geld fehlt, kann dieser seine Aufgabe nicht mehr richtig wahrnehmen, nämlich Kindern von getrennten und zerstrittenen Eltern ein begleitetes Besuchsrecht zu ermöglichen. Bis zu zwölf Monate müssen Familien deshalb auf einen Besuchstermin warten (die FN berichteten). «Ein Jahr warten, bis ein Kind seinen Vater oder seine Mutter wiedersehen kann, das ist sehr, sehr lang», so die Geschäftsführerin. Dieser Unterbruch habe langfristig negative Auswirkungen auf das Kind und die Beziehung zum getrennt lebenden Elternteil.

Immer wieder in roten Zahlen

Der Verein finanziert sich vor allem über einen Leistungsvertrag mit dem Staat, da die meisten Fälle von begleitetem Besuchsrecht von Gerichten angeordnet werden. Doch die 170 000 Franken pro Jahr reichen nicht, um die Löhne des professionellen Begleitteams und die Miete zu begleichen. Der Kanton hat zwar zugestimmt, die Verluste der Vorjahre mit 36 000 Franken zusätzlich zu kompensieren. Und der Verein erhält 2019 weitere 30 000 Franken vom Staat und 50 000 Franken von der Loterie Romande. Das hilft zwar, das budgetierte Defizit von 51 400 Franken zu korrigieren. Wie es darüber hinaus weitergeht, ist unklar, weil über jede weitere staatliche Hilfe von Jahr zu Jahr entschieden wird.

Der Verein ist zudem auf der Suche nach neuen Lokalitäten. Der Vorstand befürchtet, dass die künftigen Miet- und Nebenkosten viel höher ausfallen als der heutige Betrag von 15 000 Franken. In anderen Kantonen seien Lokalitäten und Löhne Teil des Leistungsvertrags, sagte Direktorin Rossier Cosandey. «Es wäre schön, wenn wir auch so weit kämen.» Vielleicht müsse man den Leistungsvertrag ändern, um die finanzielle Basis für den Betrieb sicherzustellen, schlug Grossrat André Schneuwly (Freie Wähler, Düdingen) vor. Er hatte mit Grossrätin Bernadette Mäder-Brülhart (Mitte links – CSP, Schmitten) eine Anfrage über die finanzielle Absicherung des Vereins lanciert. Das sei nicht so einfach, weil die gesetzlichen Grundlagen in Freiburg ganz anders seien, entgegneten Vertreter des kantonalen Jugendamts, die an der Generalversammlung teilnahmen. Der Verein will nun die Antwort des Kantons auf die vom Grossen Rat als dringlich überwiesene Motion der Justizkommission abwarten.

Doch noch ein Präsidium

An der Generalversammlung hatte der Verein ein weiteres Problem: Präsidentin Laurence Brand Corsani hat demissioniert, ein Vorstandssitz ist seit längerem vakant. Drei Personen waren zwar bereit nachzurücken, aber niemand wollte das Präsidium übernehmen. Eine Pattsituation, da die Statuten vorschreiben, dass die Generalversammlung diesen Posten besetzt. Nach einem Moment der Ratlosigkeit ergab sich dann doch noch eine Lösung: Rita Raemy, Vereinsmitglied und Begleiterin, stellt sich als Co-Präsidentin zur Verfügung. Sie wird das Amt mit der Anwältin Germaine Mauron Offner ausüben. Neu im Vorstand sind auch Rose-Marie Rodriguez und Jacques Volery.

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